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„Chefinnenabend“ bringt Frauen zusammen

Göttingen „Chefinnenabend“ bringt Frauen zusammen

Immer am ersten Mittwoch eines Monats findet der „Chefinnenabend“ der Göttinger Gründungsberatung Mobil statt. Um die 20 Frauen nutzen regelmäßig die Gelegenheit, sich in privater Runde Feedback für Unternehmensprobleme zu holen – und auch untereinander Geschäfte anzubahnen.

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„Chefinnenabend“ in Göttingen

Quelle: Wenzel

Göttingen. „Es gibt weniger Frauen in Selbstständigkeit als Männer. Und Frauen sind leiser“, sagt Tina Bergmann von der Gründungsberatung Mobil, die den Chefinnenabend organisiert. Weil ihre Firmen in aller Regel kleiner seien, aber auch durch ihr persönliches Auftreten. Ja, die 20 Unternehmerinnen, die zum „Chefinnenabend“ gekommen sind, sind weit überwiegend Soloselbständige ohne Mitarbeiter – vor der Gründung, noch am Anfang, schon lange am Markt und aus ganz unterschiedlichen Bereichen: Von der Hilfe beim Umgang mit norwegischen Behörden über die Vermietung von Ferienhausbooten bis zur Organisationshilfe für „Medizintouristen“ finden sich die sehr speziellen Geschäftsideen unmittelbar neben bekannteren wie Webdesign, Physiotherapie oder Coaches.

Doch gerade von dieser Vielfalt profitieren die Anwesenden. „Wenn ich mich mit anderen Physiotherapeuten treffe, ist das immer dieselbe Perspektive. Hier bekomme ich Anregungen aus ganz anderen Blickwinkeln. Das bringt etwas in Bewegung“, sagt Ninja Braaß vom Centrum für Physiotherapie. Andere pflichten ihr bei: Man nimmt Gedankenanstöße mit, Feedback zur Visitenkartengestaltung, aber auch Sachthemen, um die es immer wieder als Schwerpunktthema eines Abends geht – Pressearbeit, Werbung, Buchhaltung, Preisgestaltung. Und noch etwas entsteht regelmäßig aus der Runde, zu der jedes Mal auch andere Teilnehmerinnen kommen: Geschäftskontakte untereinander.

„Es geht aber auch um Motivation“, so Webdesignerin Kersten Renneberg. „Gerade als Einzelkämpfer ist es hilfreich zu sehen, dass die eigenen Probleme auch andere haben. Das motiviert, weiterzumachen – und zeigt auch Problemlösungen auf.“ Der Netzwerkabend bietet aber auch den Rahmen für diese Offenheit: „Es ist ein sehr geschützter Raum“, so erlebt es Ninja Braaß, „wenn man die eigene Situation darstellt. Das sind ja die Momente, in denen man nicht besonders toll war.“

Trotz aller Branchenunterschiede, die Alltagsprobleme ähneln sich. „Wie erhalte ich mich, bin ich langweilig geworden, weil es mich schon lange gibt?“, die Fragen begleiten Susanne Wieneke von der Musikschule Klangschmiede fortwährend. „Ich kann mich nie darauf ausruhen, dass es läuft, sondern ich muss immer rege sein.“ Auf die Formel „Neukundenakquise, Neukundenakquise, Neukundenakquise“ bringt es Kersten Renneberg. „Auftragsschwankungen sind gerade bei Kleinunternehmern ein großes Problem.“ Und es sind die vielen Kleinigkeiten, die man alle irgendwie selbst können muss – „Soloselbständige müssen eierlegende Wollmilchsäue sein, aber auch ihr Tag hat nur 24 Stunden“, fasst es Bergmann zusammen.

Entsprechend vielstimmig ist auch der Wunsch nach Unterstützung – mehr Presseartikel, ein etwas weiter geöffnetes Ohr etwa beim Ordnungsamt. Überhaupt: „In dieser kleinen Stadt ist man von einzelnen Leuten sehr abhängig, so dass man sich manchmal willkürlich behandelt fühlt“, sagt eine.

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