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Aufs ganze Schwein gekommen

Börner-Eisenacher organisiert seinen Bio-Schweinefleischbezug neu Aufs ganze Schwein gekommen

Der Göttinger Wurstproduzent Börner-Eisenacher ist neue Wege gegangen, um die Versorgung mit Bio-Schweinefleisch sicherzustellen. Gleichzeitig werden erstmals speziell entwickelte Produkte nach Kanada geliefert. Das Wachstum macht Investitionen in den Standort Göttingen notwendig.

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Seit 1884 produziert der Familienbetrieb, inzwischen in der vierten Generation, in Göttingen Wurstwaren.

Quelle: HW

Göttingen/Vancouver. Seit 1884 produziert der Familienbetrieb, inzwischen in der vierten Generation, in Göttingen Wurstwaren. Das Geschäft mit Bio-Fleischwaren ist im Vergleich dazu noch relativ jung: 2003 wurde das erste Bio-Fleisch verarbeitet. 2014 stand die Firma jedoch vor dem Problem, dass es etwa 20 Prozent weniger Bio-Schlachtschweine am Markt gab und es schwierig wurde, ausreichend Bio-Fleisch zu beziehen. „Unsere Kunden im Einzelhandel waren jedoch nicht gewillt, große Lieferkürzungen hinzunehmen“, sagt Frank-Walter Eisenacher, geschäftsführender Gesellschafter bei Börner-Eisenacher. „Daher haben wir den direkten Weg zu den Bio-Bauern gesucht.“

Eisenacher fuhr durch die ganze Republik, besuchte Bio-Höfe und entwickelte ein Konzept, um die Bio-Bauern als Direktlieferanten zu gewinnen. „Wir arbeiten etwa mit langfristigen Lieferverträgen, schneller Zahlung und Transparenz, so dass der Bio-Landwirt sieht, in welchen Produkten sein Fleisch landet“, so Eisenacher. Mit rund 25 Bio-Höfen arbeitet der Betrieb inzwischen zusammen, die zwischen 200 und 500 Schweinen wöchentlich liefern. Ein für die Schlachtung von Bio-Tieren zertifizierter Schlachtbetrieb in Heiligenstadt zerlegt das Gros der Tiere.

Mit dem Bezug der Schweine war eine weitere Herausforderung verbunden: Während vorher die benötigen Fleischteile gezielt eingekauft wurden, mussten nun ganze Schweine möglichst vollständig auch verwertet werden mussten. Aus der Krise wurde ein zusätzlicher Nutzen, indem neue Bio-Produkte hergestellt wurden: Kochschinken, Kasseler und Wiener. Diese werden nach den ersten drei, vier Monaten im Markt gut nachgefragt, sagt Eisenacher.

Gleichzeitig mit der Bio-Schweinefleisch-Verknappung erweiterte der Einzelhandel jedoch auch sein Bio-Sortiment. Aufgrund der gesicherten Rohstoffversorgung konnte Börner-Eisenacher daher seinen Umsatz deutlich erweitern, da die Konkurrenz weiterhin mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen hatte. Das ist auch der Grund für die optimistische Prognose für das Geschäftsjahr 2016. Bio-Produkte machen inzwischen etwa 30 Prozent des Umsatzes von 34,5 Mio. Euro aus, so Eisenacher. Für 2016 rechnet er mit etwa 40 Mio. Euro und einer Steigerung des Bio-Anteils auf etwa 40 Prozent.

Das mache auch weitere Investitionen in den Standort Göttingen notwendig. Auf ein Nachbargrundstück soll die Logistik ausgelagert werden und am Altstandort dafür die Produktionskapazitäten erweitert werden. Von einem Investitionsvolumen in Höhe von fünf Mio. Euro geht Eisenacher aus. Und noch ein Projekt steht nach zweijährigem Vorlauf vor der Realisierung: der Export von Bio-Produkten nach Kanada. Eine Testlieferung Ende Februar überzeugte den kanadischen Lebensmittelhersteller Freybe und seine Händler, im Juli stehen dann die ersten Börner-Eisenacher-Produkte in kanadischen Supermärkten.

Der Bio-Markt:

In Deutschland werden jährlich etwa 250000 Bio-Schweine geschlachtet – ein winziger Anteil von nicht einmal einem halben Prozent der in 60 Mio. Schweine, die im konventionellen Lebensmittelbereich geschlachtet werden.

Der Markt für Bio-Lebensmittel wuchs 2015 um etwa elf Prozent und lag bei einem Volumen von 8,6 Mrd. Euro. Die kontinuierlichen und relativ starken Wachstumsraten sowie der Umstand, dass im Lebensmittelhandel inzwischen auch die Discounter ihre eigenen Bio-Produktlinien eingeführt haben, verzerren etwas die Wahrnehmung des Bio-Marktes: Dessen Anteil am Gesamtumsatz des Lebensmittelmarktes von rund 170 Mrd. Euro beträgt 4,4 Prozent und ist damit immer noch eine Nische.

Die Organisation Foodwatch sieht dafür den Preisunterschied als maßgeblich an. Der liege darin begründet, dass die Erträge der Bio-Landwirtschaft geringer und die Tierhaltungskosten höher sind – aber auch darin, dass Folgekosten der konventionellen Landwirtschaft nicht von den Betrieben, sondern der Allgemeinheit getragen würden. Dies sei etwa bei den Umweltbelastungen durch Mineraldüngereintrag und Pflanzenschutzmittelverwendung der Fall.

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