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Aussteller aus der Region Göttingen sind mit Cebit-Neuausrichtung zufrieden

Rein geschäftlich Aussteller aus der Region Göttingen sind mit Cebit-Neuausrichtung zufrieden

Nachdem die Cebit in den vergangenen Jahren stetig an Boden verlor, kommen in diesem Jahr wieder mehr Aussteller nach Hannover. Die Konzentration auf die Digitalisierung der Wirtschaft soll die Messe als IT-Treffpunkt für Unternehmen konsolidieren. Fünf Unternehmen aus der Region sind vom  16. bis 20. März  mit einem eigenen Stand vertreten. Ihre Reaktionen auf die Neuausrichtung sind überwiegend positiv.

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Quelle: Deutsche Messe

Göttingen/Hannover. Ein bisschen wehmütig stimmt es ja schon. Die Cebit-Zeiten der kostenlosen Jutetaschen, Luftballons und Kugelschreiber sind, zumindest für Wochenend-Touristen, offiziell vorüber. Schon seit dem vergangenem Jahr weht ein anderer Wind durch die Messestadt Hannover: Cebit-Vorstand Oliver Frese hat aus der zuletzt schwächelnden Besuchermesse einen Business-Treffpunkt für IT-Entscheider gemacht, der sich nicht mehr an Privatbesucher, sondern dezidiert an Unternehmen richtet.

In der Wirtschaft nennt man diesen Ansatz „B2B“ (Business to Business) statt „B2C“ (Business to Customer). Die meisten Aussteller sind damit offensichtlich zufrieden: Auch in diesem Jahr wird die Cebit an Fläche und Ständen wachsen, die Rückkehr von Branchengiganten wie Intel wird als wichtiges Zeichen gewertet. Auch Aussteller aus Göttingen und der Region begrüßen die Neuausrichtung.

„Wir haben unser Engagement auf der Cebit ausgeweitet“, sagt Tobias Kintzel von der Göttinger Sycor-Gruppe. Das IT-Dienstleistungsunternehmen stellt seit 2011 auf der Cebit aus, war bislang allerdings nur mit einem kleinen Stand als Partner des Software-Riesen SAP vertreten, der Prozessmanagementsoftware für Unternehmen anbietet. In diesem Jahr tritt Sycor erstmals als Premiumpartner mit eigenem Stand auf. Sycors Kunden sind ausschließlich Unternehmen – die B2B-Ausrichtung kommt Sycor daher zugute.

Auch Björn Freimuth aus der Geschäftsführung des Göttinger Empfehlungsmarketing-Startups „RewardMe“ begrüßt die Neuausrichtung – auch wenn das Geschäftsmodell seiner Firma eigentlich das Gegenteil vermuten lässt: Bei RewardMe empfehlen Privatkunden per Facebook ein Geschäft an ihre Freunde und bekommen dafür verschiedene Vorteile wie Rabattgutscheine. Auf der Cebit wird Freimuth allerdings keine Endbenutzer für seine App mehr antreffen. „Das ist nicht schlimm, denn wir starten sowieso immer mit der B2B-Akquise“, so Freimuth, der mit Unternehmen ohnehin erst Boni für Endkunden aushandeln muss, bevor er sein Angebot für Privatkunden erweitern kann. Er ist guter Dinge, auf der Messe neue Großkunden gewinnen zu können.

Positive Neuausrichtung

Stefano Viani ist Geschäftsführer der Göttinger Blackbit Neue Werbung Neue Medien GmbH, die zum zweiten Mal in Hannover ausstellen wird. Auch er wertet die Cebit als wichtiges Forum: „Wir haben als Agentur nur B2B-Kunden. Im vergangenen Jahr haben sich aus der Messe einige Geschäftskontakte ergeben“, sagt Viani. Als positive Folge der Neuausrichtung der Cebit nennt er auch die  Tatsache, dass die Messe nur noch unter der Woche stattfindet. „Das entlastet Unternehmen, die für die Stände ja Personal stellen müssen.“

Auf der Cebit ist auch ein Landesbetrieb zu finden: Das Logistik Zentrum Niedersachsen (LZN) in Hann. Münden beliefert mehr als 2300 Dienststellen des Landes mit Produkten – „von der Büroklammer bis zum Polizeihubschrauber“. LZN-Geschäftsführer Frank Hintze möchte auf der Messe Bestandskunden treffen und Neukunden werben. Neben den Dienststellen gehören nämlich auch Kommunen, Krankenkassen und Universitäten zu den Kunden des LZN. „Es wirkt vielleicht ungewöhnlich, aber auch wir betreiben tatsächlich Kundenakquise“, sagt Hintze. Schon im vergangenen Jahr war das LZN auf der Cebit vertreten – mit geschäftlichem Erfolg. 

Hans-Georg Poschwatta ist weniger optimistisch. Der Geschäftsführer der Northeimer Orgaplan Business Solutions GmbH entwickelt Ressourcenplanungs-Software für mittelständische Unternehmen. „Wir stellen seit mehr als 30 Jahren auf der Cebit aus, aber wir überlegen derzeit auch, wie lange wir das noch machen“, sagt Poschwatta. Viele seiner Wettbewerber seien mittlerweile nur noch auf der Hannover Messer vertreten, die am 13. April beginnt. Als Grund für ihren Weggang nennt Poschwatta die veränderten Themenschwerpunkte der Cebit.

Ob diese der Messe auch langfristig zu neuer Relevanz verhelfen können, bleibt abzuwarten. Die meisten Aussteller der Region sind jedenfalls optimistisch.

Von Jonas Rohde

Messe ist Kostenfrage

Göttingen. „Förster verirren sich selten auf die Cebit“, meint Manfred Ide (30), geschäftsführender Gesellschafter der Uslarer Fovea UG. Sein Unternehmen bietet eine App an, mit der sich Stapel von Baumstämmen, sogenannte Polder, mittels eines Digitalfotos inventarisieren lassen. Mit der App holt die 2012 gegründete Firma in diesem Jahr einen der Cebit Innovation Awards. „Wir dürfen uns kostenlos mit einem Stand präsentieren“ berichtet Ide. So fährt er mit Mitarbeitern für eine Woche nach Hannover, obwohl er dort keine Kunden treffen wird. „Mit Anfahrt, Hotel und Personalkosten wird uns das 10 000 Euro kosten“, sagt Ide. Das rechne sich trotzdem, weil die Medien über Fovea berichten würden.

Messe ist Kostenfrage

„Um die App zu verkaufen, besuchen wir Forstmessen wie die Ligna in Hannover oder die Interforst im München“, sagt der Unternehmer. Sie stellten auch auf Messen in Brasilien, Kanada und Skandinavien aus. Neben dem Direktvertrieb, der telefonischen Kontaktaufnahme mit Förstern, spiele die Teilnahme an Gesellschaftsjagden eine wichtige Rolle. „Da wird am Rande immer auch über Geschäftliches gesprochen“, verrät Ide.

Messe ist Kostenfrage

„Auf der Cebit bin ich nur mit einem einzigen ernsthaft interessierten Kunden ins Gespräch gekommen“, berichtet der Chemisch-Technische Assistent Daniel Frank, der 2013 die Firma Goe Chem gegründet hat. Und der Kunde hat sich am Ende doch gegen Franks digitales Chemikalienkataster entschieden. Vergebens sei die Teilnahme an der Cebit 2012 für ihn trotzdem nicht gewesen, betont der Existenzgründer. „Ich habe 30 längere Gespräche geführt, bei denen ich viele Anregungen für die Verbesserung meines Programms bekommen habe“, sagt er.

Messe ist Kostenfrage

Die Kosten hielten sich für Frank in Grenzen. Als Mitarbeiter der Universität Göttingen konnte er sich an deren Stand kostenlos präsentieren. Den Aufenthalt rechnete er als Dienstzeit ab. Nur die Fahrtkosten musste er selbst tragen. Kunden finden ihn über die Suchmaschine Google. Doktoranden, die Franks Kataster in Göttingen genutzt haben, empfehlen es bei anderen Unis weiter.

Messe ist Kostenfrage

„Wir haben zwar seit Jahren mehr keinen eigenen Cebit-Stand, begleiten aber nun mit zwölf, 13 Kollegen unsere Kunden zu den verschiedenen Herstellern“, sagt Florian Reinbold, Vertriebs- und Marketingleiter bei der Einbecker Firma Mod IT. Als herstellerunabhängiger IT-Dienstleister wolle die Mod IT Kunden nicht ein bestimmtes Produkt verkaufen, sondern suche mit dem Kunden für ein bestimmtes Problem eine Lösung. Die dazu benötigte Technik würde gemeinsam ausgewählt. Mod IT beschäftigt an den Standorten Einbeck und Hannover 80 Mitarbeiter.

Von Michael Caspar

 
Themen der Cebit 2015

Unter dem Kunstwort „d!conomy“ soll die Cebit in diesem Jahr über die digitale Transformation aller Lebensbereiche informieren. Damit ist die allgegenwärtige Digitalisierung gemeint, die das berufliche und gesellschaftliche Umfeld immer stärker prägt. Darunter fallen die Themen Big Data, Cloud Computing, sowie Mobile und Social Security. 

Das Internet der Dinge und die allumfassende Vernetzung sind für die Entwicklung von Geschäftsmodellen, Fertigungsprozessen und Produkten in allen Wirtschaftszweigen zentral. Das Internet der Dinge bezeichnet die Abkehr vom Desktop-PC als primärem Zugang zum Internet. Stattdessen sollen auch Gegenstände in Firmen und Fabriken direkt vernetzt werden und im Stande sein, auch große Datenmengen intelligent zu verarbeiten.

Zu diesen Themen präsentieren mehr als 3200 Aussteller aus aller Welt ihre Ideen.  Als die Cebit als Besuchermesse noch erfolgreich war, kamen bis zu 8000 Aussteller nach Hannover.

 
Tickets und Öffnungszeiten

Die Cebit auf dem Messegelände in Hannover ist vom 16. bis 20. März täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Das Tagesticket kostet im Vorverkauf 55 Euro, an der Tageskasse 60 Euro.

Ermäßigte Tickets für Schüler, Studenten, Auszubildende, den Freiwilligen Wehrdienst und den Bundesfreiwilligendienst sind gegen Vorlage des Lichtbildausweises an den Tageskassen für 25 Euro erhältlich. Menschen mit Behinderungen erhalten an allen Tagen gegen Vorlage des Behindertenausweises ein ermäßigtes Tagesticket an den Tageskassen. Eine eingetragene Begleitperson erhält freien Eintritt.

Dauertickets kosten im Vorverkauf 105 Euro, an der Tageskasse 110 Euro. Darüber hinaus gibt es für je 180 Euro Premium-Tickets, die zusätzlich Zugang zur Premium Lounge , zum Shuttleservice und zur Garderoben- und Gepäckaufbewahrung beinhalten.

► Weitere Infos: www.cebit.de

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