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Atemberaubende Landschaft mit Tse-Tse-Fliegen

Tour d’Afrique Atemberaubende Landschaft mit Tse-Tse-Fliegen

Hardy Grüne hat sich in das größte Abenteuer seines Lebens gestürzt. Mit 62 Radsportbegeisterten aus aller Welt mutet sich der 48 Jahre alte Göttinger die Tour d’Afrique zu, die von Kairo aus in 95 Tagesetappen über 11    953 Kilometer bis nach Kapstadt führt. Einmal wöchentlich schildert Grüne im Tageblatt seine Erlebnisse, Strapazen und Eindrücke auf einer der längsten und härtesten radsportlichen Herausforderungen der Welt.

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Von den Kindern des Dorfes umlagert: Hardy Grüne bei seiner Ankunft in Mbeya.

Quelle: EF

Eine Reise durch „das Herz Afrikas“ versprachen uns die Organisatoren der Tour d’Afrique vor dem Start im Januar in Kairo. Bislang haben sie Wort gehalten, denn in dieser Woche durchradelten wir auf rund 1000 Kilometern erneut ein Afrika, in das sich Touristen normalerweise niemals verirren und das uns mit einer Authentizität fesselte, die weder Pauschaltouristen noch Safari-Abenteurer jemals zu sehen bekommen. Die Reise ging von Arusha nach Mbeya nahe der Grenze zu Malawi und führte durch ein wie vergessen wirkendes Hinterland, dessen Bewohner uns mit einer unglaublichen Gastfreundschaft und Begeisterung begegneten.

Unser Abschied aus Arusha fiel feucht aus. Nach durchregneter Nacht hatte es morgens zwar aufgehört, doch als wir um sieben Uhr auf unsere Räder kletterten, öffnete der Himmel erneut seine Schleusen. Immerhin ging es zunächst auf Asphalt gen Süden, so dass unsere Regenkleidung das Schlimmste verhinderte. Als wir am folgenden Tag in dem Örtchen Babati jedoch auf einen besseren Feldweg abbogen, nahm das Abenteuer endgültig Form an. Die Niederschläge der vergangenen Tage hatten den Untergrund seifig und rutschig werden lassen, was die Navigation auf unseren dünnen Reifen erheblich erschwerte. Als gegen Mittag erneut Regen einsetzte, wurde die Etappe zur Geduldsprobe, und wir kamen verdreckt und entnervt im Camp an. Auch dort hatte der Regengott kein Einsehen und schüttete weiterhin gewaltige Wassermassen über unsere ohnehin schon durchgeweichten Zelte und Ausrüstung. Die Stimmung war entsprechend gedämpft und hellte sich erst auf, als Camp-Köchin Kim zum Abendessen leckere Hamburger servierte. Danach lachte sogar der Himmel wieder!

Tag drei einer Woche mit acht aufeinanderfolgenden Fahrtagen ließ uns noch tiefer ins Hinterland vorstoßen. Hinter dem Örtchen Itigi bogen wir in ein gewaltiges Waldgebiet ein, das drei Nationalparks umfasst und durch das sich eine rund 800 Kilometer lange rostbraune Piste zieht, die den Namen Straße wahrlich nicht verdient. Wie ein buchstäblicher „roter Faden“ zog sich der schmale erdige und sandige Pfad durch den dichten Busch und gab nur gelegentlich Blicke auf vereinzelte Wohnhütten oder kleine Dörfer mit so exotisch klingenden Namen wie Mwamagembe, Kiyombo oder Lupatingatinga frei.

„Ihr könnt, wenn ihr Glück habt, eine Menge Tiere sehen“, hatte man uns fröhlich angekündigt. Die erhofften Elefanten, Zebras oder Giraffen tauchten zwar nicht auf, doch dafür sahen wir Vögel nahezu jeglicher Couleur und allerlei andere exotische Lebewesen. Vor mir huschte eine Schlange über die Straße, und auch blitzebunte Schmetterlinge wurde vielfach gesichtet. Weniger angenehm waren die Tse-Tse-Fliegen, die uns vor allem an den reichlich vorhandenen Anstiegen auflauern und uns mit unangenehmen Stichen ärgern.

Fünf Tage lang pedalten wir durch dieses unentdeckte tansanische Hinterland, ehe wir am letzten Tag wieder auf eine etwas lebhaftere Piste stießen, die uns über schweißtreibende 2000 Höhenmeter und durch eine spektakulär schöne Landschaft nach Mbeya führte. Höhepunkt war die Überquerung des auf 2961 Metern gelegenen „höchsten befahrenen Punktes Tansanias“. Der Weg dorthin war freilich hart und anstrengend, da sich die Piste als raue Sand- und Steinwüste präsentierte. In Mbeya wartete die bereits sehnsüchtig erwartete warme Dusche, die wir nach sieben Nächten in so genannten Bushcamps und bei immer wieder niedergehenden Gewittern allesamt wahrlich nötig hatten.

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In Duderstadt und Weende

Hardy Grüne, Sportjournalist und Buchautor aus Langenhagen bei Duderstadt, hat die Tour d’Afrique 2011 am eigenen Leib erlebt. Jetzt hat er auf knapp 300 fesselnden Seiten seine Eindrücke zusammengefasst. Am Freitag um 19 Uhr stellt er sein Buch in Duderstadt bei Fahrrad Beckmann (Marktstraße) vor, am Dienstag um 19 Uhr im Vereinsheim von Tuspo Weende (Springstraße).

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