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Erpressersoftware und Geheimüberweisungen

Betrugsmaschen werden ausgefeilter Erpressersoftware und Geheimüberweisungen

Genau hinschauen: Zuletzt haben Landeskriminalämter vor dem Geschäftsführer-Schwindel und Schadsoftware in Bewerbungsmails gewarnt. Im Erfolgsfall der Täter können hohe Schäden entstehen. Die Maschen ändern sich, daher kommt es auf die Prävention und die Mitarbeiter an.

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IT-Sicherheitsexperten versuchen, Schwachstellen in Programmen und Webseiten zu finden.

Quelle: Carmen Jaspersen (dpa)

Göttingen. Beim Geschäftsführer-Schwindel oder auch CEO-Fraud verschaffen sich die Betrüger Informationen über die Struktur und Geschäftsabläufe im Zielunternehmen sowie über die Mitarbeiter. Dann treten die Täter bei Abwesenheit der Geschäftsführung an Mitarbeiter mit Zeichnungsberechtigung heran und geben in gefälschten E-Mails vor, der Geschäftsführer zu sein.

Unter Aufforderung zur strikten Geheimhaltung sollen teils Millionensummen, beispielsweise für eine Firmenübernahme, überwiesen werden. Durch das Auftreten als Geschäftsführer wird erheblicher Druck auf den Mitarbeiter ausgeübt. Die Kontaktaufnahme wirkt authentisch, da die Täter wissen, wie in dem Unternehmen kommuniziert wird, zudem passt der Überweisungszweck zur Unternehmensstrategie.

Nach Auskunft des Landeskriminalamts gab es in Niedersachsen nur wenige vollendete Taten, wenn dann können aber gleich hohe Schäden entstehen. Aus dem Bereich der Polizeidirektion Göttingen ist bislang nur ein Betrugsversuch aus dem Raum Hameln/Holzminden bekannt geworden. Das LKA empfiehlt einen klaren Dialog mit den Mitarbeitern über feste Regeln für Überweisungsvorgänge sowie Vorgehensweisen bei Entscheidungen. Mitarbeiter sollten zudem genau hinschauen und die Schreibweisen in E-Mails kontrollieren und im Zweifel den Vorgesetzten informieren.

Aktuell und pünktlich zu Bewerbungsphase und Ausbildungsbeginn wird derzeit Schadsoftware mit als Bewerbung getarnten E-Mails verschickt. Auch hier klingen die Absender realistisch und enthalten „Bewerbungsunterlagen“ im Dateianhang. Werden diese angeklickt, wird die Schadsoftware aktiviert und verschlüsselt Daten, die gegen Zahlung eines Lösegelds wieder freigegeben werden.

Eine Abfrage der Polizeidirektion Göttingen bei ihren nachgeordneten Dienststellen ergab, dass solche Bewerbungsmails auch in Südniedersachsen auftauchen, aber mit „insgesamt relativ geringen Fallzahlen“, so Michael Weiner - etwa 15 bis 50 Fälle. Auch bei dieser Betrugsmasche komme der Mitarbeitersensibilisierung eine hohe Bedeutung zu. Anhänge und Links von unbekannten Absendern sollten auf Plausibilität geprüft und unbekannte Dateianhänge nicht geöffnet werden.

Täuschungsversuche würden immer trickreicher, sagt Sabine Hillmer, die bei der IHK Hannover unter anderem Ansprechpartnerin für Sicherheitsfragen ist. Durch die täglich hohe Zahl an E-Mails lasse sich eine gewisse Abstumpfung im Umgang damit beobachten. „Daher ist es wichtig, auf sein Unterbewusstsein zu achten. Wenn man das Gefühl hat, irgendetwas stimmt da nicht, sollte man aufmerksam werden.“

Bei Cybersicherheit hilf ZAC

Die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) beim Landeskriminalamt in Hannover bietet Unternehmen, Behörden und Verbänden sowohl präventiv als auch nach einem Angriff durch Cyberkriminelle Beratung und Unterstützung rund um das Thema Cybersicherheit an. Nach Einschätzung der IHK Hannover ist der Bereich des Wirtschaftsschutzes beim LKA sehr stark, es gibt zudem aufgrund vieler Vorträge und Beratungen eine enge Zusammenarbeit.

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