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DGB kritisiert Kfz-Betriebe

Gewerkschaft sieht Ausbildungsdefizite DGB kritisiert Kfz-Betriebe

Kfz-Mechatroniker ist laut Statistik der Arbeitsagentur der bei männlichen Jugendlichen beliebteste und insgesamt viertbeliebteste Ausbildungsberuf. Doch jetzt schlägt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Alarm.

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Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin: Julia Haberlah setzt bei Göttinger Firma Eckloff Bremsen instand.

Quelle: Vetter

Göttingen. In seinem „Unternehmen fehlt Ausbildungsreife“ betitelten dritten Ausbildungs-Report, den die Gewerkschaft in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) erstellt hat, werden die Ausbildungsbedingungen teilweise heftig kritisiert.

So seien von 497 in Niedersachsen und Bremen befragten Azubis nur rund zwei Drittel (68,6 Prozent) mit ihrer Ausbildung zufrieden. Mehr als jeder Zehnte müsse häufig oder immer, ein Drittel manchmal ausbildungsfremde Tätigkeiten durchführen. 43 Prozent machten Überstunden, für die jeder Fünfte (rund 8,5% aller Azubis) weder Freizeitausgleich noch Bezahlung erhält. Und nicht einmal jeder Vierte wisse, ob er nach der Ausbildung übernommen wird.

Auch in der Region sei die Situation nicht zufriedenstellend, sagt Walter Birkholz von der IG Metall Südniedersachsen-Harz. So würden Azubis an Sonnabenden regelmäßig zum Reifendienst eingeteilt. Die Zahl der Übernahmen steige zwar, sei aber immer noch zu gering, und die Abbrecherquote sei hoch.

Ausbildungspläne durchstrukturiert und professionalisiert

„Stimmt nicht“, sagt Julia Danne, Sprecherin der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. Die Abbrecherquote bei den Kfz-Mechatronikern betrage lediglich 8 Prozent, also nur rund die Hälfte der Quote aller Ausbildungsberufe (15,2%). Das bedeute, dass von einer grundlegenden Unzufriedenheit nicht die Rede sein könne.

Und wenn doch mal Probleme zwischen Betrieb und Lehrling aufträten, stelle die Kammer einen Berater, der zwischen den beiden Parteien vermittle. Obermeister Pasquale Perriello von der Kfz-Innung Südniedersachsen kann sich nicht vorstellen, dass es überhaupt Probleme gibt. „Früher mag das in Einzelfällen mal so gewesen sein, aber in den vergangenen Jahren sind die Ausbildungspläne so durchstrukturiert und professionalisiert worden, dass die Betriebe gar nicht anders können, als eine gute Ausbildung zu gewährleisten.“

„Jeder Azubi muss Ausbildungsnachweise einreichen“, so Rudolf Leyerer von der gleichnamigen Kfz-Werkstatt in Göttingen. „Wenn aus denen deutlich wird, dass seine Ausbildung nicht den Vorschriften entsprochen hat, bekommt der Betrieb Ärger.“ Sollte der betreffende Lehrling seine Gesellenprüfung nicht bestehen, so Leyerer weiter, „könnte das für den Betrieb sogar rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.“

„Bei uns sind Überstunden selten“

Kerstin Beuermann vom Autohaus Beuermann (Hann. Münden) betont unterdessen, dass gerade die kleinen Betriebe Interesse daran hätten, in ihre künftigen Gesellen zu investieren: „Wir beschäftigen doch nicht so viele Mitarbeiter, da müssen die, die wir haben, gut ausgebildet sein.“

„Bei uns sind Überstunden selten“, betonen sowohl Hans Dieter Folmer vom Autohaus Eckloff (Göttingen) als auch Leander Goldmann vom gleichnamigen Autohaus in Duderstadt: „Und wenn sie mal gemacht werden, dann vergüten wir sie zeitlich oder finanziell.“

Die beiden Geschäftsleute sagen, dass es immer schwieriger werde, gute Auszubildende zu finden. „Die jungen Leute wissen genau, was ihre Rechte sind. Ihre Pflichten nehmen sie nicht ganz so ernst.“ Die Schulnoten vieler Bewerber seien heute auch „alles andere als berauschend.“

Von Hauke Rudolph

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