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Wohin mit der Gülle?

Probleme mit der Umsetzung der Düngeverordnung Wohin mit der Gülle?

Die gesetzlichen Vorgaben zum Düngen mit Gülle und Gärresten lassen sich – insbesondere in Wasserschutzgebieten – technisch kaum noch umsetzen. Darauf macht die Reinhäuser Geries Ingenieure GmbH aufmerksam. Derzeit wird eine Novellierung der Düngeverordnung erarbeitet, die die Anforderungen weiter erhöht.

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Düngen: kein einfaches Thema.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Seit langem nutzen Bauern Gülle aus der Viehhaltung, um ihre Felder zu düngen. In den vergangenen Jahren kamen noch die Gärreste aus Biogasanlagen hinzu. „Diese Praxis ist in die Kritik geraten, weil beim organischen Material der Stickstoff, anders als bei Mineraldünger, den Pflanzen nicht sofort zur Verfügung steht“, erläutert Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolks Göttingen, das Problem. Das Material gebe den Stickstoff je nach Temperatur und Feuchtigkeit unterschiedlich schnell ab. Die Menge lasse sich daher schlecht dosieren.

Sperrzeiten

„Mit der bevorstehenden Novellierung der Düngeverordnung begrenzt nun der Gesetzgeber die Menge an Stickstoff, die Bauern ausbringen dürfen“, führt Carsten Drewes vom Büro Geries Ingenieure aus. Außerdem gibt es Sperrzeiten. Gülle und Gärreste dürfen nur von Februar bis Mitte Mai ausgebracht werden. In Wasserschutzgebieten können Bauern nach der Ernte bis September nur dann noch einmal düngen, wenn sie eine Zwischenfrucht oder Raps anbauen. Die kürzeren Zeitfenster zwingen die Landwirte, Gülle und Gärreste zwischenzulagern.

Eine weitere Herausforderung: „Die sogenannte Schlitztechnik zur Ausbringung funktioniert bei kleinen Düngermengen nicht mehr richtig“, erläutert Drewes. Bei dem Verfahren schneidet eine Metallscheibe den Boden auf. In den Schlitz wird die Gülle eingespritzt, die so schnell versickert. Das mindert die Belastung durch Gerüche und Ammoniak. Aufgrund der Vorgaben müssen die Bauern den Druck beim Spitzen nun drosseln, damit nicht zu viel Gülle in den Boden gelangt.

"Nur bis zu einer bestimmten Grenze“

„Das geht nur bis zu einer bestimmten Grenze“, führt Drewes aus. Danach verstopfen die Düsen durch die festen Bestandteile in der Gülle oder den Gärresten. Damit die niedrigen Werte trotzdem erreicht werden, muss das Fahrzeug schneller fahren. Das ist aber auch nur bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit möglich. Danach vibriert das Fahrzeug auf den unebenen Ackerboden so stark, dass Gülle und Gärreste nicht mehr genau im Schlitz landen. Ein Teil des Stickstoffs verdunstet dann.

Mit ihren Versuchen will Geries Ingenieure einerseits zeigen, dass gar nicht so viel Stickstoff im Grundwasser landet, zum anderen, dass es derzeit kaum technische Möglichkeiten zur Umsetzung der Novellierung gibt. Man hofft, dass der Landkreis Göttingen zunächst etwas großzügiger in der Interpretation der Verordnung sein wird.

Wassergroschen finanziert Beratung

Mit dem Wassergroschen, den Wasserversorger dem Land zahlen müssen, finanziert Hannover Beratungen zum Gewässerschutz. Im Landkreis Göttingen übernimmt das Reinhäuser Büro Geries Ingenieure diese Aufgabe. „Wir erstellen Analysen, führen Versuche durch, beraten Landwirte und informieren mittels Rundschreiben“, führt Carsten Drewes vom Ingenieurbüro aus.

Im Wasserschutzgebiet Tiefenbrunn des Wasserverbands Leine Süd führt das Büro derzeit einen Versuch mit unterschiedlich hohen Gärrestmengen zu der Fruchtart Raps durch. „Wir untersuchen, wie viel Stickstoff der Raps verwertet und wie viel im Boden verbleibt“, erklärt Drewes. Überschüssiger Stickstoff kann während des Winters ins Grundwasser ausgewaschen werden.

Die Landwirte, betont der Agraringenieur, hätten ein Interesse daran, den Wert niedrig zu halten. Unnötig eingebrachter Stickstoff mindere ihren Ertrag. Die Ergebnisse seien zudem für die Untere Wasserbehörde von Interesse, die die Wasserschutzgebietsverordnung umsetze.

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