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Ausreisewillige Niederländer informieren sich über die Region Göttingen

Niederländer in Südniedersachsen Ausreisewillige Niederländer informieren sich über die Region Göttingen

Von Northeim bis Staufenberg, von Bad Lauterberg bis Uslar: Fast alle Kommunen der Region sehen sich mit den Problemen des demografischen Wandels konfrontiert, verzeichnen Immobilien-Leerstände und sind auf der Suche nach Fachkräften.

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Quelle: ef

Osterode/Göttingen. Deshalb sind Mitarbeiter der Südniedersachsenstiftung im Rahmen des Projekts „geniusgöttingen – WissensWerteRegion“ seit zwei Jahren mit einem Stand auf Europas größter Auswanderungsmesse – der „Emigratiebeurs“ im holländischen Utrecht – vertreten. Und genauso wie 2013 und 2014 haben sie auch dieses Jahr wieder eine ganze Reihe von Niederländern dafür interessieren können, eventuell nach Südniedersachsen auszuwandern. Von Freitag bis Sonntag waren elf Männer und zehn Frauen in der Region zu Gast. Sie übernachteten in Osterode, erhielten einen Eindruck von Land und Leuten, schauten sich Gewerbegebiete an und bekamen in der Agentur für Arbeit Göttingen Informationen über Stellensuche, Bewerbungsverfahren und Ausbildungsanerkennung.

Wer mit den Niederländern sprach, konnte sich nur wundern: Was sie an Südniedersachsen besonders beeindruckt, sind die Weite des Landes sowie die „netten, lockeren Menschen“. Die Zeiten, da ihre Landsleute „relaxed“ und die Deutschen „schlecht gelaunt“ waren, seien vorbei, so Hilde van der Velde (35): „Heute ist es umgekehrt“. Der Grund, so die studierte Kommunikationswissenschaftlerin: „Bei uns gibt es zu wenig Platz, alle gehen sich gegenseitig auf die Nerven.“ Zum Vergleich: Die Niederlande haben eine Einwohnerdichte von 405 pro Quadratkilometer, die Kreise Göttingen, Northeim und Osterode zusammen eine von 151.

Was die potenziellen Auswanderer weiterhin lockt, sind günstige Immobilienpreise sowie – der wohl wichtigste Antriebsgrund  – die Hoffnung auf einen Arbeitsplatz. Der allgemeine Tenor: Die Beschäftigungslage in der Heimat ist schlecht, es gäbe fast nur noch befristete Verträge. Aber selbst einen solchen hat Fred Drijver (52) nicht finden können: „Ich habe rund 200 Bewerbungen verschickt. Alle vergeblich“, so der Projektmanager.

Was die potenziellen Arbeitskräfte mitbringen? „Große Flexibilität“, betont Stefan Schäfer. Aber auch wechselhafte Biografien, so der Bereichsleiter der Arbeitsagentur: den stringenten Lebenslauf, wie er hierzulande als ideal gilt, sei in den Niederlanden eher selten. Bestes Beispiel: Natalie Scheeris. Die 32-Jährige ist selbständig, hat bis vor kurzem die Räume von Pflegebedürftigen gereinigt und strickt jetzt Katzenpullover.

In punkto Qualifikation war alles vertreten: vom Helfer über den Lackierer und den Techniker bis hin zum Ingenieur mit zusätzlichem BWL-Abschluss. Etwas überraschend war das Alter der Teilnehmer – keiner war unter 30, einige sogar schon Mitte 50.Was die Deutschkenntnisse anbelangt: Sie waren sehr unterschiedlich ausgeprägt; einige sprechen fließend Deutsch, andere verstehen gerade mal ein Minimum. Ein Wort aber kennen ganz viele: gemütlich. Das sei es in Südniedersachsen nämlich, wie immer wieder zu hören war. 

Von Hauke Rudolph

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