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„Deutschland ist das Land der Fragen“

Bildungsgenossenschaft informiert über Anerkennung ausländischer Abschlüsse „Deutschland ist das Land der Fragen“

Welche ausländischen Berufs- und Studienabschlüsse bedürfen einer offiziellen Anerkennung und wie erfolgt sie? Diese und ähnliche Fragen waren Inhalt einer Veranstaltung, die die Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen (BiGS) im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur ausgerichtet hat.

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Rund drei Millionen der in Deutschland lebenden Menschen verfügen über einen im Ausland erworbenen Berufs- oder Studienabschluss.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Wie belege ich meine Qualifikationen, wenn ich meine Dokumente nicht auf die Flucht mitnehmen konnte? Müssen auch englischsprachige Zeugnisse übersetzt werden? Auf welchem Level kann ich mit meinen Vorkenntnissen an der Uni weiterstudieren? Nur eine kleine Auswahl der Fragen, die die rund 30 Besucher den beiden Referentinnen der BiGS, Natalia Hefele und Christina Hammer, stellten. Die Frauen und Männer kommen aus den unterschiedlichsten Ländern, unter anderem Syrien, Afghanistan, Palästina, Griechenland, Österreich und Kolumbien. Rund drei Millionen der in Deutschland lebenden Menschen verfügen über einen im Ausland erworbenen Berufs- oder Studienabschluss und sogar rund elf Millionen Menschen haben im Ausland eine Art von beruflicher Qualifikation erlangt oder eine Bildungseinrichtung besucht.

Die Migranten verfügen über die unterschiedlichsten beruflichen Qualifikationen, zum Beispiel Kinderarzt, Bauingenieurin, Betriebswirt, Heilpraktiker, Tischler, Fachlagerist, Biologie-Student und Laborassistent. Sie alle eint, dass sie in Deutschland arbeiten, studieren oder eine Ausbildung absolvieren wollen. Wofür es faktisch notwendig und in einigen Fällen auch gesetzlich vorgeschrieben ist, vorher ihre Qualifikationen festzustellen.

Dafür gibt es seit 2011 das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“. Unter anderem besagt es, dass jeder einen Anspruch auf Feststellung seiner Qualifikationen hat, dass diese Feststellung nicht länger als drei Monate dauern darf und dass nicht nur der formale Abschluss, sondern auch Berufserfahrung zählt. Die Gebühren dafür variieren stark, liegen – je nach Aufwand – zwischen 25 und 1000 Euro.

Für diejenigen, die über keine Dokumente verfügen, gibt es alternativ das sogenannte Kompetenzfeststellungsverfahren. Dabei demonstriert der Prüfling in einem Praxistest seine Kompetenzen – eine Methode, die vor allem für viele Syrer in Betracht kommt, die allerdings auch nicht gerade günstig ist.

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Feststellung der Qualifikationen für alle Berufe im Gesundheitswesen, in der Verwaltung, der Pädagogik, der Rechtspflege, der Wirtschafts- und Steuerberatung sowie aller Tätigkeiten mit Meisterzwang. Für alle anderen Berufe nicht – wobei viele Arbeitgeber allerdings trotzdem auf einer Feststellung bestehen, diese also faktisch notwendig ist, wie Hammer betonte.

Hefele legte den Besuchern ans Herz, immer wieder Fragen zu stellen: „Deutschland ist das Land der Fragen – schrecken Sie nicht zurück, sich zu informieren, wenn Sie etwas nicht wissen oder nicht verstehen.“

Die Schwierigkeit, den Referenzberuf zu finden

Da für die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen am Ende immer die verschiedenen Kammern zuständig sind, gibt es viele Anlaufstationen, die sich für Außenstehende nicht immer gleich erschließen. Das zentrale Portal www.anerkennung-in-deutschland.de stellt dafür eine Suchmaschine bereit, die je Beruf schon einmal die richtige Adresse verrät. „Das ist mittlerweile ausgereift“, sagt Christina Hammer. Zu praktisch jedem Beruf gibt es hier Auskunft.

Der Haken dabei: Um einen Berufsabschluss als gleichwertig anerkennen zu lassen, muss es einen deutschen Referenzberuf geben. „Das ist oft schwierig, weil die Antragssteller das deutsche Ausbildungssystem nicht kennen“, so Hammer. Dabei helfen dann die Anerkennungsberatungen weiter. Inzwischen laufe das auch ganz gut, die Anerkennungszahlen nehmen zu. Schwierig sei es hingegen insbesondere bei Lehrern, Erziehern und syrischen Ärzten.

Die Beratungszahlen bei der BiGS zeigen ebenfalls einen starken Aufwärtstrend: 2015 gab es 313 Erstberatungen, 2016 sind es bislang schon 188 sowie 200 Folgeberatungen. Dabei handele es sich oft um die Fortsetzung von Erstberatungen aus den Jahren 2014 und 15 – inzwischen wurden Anträge beschieden und reichten die Sprachkenntnisse aus. „Dann zeigen wir Bildungswege auf“, sagt Hammer. sg

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