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Coherent Laser Systems ermöglicht Herstellung flexibler Bildschirme

Display-Produktion mit Laserklinge Coherent Laser Systems ermöglicht Herstellung flexibler Bildschirme

Die Bildschirme der Zukunft lassen sich biegen, rollen und falten. Die zur Herstellung von solchen flexiblen Displays notwendigen Laser entwickelt und fertigt das Göttinger Werk der amerikanischen Firma Coherent. Solche Produktionsanlagen bieten weltweit nur eine Hand voll Firmen an.

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Zeigen die Folie für die Display-Herstellung: Rolf Senczuk (links) und Ralph Delmdahl.

Quelle: Vetter

Göttingen. „Die Nachfrage nach flexiblen Displays wird in den kommenden Jahren stark wachsen“, erwartet der Göttinger Coherent-Geschäftsführer Richard Waldermann (60). Marktforscher rechnen für die Automobil- und Luftfahrtindustrie mit Wachstumsraten von 40 Prozent. Die flexiblen, hochauflösenden Displays werden die Konsolen von Autos und Flugzeugen verändern. Auf ihnen lassen sich nämlich nicht nur Informationen wie Fahrgeschwindigkeit ablesen, sie sollen in Form von Touchscreens auch Knöpfe und Schalter ersetzen.

„Aufgrund des geringen Gewichts der Folien, die nicht dicker als Geldnoten sind, lassen sie sich als Displays von Wearables, von am Körper getragenen Computern, verwenden“, sagt Ralph Delmdahl (48). Als Beispiel nennt der Chemiker, der bei Coherent mit Produktmarketing befasst ist, Smartwatches, Uhren mit Zusatzfunktionen wie etwa der Pulsmessung. In diesem Bereich werden die Wachstumsraten auf 30 Prozent geschätzt. Weitere Anwendungsfelder erschließen sich. So ist nun die Herstellung von Fernsehern mit gewölbten Bildschirm (Curved TVs) möglich.

„Bei den bisher genutzten starren Displays dienen Glasträger als Display-Unterlage“, erläutert Delmdahl. Bei den flexiblen Displays erfüllt diese Funktion eine Polymer-Kunststofffolie. Sie wird mit der rasiermesserscharfen, bis zu einem Meter langen Lichtklinge eines sogenannten Excimer-Laser vom Glasträger abgelöst. Blitze ultravioletten Lichts verdampfen dabei durch das Glas hindurch die untersten Moleküllagen der Folie.

„Rein mechanisch lässt sich die Schicht, die etwa 50 Mikrometer dünn ist, kaum abtrennen“, betont Delmdahl. Nur zu leicht würden die hochempfindlichen, oben auf der Folie aufgebrachten Display-Funktionsschichten zerstört. Sie sind zum Teil nur 50 bis 100 Nanometer stark, was dem Zweitausendstel des Durchmessers eines menschlichen Haares entspricht.

Von Michael Caspar

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