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Aus für K-Town – Karstadt Göttingen bleibt

Ende für Karstadtableger Aus für K-Town – Karstadt Göttingen bleibt

„K-Town schließt, das ist definitiv“, bestätigt Birgit Clemens. Zum 30 Juni 2015 wird  das Haus in der Groner Straße geschlossen.

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Aus für K-Town – Karstadt Göttingen bleibt.

Quelle: Vetter

Göttingen. Die Betriebsratsvorsitzende bei Karstadt in Göttingen bedauert den Entschluss des neuen Inhabers René Benko zutiefst, weiß aber , dass das in Göttingen gestartet Pilot-Projekt für junge Mode „schon lange auf dem Prüfstand steht“. Am späten Donnerstagabend hatte der Aufsichtsrat die Schließung bekanntgegeben.

Birgit Clemens

Birgit Clemens

Quelle:

Richtig sauer ist Clemens, die auch im Karstadt Gesamtbetriebsrat sowie in der Bundestarifkommission mitarbeitet, dass  bestimmte Medien das Aus auch für das Warenhaus und das Sporthaus in Göttingen vermelden. „Was glauben Sie, was die Kollegen auf der Fläche heute für einen Spaß haben“, beschreibt die Betriebsrätin bitter die Stimmung.

„Das Warenhaus bleibt natürlich bestehen“, betont Clemens, „und auch das Sporthaus“. Auch Clemens muss jedoch einräumen, dass selbst der Gesamtbetriebsrat das komplette Konzept des neuen Eigentümers nicht kenne. Für sie steht nach wie vor fest: „Göttingen ist keine Schließungsfiliale.“

„Das sind Karstädter wie wir“

Zehn Mitarbeiter sind von der K-Town-Schließung betroffen, bestätigt Clemens. „Das sind Karstädter wie wir“, betont sie auf die Frage nach möglichen Folgen die Betroffenen. Anfangs seien es viel mehr gewesen, die die junge Mode in K-Town verkauft haben.

Dann jedoch sei „das tolle junge Team“ auf die übliche Belegschaftszahl reduziert worden. „Schade“, sagt Clemens, denn sie glaubt, dass das Konzept Lifestyle-Mode für Menschen von 25 bis 45 in einer eigenen Immobilie (Göttingen: ehemalige Markthalle) funktioniert. K-Town integriert ins Warenhaus so wie in Köln geschehen, „das funktioniert nicht“.

K-Town ging im September 2011 als „brandneues Konzept des Karstadt-Konzerns“ in der ehemaligen Göttinger Markthalle (1989 eröffnet) an den Start.

Karstadt-Filialen vor der Schließung
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Welche Karstadt-Häuser gibt es?

Mit dem Namen Karstadt sind vor allem die großen Warenhäuser verbunden, die in Innenstadtlagen ein breites Sortiment anbieten. Doch die Marke Karstadt umfasst auch andere Läden:

 Warenhäuser:
Derzeit gibt es 83 klassische Karstadt-Warenhäuser, von denen zwei (Stuttgart und Hamburg-Billstedt) geschlossen werden sollen. Für die verbleibenden Häuser hat der neue Karstadt-Chef Stephan Fanderl eine Aufteilung in die Kategorien Erlebnishaus und Nahversorger mit jeweils speziellen Sortimenten angekündigt.

Luxushäuser:
 Die drei Luxushäuser in Berlin (KaDeWe, München (Oberpollinger) und Hamburg (Alsterhaus) bieten spezielle Waren für den gehobenen Bedarf. Die als besonders lukrativ geltenden Häuser waren bereits 2013 zusammen mit den Sporthäusern mehrheitlich von Benko übernommen worden.

Sporthäuser:
 Die Karstadt-Homepage listet aktuell bundesweit 26 Standorte der als gewinnträchtig geltenden Läden auf. Angeboten wird ein Sortiment von Sportartikeln vom Fahrrad bis zur Ski-Unterwäsche.

K Town:
Mit einem speziell auf junge Kunden zugeschnittenen Warenhausangebot aus Mode und Accessoires wollte der frühere Karstadt-Chef Andrew Jennings dem angestaubten Warenhausunternehmen ein modernes Image verpassen. Mit viel Werberummel hatte der Brite vor drei Jahren die "K Town"-Filialen als Modellprojekt aus der Taufe gehoben. Doch die Modelfilialen in Köln und Göttingen erwiesen sich offenbar als Flop, sie werden geschlossen.

Schnäppchenmärkte:
Auch in zwei speziellen Schnäppchenmärkten (Paderborn und Frankfurt/Oder) sollen die Lichter ausgehen. Damit verabschiedet sich Karstadt jedoch nicht von der Idee der Resterampe. Schnäppchenfreunde können auch künftig in zwei speziellen Läden in Gießen und Berlin fündig werden.

 
Karstadt-Chef: Mit harter Hand zurück in die Gewinnzone

Sechs Karstadt-Häuser sollen 2015 geschlossen werden. Der neue Chef denkt schon über weitere Einschnitte nach. Was kommt noch auf die Mitarbeiter zu?

Essen. Standortschließungen und Einsparungen beim Personal: Der neue Karstadt-Chef Stephan Fanderl will den Warenhauskonzern mit harter Hand sanieren. Doch er muss sich auf den massiven Widerstand der Gewerkschaften gefasst machen.

Unmittelbar nach seiner Ernennung durch den Aufsichtsrat kündigte der neue Chef der Warenhauskette nicht nur die Schließung von sechs Häusern an. Er verlangte von den knapp 17 000 Karstadt-Mitarbeitern auch finanzielle Opfer zur Rettung der Warenhauskette. "Wir müssen über Einsparungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld sprechen und darüber, die Tarifpause über 2015 hinaus zu verlängern", sagte Fanderl dem "Handelsblatt" (Freitag). Bis Mitte nächsten Jahres sollen zwei klassische Warenhäuser in Hamburg-Billstedt und Stuttgart schließen. Außerdem sollen die Filialen der auf junge Mode spezialisierten Kette K-Town in Köln und Gött ingen sowie die Schnäppchenmärkte des Konzerns in Paderborn und Frankfurt/Oder ihre Tore zumachen.

Fanderl zufolge sind von den Schließungen 350 Arbeitsplätze betroffen. Zusätzlich ist nach Angaben der Gewerkschaft Verdi der Abbau von rund 2000 Stellen in der Zentrale und den verbleibenden Warenhäusern geplant. Auch die Zukunft zahlreicher weiterer Filialen ist ungewiss. Fanderl kündigte an, bei weiteren acht bis zehn Geschäften individuelle Lösungen zu suchen. "Wir sprechen etwa mit den Vermietern, ob es alternative Nutzungen für den Standort gibt und eine Chance besteht, früher aus den laufenden Mietverträgen herauszukommen", sagte der 51-jährige Manager dem "Handelsblatt".

Zugleich kündigte er an, die Signa-Holding werde weiteres Geld zur Verfügung stellen. "Die Signa wird nach der erfolgreichen Sanierung über die kommenden Jahre in dreistelliger Millionenhöhe in das präsentierte Zukunftskonzept investieren." Der Karstadt-Gesamtbetriebsratchef Hellmut Patzelt sprach von einem "dunklen Tag für die Beschäftigten". Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger warf der Konzernspitze vor, keine genaue Ursachenforschung betrieben zu haben, warum Karstadt in der Krise sei. Stattdessen werde überstürzt die Entscheidung gefällt, einzelne Filialen zu schließen und in weiteren Filialen noch mehr Personal abzubauen. "Für die Beschäftigten ist das heute ein bitterer Tag.

Erneut werden sie für Managementfehler der letzten Jahre bestraft", sagte Nutzenberger. Der für Verdi im Karstadt-Aufsichtsrat sitzende Arno Peukes sagte, nach wie vor sei die Zukunft von 21 Warenhäusern, die rote Zahlen schreiben, ungewiss. Der Betriebsrat und die Gewerkschaft würden alles daran setzen, alle Häuser zu erhalten. Die nächste Aufsichtsratssitzung sei für Anfang nächsten Jahres geplant. Die Warenhauskette hat nach eigenen Angaben auch im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2013/14 rote Zahlen geschrieben. Gleichzeitig gingen die Umsätze zurück.

Das Unternehmen habe seit der Insolvenz im Jahr 2009 fast 30 Prozent seiner Kundschaft im Alter zwischen 35 und 50 Jahren sowie bei den über 55-Jährigen verloren, klagte Fanderl. Mehr als jede vierte Filiale verdiene kein Geld. Einige seien sogar "dunkelrot". Um wieder auf ein akzeptables Ergebnisniveau zu kommen, gibt sich Fanderl drei Jahre Zeit. 2017 wolle er mit einer operativem Rendite von zweieinhalb bis drei Prozent im Tagesgeschäft wieder schwarze Zahlen schreiben. "Aber es geht nur, wenn wir jetzt zügig und konsequent handeln", erklärte der Karstadt-Chef.

dpa

►Kommentar: Kein guter Plan

Mit einem ganz neuen Konzept und mit riesem Tamtam wurde in Göttingen im September 2011 das erste Karstadt-K-Town bundesweit eröffnet.

In einer „geilen Location“ sollten junge Menschen für Karstadtmode begeistert werden. Und nun nach nur drei Jahren das Aus. Keine Zeit, das Live-Style-Haus zu etablieren, keine Chance für innovative Konzepte im Konzern, kein Raum für Neues.

Aber Rückzug da, wo der Widerstand am geringsten ist. Eine erbärmliche Bilanz, die auch für den gesamten Karstadt-Standort Göttingen Folgen hat. Karstadt – Göttingen – Schließung werden in einem Atemzug genannt, Ängste der Mitarbeiter weiter geschürt, Skepsis und Misstrauen bei Kunden wachsen. Kein guter Plan für die Zukunft und eine Zumutung für die 200 Beschäftigten in Göttingen.

Hanne-Dore Schumacher

Hanne-Dore Schumacher

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Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

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