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Ausbildungsmesse „Handwerk begreifen“ im Göttinger Kaufpark

Berufswahl Ausbildungsmesse „Handwerk begreifen“ im Göttinger Kaufpark

Im Kindesalter ist alles klar: Lokführer, Feuerwehrmann. So etwas will man werden. Bewerbungsfrust? Zukunftsängste? – Unbekannt. Doch viele Jugendliche haben Schwierigkeiten bei Berufsfindung und Ausbildungsplatzsuche. Betriebe hingegen klagen über Fachkräftemangel. Die Messe „Handwerk begreifen“ im Kaufpark soll helfen

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Schülerin A. Zielinski als Versuchsobjekt: Friseurin Heidi Jahnich (l.) demonstriert A. Seysen (M.) und V. Jaschwski (r.) Strähnchentechniken.

Quelle: Heller

Hubert Dornieden steht etwas geschafft im Kaufpark. „Seit 7 Uhr sind wir unterwegs.“ Jetzt hat der Lehrer der Astrid-Lindgren-Hauptschule in Duderstadt mit seiner neunten Klasse eine Stunde Zeit. Dann fährt der Bus zurück zum Bahnhof.  Die Schüler sollen sich an den 20 Ständen im Einkaufszentrum informieren. Ihre Interessen konnten sie aus „Themeninseln“ wählen: Bauen, Genuss, Gestalten, Technik. 

Bei plätschernder Kaufhausmusik wird gehämmert, gebohrt, geschnippelt. In praktischer Arbeit sollen die 14- bis 16-Jährigen ihre Wunschberufe erfahren. Dazu gibt es von Betrieben und Innungen Informationen aus erster Hand. Die meisten von ihnen haben bereits einen Gutteil der Berufsfindungsmaschinerie hinter sich: „Zwei Betriebspraktika, Berufsorientierungen, Lehrstellenbörsen, Besuche des Berufsinformationszentrums“, zählt Dornieden auf. 

Am Friseurstand herrscht Hochbetrieb. „So, eine Strähne abtrennen, dann hier schräg rein.“ Friseurin Heidi Janich demonstriert drei Schülerinnen, wie eine Haarsträhne eingeflochten wird. Dann sollen sie selbst probieren. Angelique gibt das Opfer, Alexandra kämmt und zwirbelt ihr Haar. Friseurin, das könnten sich Angelique Zielinski, Alexandra Seysen und Vanessa Jaschewski vorstellen. Janich hält sie an: „Leute, ihr müsst lernen!“ Die Noten seien wichtig, gerade in Chemie.

An Friseuren kein Mangel 

Manuela Härtelt-Dören, Obermeisterin der Friseur-Innung, schildert Zukunftschancen. Maskenbildnerin könnte man werden, zum Theater oder Fernsehen gehen –wenn man gut ist. Die Teenager sind sichtlich angetan. „Und wie macht man Hochsteckfrisuren?“ 

Im Friseurhandwerk gebe es noch keinen Fachkräftemangel meint Härtelt-Dören. Doch trotz einer Vielzahl von Bewerbern: „Bei vielen reichen die Noten einfach nicht.“ Außerdem sei mehr Eigeninitiative und die Mithilfe der Eltern nötig. 

Dornieden bestätigt: „Eltern und Kinder müssten das Thema mit mehr Weitsicht angehen. Zu viele Eltern lassen ihre Kinder mit der Entscheidung alleine.“ Der Lehrer moniert außerdem: „Das Denken, dorthin zu gehen, wo die Arbeit ist, ist nicht ausgeprägt genug.“ Hauptschulspezifische Probleme bei der Lehrstellensuche lässt er weniger zählen: „Der persönliche Eindruck macht vieles wett.“ 

Andere Betriebe klagen bereits über Facharbeitermangel. Das weiß auch Karl Henkel, Berufsberater bei der Arbeitsagentur. Er sieht die Schuld nicht allein bei den Schülern: „Es gibt auch viele schlechte Betriebe.“ 

Die Maschinerie der Hilfestellungen sieht er kritisch. „Wir sind an einem Punkt, an dem weniger mehr sein könnte.“ Die jungen Leute würden permanent beschallt mit allgemeinen Informationen und zu vielen verschiedenen Standpunkten zum Thema. „Die individuelle Betreuung kommt hingegen zu kurz.“ Ein Grundproblem habe sich in den 34 Jahren seiner Tätigkeit nicht geändert. „Die Jugendlichen haben Angst, sich falsch zu entscheiden.“

Inzwischen ist es elf. Ob Alexandra Friseurin werden möchte? Ihre Stirn legt sich in Falten. „Ich bin am Überlegen.“ Die Messe hat ihr aber auf jeden Fall geholfen. „Besonders das Ausprobieren.“ Schnell schließt sie sich ihrer Klasse auf dem Weg zum Bus an. Am anderen Ende der Ladenstraße treffen gerade die nächsten zwei Klassen ein. Bald ist der Friseurstand wieder von einer Traube junger Menschen umringt.

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Von Erik Westermann 

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