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CoffeeTea Company aus Kassel will neues Getränk vertreiben

Tee aus Kaffee CoffeeTea Company aus Kassel will neues Getränk vertreiben

76 Firmen und Institutionen haben sich um den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben. Nicht alle konnten gewinnen, obwohl viele Ideen und Erfindungen einen Preis verdient hätten. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer und ihre Beiträge vor. Heute: CoffeeTea Company.

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Moritz und Karl-Heinz Bartling möchten „Quuti“, ein Tee aus den Blättern der Kaffeepflanze, auch in Deutschland bekannt machen.

Quelle: EF

Kassel. „Aus den Blättern des Kaffeestrauchs lässt sich ein leckerer Tee zubereiten“, sagt Moritz Bartling (29). Zusammen mit seinem Vater Karl-Heinz Bartling (68) hat er 2013 in Kassel die CoffeeTea Company GmbH & Co. KG gegründet, die Kaffeetee in Deutschland vertreiben will. Das ist allerdings nicht so einfach. Gemäß der Novel-Food-Verordnung der Europäischen Union müssen Lebensmittel, die vor 1997 nicht in mindestens einem der Mitgliedsstaaten in größeren Mengen konsumiert worden sind, ein Zulassungsverfahren durchlaufen.

Mit Kosten von mehreren 10 000 Euro rechnen die Nordhessen. Über ein gewisses Startkapital verfügen sie. Karl-Heinz Bartling hat mehr als 30 Jahre lang in Management-Positionen gearbeitet. Mit seinem Sohn gründete er bereits 2010 eine Unternehmensberatung, die Strategieschmiede. Seither haben sie nicht nur Firmen unterstützt, sondern auch verschiedene eigene Unternehmen etwa für Softwareprodukte gegründet.

Auf die Sache mit dem Kaffeetee hat sie ein Deutscher aufmerksam gemacht, der lange in Äthiopien gelebt hat. Dort wird Quuti, wie das Getränk heißt, seit 1300 Jahren konsumiert. Hergestellt wird es aus grünen, gelben und bereits verwelkten Blättern. Nach dem Trocknen an der Sonne werden sie über dem Holzfeuer geröstet. Bartlings probierten den leicht koffeinhaltigen Tee, der auch bei langem Ziehen nicht bitter wird, und waren begeistert.

Sie sicherten sich die Unterstützung durch den äthiopischen Staat und weiterer Partner wie der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. In Afrika banden sie sich vertraglich an die Genossenschaft Amaro Gayo Coffee. In ihr sind unter der Leitung der Äthiopierin Asnakesh Thomas 2000 Kleinbauern organisiert, die auf 715 Hektar Fläche biologisch zertifiziert Kaffee produzieren. Sie können mit einer Jahresproduktion von drei Tonnen Kaffeetee starten.

Bartlings wollen auf längere Sicht 100 bis 150 Tonnen im Jahr vertreiben. Einen Online-Shop haben sie bereits eingerichtet. Derzeit suchen sie strategische Partner, die das Getränk in Einzelhandel, Gastronomie und Wellnesseinrichtungen bringen. Mit dem Abschluss des Zulassungsverfahrens rechnen die Unternehmesgründer noch 2015.

In Deutschland werden jährlich 450 000 Tonnen Kaffee konsumiert. Der Teeverbrauch liegt bei 25 000 bis 30 000 Tonnen. Der südamerikanische Mate kommt auf 500 Tonnen.

Von Michael Caspar

Verbraucherschutz oder Handelshemmnis?

Neuartige Lebensmittel und Zutaten, die vor Inkrafttreten der Novel-Food-Verordnung am 15. Mai 1997 in der Europäischen Gemeinschaft noch nicht in nennenswertem Umfang für den menschlichen Verzehr verwendet wurden, müssen ein Genehmigungsverfahren durchlaufen. Die Kosten dafür tragen die Antragssteller.

Zuständig ist in Deutschland das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, das innerhalb von drei Monaten ein Gutachten erstellt und an die EU-Mitgliedsstaaten weiterleitet. Diese haben 60 Tage Zeit, um Einwände oder Anmerkungen einzubringen. In der Regel ist anschließend eine Entscheidung der Europäischen Kommission erforderlich.

Von der Verordnung betroffen ist auch die Stevia-Pflanze, die bereits seit Jahrhunderten in Südamerika als Süßungsmittel und Tee konsumiert wird. In der EU sind nach wie vor nur extrahierte Süßstoffe der Pflanze, nicht aber weitere Bestandteile als Lebensmittel zugelassen – was umtriebige Hersteller dazu verleitet hat, die Blätter einfach als Mundspülung oder Badezusatz zu verkaufen.

Von Jonas Rohde

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