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„Bosch geht in Göttingen eine große Verpflichtung ein“

Bosch „Bosch geht in Göttingen eine große Verpflichtung ein“

Trotz Teilschließung und Entlassung von 150 Mitarbeitern bleibt der Bosch-Standort in Göttingen langfristig erhalten. Ein Verhandlungserfolg für die Gewerkschaft IG Metall. Doch auch Bosch setzt damit ein Zeichen – für den gesamten Konzern.

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Der Bosch-Standort im Göttingen scheint langfristig gesichert.

Quelle: Alciro Theodoro Da Silva

Göttingen. Der Standort der Robert Bosch GmbH in Göttingen wird zum Jahresende teilgeschlossen, darauf hatten sich Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretungen Ende Oktober geeinigt. Hintergrund ist die mangelnde Rentabilität der Produktion am Bosch-Standort in Göttingen. Dort werden gebrauchte Fahrzeugteile wieder instandgesetzt und auf Erstausrüstungsqualität gebracht. Insbesondere die Instandsetzung von Startern und Generatoren sei bei den vergleichsweise hohen deutschen Lohnkosten nicht mehr wettbewerbsfähig und profitabel. Aus diesem Grund werde die Produktion an Standorte in Krakovets (Ukraine) und in Bernolakovo (Slowakei) verlagert. Am Standort Göttingen wolle sich der Konzern Bosch zukünftig auf technologisch hochwertige Erzeugnisse konzentrieren. Rund 150 Mitarbeiter werden in Göttingen entlassen. 300 Mitarbeiter dürfen bleiben. Ein Verhandlungserfolg für die IG Metall. Verhandlungsführer Manfred Zaffke zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Mehr war nicht herauszuholen“, betont der IG-Metall-Bevollmächtigte.

Noch im Frühjahr 2017 waren die Aussichten für die Erhaltung des Bosch-Werkes in Göttingen alles andere als gut. Nach zähen Verhandlungsrunden konnten sich die Verhandlungsparteien in wesentlichen Fragen zum Bosch-Standort Göttingen nicht verständigen, hatte die IG Metall damals mitgeteilt. Drei Monate später, im Juni, schienen die Verhandlungen schwerer denn je zu sein. Die Kehrtwende kam erst im Oktober.

„Mit dem Zukunftssicherungstarifvertrag geht Bosch langfristig eine große Verpflichtung ein“, betont Zaffke. Denn immerhin habe sich Bosch in diesem Vertrag zehn Jahre an einen Tarifvertrag gebunden. „Das ist eher ungewöhnlich“, sagt Zaffke. Den verbleibenden rund 300 Arbeitnehmern der Robert Bosch Aftermarket Solutions werde zudem garantiert, dass es bis Ende 2023 nicht zu betriebsbedingten Kündigungen komme. Bis 2025 sollen diese nur mit Zustimmung des Betriebsrates möglich sein. Bosch sichert zudem bis 2022 eine Investitionssumme von mindestens zehn Millionen Euro für Innovation und Qualifikation am Standort Göttingen zu. „Indirekt ist das ein langfristiges Bekenntnis zum Standort Göttingen, aber auch ein Zeichen für andere Standorte innerhalb des Konzern“, so Zaffke. Bosch wolle laut Zaffke zeigen, dass es möglich ist, ein Werk wie Göttingen in Deutschland sozialverträglich umzustrukturieren, dass es zukunftsfähig ist.

Ende 2012 waren in Göttingen noch rund 690 Mitarbeiter beschäftigt, 2013 rund 650, im Jahr 2014 etwa 630 und Ende 2015 nur noch 590 Mitarbeiter. Anfang 2018 werden nur noch 300 Mitarbeiter bei Bosch beschäftigt sein. „Für die Mitarbeiter, die gehen müssen, nimmt Bosch viel Geld in die Hand“, erklärt Zaffke. Damit die entlassenen Mitarbeiter wieder in Arbeit kommen, werde zum 1. Januar 2019 in Göttingen eigens eine Transfergesellschaft gegründet. Zudem werde ein Sozialplan erarbeitet. Auch die verbleibenden Mitarbeiter machen Zugeständnisse. Um zusätzlich Kosten einzusparen und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, verzichten die Mitarbeiter auf einen Teil ihrer Bezüge und haben einer Arbeitszeiterhöhung von 35 auf 37,5 Stunden zugestimmt.

Von Bernard Marks

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