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Colwell: Aus für Göttinger Farbkartons

Käufer springt ab Colwell: Aus für Göttinger Farbkartons

Die Colwell GmbH schließt ihr Göttinger Werk zum 31. Januar 2011. Nach Insolvenz, Kurzarbeit, Personalabbau und vergeblichen Bemühungen um die Rettung des Standorts mit 80 Beschäftigten wird der Betrieb in der Robert-Bosch-Breite nun abgewickelt.

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Ende des Monats schließen die Werkstore: Colwell gibt eigenständige Konzerntochter in Deutschland auf.

Quelle: Hinzmann

Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise sei mit Schuld am Dilemma der Firma, begründeten die Verantwortlichen den massiven Einbruch beim Auftragseingang (-30%) im Krisenjahr 2009. Den Ausschlag allerdings für die Zahlungsunfähigkeit habe die kurzfristige Streichung von Kreditlinien durch internationale Banken gegeben. Am 27. Januar 2010 stellte Geschäftsführer Daniel Arnaud Antrag auf vorläufige Insolvenz beim Amtsgericht Göttingen (Tageblatt berichtete).
Seitdem war der Göttinger Rechtsanwalt Burghard Wegener auf der Suche nach einer Lösung. Ganz nah sei man an einem Verkauf des Göttinger Werks gewesen, berichtet der Insolvenzverwalter. Dann sei der amerikanische Interessent, die CCI, im November abgesprungen. Man habe die Immobilie nicht kaufen wollen, lautete die Begründung. Auch mit potenziellen Käufern aus Italien und Deutschland hat Wegener gesprochen – ohne Erfolg.
Im Dezember dann habe er beschlossen, das Werk zum 31. Januar 2011 zu schließen. Bereits im August war ein Sozialplan für 30 Beschäftigte mit dem Betriebsrat vereinbart worden, so dass 50 Mitarbeiter aktuell von der Schließung betroffen sind. Eine Beschäftigungsgesellschaft sei nicht in Betracht gekommen. Von den ehemals rund 80 Mitarbeitern hätten vielleicht 10 Prozent einen neuen Job, schätzt Werner Jünemann. Der Betriebsratsvorsitzende, der seit 25 Jahren im Unternehmen ist, bedauert das. „Hier geht ein Wissen verloren, das gibt es nicht noch mal“, klagt der 52-Jährige.
„Wir können den Markt nicht ersetzen“, begründet Wegener seine Entscheidung, auch wenn zurzeit Aufträge da seien. Ein paar Monate länger – „das bringt doch nichts“, meint der Göttinger. Der Colwell-Konzern selbst sei nicht mehr bereit gewesen, Geld zu investieren. Zur Insolvenz-Masse gehören Maschinen, Immobilien und das 10 000 Quadratmeter große Gelände. Bisher gebe es noch keine Interessenten. Am 22. März sollen die Maschinen versteigert werden, kündigt der Insolvenzverwalter an.
Colwell stellt Farbtonkarten für Automobile, aber auch für den dekorativen Bereich (Wandfarben) her. Mischung, Druck sowie Karten-, Block- und Fächerherstellung erfolgen in Göttingen. Wichtige Auftraggeber sind aus der Autoreparaturlack-Industrie. Das Werk Göttingen wurde 1962 gegründet, zunächst als Tochter der britischen Firma McCorquodale, gehörte später zu Norton Opax, dann zu Rexam, anschließend zu Communisis (alles britische Gesellschaften). Seit 2005 sind die Göttinger Teil des us-amerikanischen Colwell-Konzerns.

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