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Barteroder Feinkost hat Insolvenz angemeldet

Elchrahmsüppchen und Bihun-Suppe Barteroder Feinkost hat Insolvenz angemeldet

Zum 1. Juli ist beim Amtsgericht Göttingen das Insolvenzverfahren für die Barteroder Feinkost GmbH mit Sitz in Barterode, Gemeinde Adelebsen, eröffnet worden. Als Insolvenzverwalter wurde der Braunschweiger Rechtsanwalt Peter Steuerwald bestellt. Löhne und Gehälter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert.

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Bihunsuppen-Ausschank 2013 im Kauf Park Göttingen durch Marc Fischer und Ester Linz.

Quelle: Heller

Barterode. Das Unternehmen mit seinen zuletzt etwa 100 Mitarbeitern ist insbesondere durch sein jährliches Bihunfest sowie durch die Stiftung des Elch-Rahm-Süppchens für den Gewinner des Satirepreises Göttinger Elch bekannt.
Dosensuppen haftet in aller Regel nichts Kultiges an – und doch schaffte es die Barteroder Feinkost GmbH, sich überregional bekanntzumachen.

Dazu trug vor allem das alljährliche, legendäre Bihunfest bei. Drei Tage dauerte das Event mit Volksfestcharakter, das seit 1976 alljährlich am ersten Oktober-Wochenende stattfand und bis zu 30 000 Menschen auf das Barteroder Betriebsgelände lockte. Die Besucher brachten Geschirr und Löffel selbst mit und konnten dafür so viel essen wie sie wollten – bis zu 20 000 Liter Suppe wurden mitunter ausgeschenkt.

Eine organisatorische Herausforderung, denn alle Abteilungen – Lager, Produktion, Technik und Verwaltung – arbeiteten mehrere Tage vor und nach der Veranstaltung. Bis zu sechs Tage musste der Betrieb dafür in der Hauptsaison schließen.Der Aufwand war 2013 zum ersten Mal nicht zu leisten, weil die vollen Auftragsbücher es nicht zuließen. Das Fest fand im kleinen Maßstab im Göttinger Kaufpark statt. 2014 fiel es gar aus.

Der Lebensmittelhersteller wurde 1976 in den Räumen einer ehemaligen Molkerei vom Inhaber eines indonesischen Restaurants in Göttingen gegründet. Grund war die rasant steigende Nachfrage nach indonesischer Bihunsuppe. Kurze Zeit später gehörte die exotisch-pikante Glasnudelsuppe als Tiefkühlprodukt zum Sortiment der Feinkost-Abteilungen einer Warenhauskette.

1998 wurde der Betrieb dann durch die Münchener Familie Loibl übernommen, die sich an die Neuausrichtung des Geschäfts machte: vom reinen Produktionsbetrieb für Bihunsuppe zum modernen Markenhersteller unter dem neuen Namen Barteroder Feinkost GmbH. Heute produziert das Unternehmen für den deutschen Lebensmittelhandel rund 160 verschiedene Produkte.

Das Unternehmen entwickelte sich gut und schnell. Das Jahr 2013 war ein sehr erfolgreiches und doch reichen die Ursachen für die Insolvenz bis hierhin zurück. „Wir konnten 2013 gar nicht alle Aufträge bedienen“, erzählt Geschäftsführer Thomas Loibl. „Also sind wir mit einer positiven Erwartung in das Jahr 2014 gegangen und hatten unseren Personalbestand und die Produktion darauf ausgerichtet.

Dann sind uns aber Aufträge eines Großkunden weggefallen, die nicht absehbar waren. Das führte zu einem schlechten Jahr 2014. Mit diesen Altlasten kämpft man zunächst und versucht Lösungen zu finden.“ Doch jetzt zum Sommer musste Loibl die Notbremse ziehen, denn im Sommerloch wird wenig heiß und damit wenig Suppe gegessen. Loibl hoff nun, dass sich ein Partner oder Investor findet, um den Standort Barterode zu erhalten.

Angesichts der starken Investitionstätigkeit in moderne Produktionsanlagen ist Adelebsens Bürgermeister Holger Frase zuversichtlich, dass sich ein Investor finden wird. Zumal auch durch die Lage es nicht weiter stört, wenn geruchsintensive Suppen zubereitet werden.

Von Sven Grünewald

Die Barteroder und der Elch

Seit elf Jahren produziert und spendet die Barteroder Feinkost als Sonderabfüllung das Elch-Rahm-Süppchen, das in einer Auflage von 99 Dosen dem Gewinner des Satirepreises Göttinger Elch namentlich gewidmet ist. „Die Barteroder Feinkost ist ein toller Sponsor“, sagt Hilmar Beck, Fachbereichsleiter Kultur bei der Stadt Göttingen. „Jemand, der das gerne macht, gerne kommt und der hinter dem Preis steht.“ Auf die Barteroder ist man eher zufällig gekommen und wechselte – denn diese war regional und die Suppe schmeckte besser.  Zuvor bezog man das Elch-Süppchen aus Süddeutschland. Auch Beck hofft, dass es in Barterode weitergeht. „Der Elch-Preis ist ohne Rahmsüppchen nicht vorstellbar“, so Beck. Doch Loibl ist sich sicher:  „Das Elch-Süppchen wird bei uns auch nächstes Jahr noch produziert.“

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