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Ein Stipendium, das nicht nur mit Geld lockt

Deutschlandstipendium Ein Stipendium, das nicht nur mit Geld lockt

Das Deutschlandstipendium gibt es an der Universität Göttingen seit 2011. Der Förderbetrag beträgt pro Monat 300 Euro. Dabei stammt eine Hälfte aus der Wirtschaft, die andere vom Bund. Doch das Angebot wird aktuell nur wenig genutzt.

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Stefanie Giro (26) ist Stipendiatin bei der Firma Ecovis.

Quelle: r

Göttingen. Für die Göttinger Steuer- und Rechtsberatung Ecovis ist es bereits die dritte Förderung, die das Unternehmen im Rahmen des Deutschlandstipendiums übernommen hat. Wirtschaftsprüfer Volker Mallison erzählt, dass er die nahe Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen schätze. Mit dem Stipendium Studenten zu fördern, halte Ecovis für sinnvoll, um eine breite Aufstellung der Förderung von Fachkräften zu ermöglichen.

Die Studentin Stephanie Giro (26) nahm sich wie viele nach der Schule ein Jahr Auszeit, um sich über ihre Zukunftswünsche klarer zu werden und zu reisen. Danach verlief ihr Weg zielstrebig. Die Göttingerin absolvierte eine Ausbildung zur Physiotherapeutin und begann dann ein duales Studium im selben Fachbereich. Im kommenden Semester schreibt sie ihre Masterarbeit im Studiengang Sportwissenschaften mit dem Schwerpunkt Prävention und Rehabilitation an der Georgia Augusta. Ihr Deutschlandstipendium, das von der Steuer- und Rechtsberatung Ecovis Deutschland gefördert wird, bietet ihr die Freiheit ohne Geldnot zu studieren. Giro betont, dass sie sich durch die Förderung nicht unter Druck gesetzt fühle, sondern die Finanzspritze (300 Euro pro Monat) eher als eine Erleichterung sehe: „Ich muss nicht drüber nachdenken noch einen Nebenjob anzunehmen und kann mir eine Reise gönnen ohne ewig darauf hinzusparen“, sagt sie.

Ein verbreitetes Vorurteil: Stipendiatinnen sind immer nur am Lernen für ihre guten Noten? Stimmt nicht. Trotz der Priorität gute Leistungen in seinem Studienfach nachweisen zu können, zählt gesellschaftliches Engagement zu den Kriterien für die Auswahl der Studierenden, bestätigt Sarah Ahlborn, Verantwortliche für das Deutschlandstipendium im Bereich Fundraising der Universität Göttingen. Das Stipendium wird zur Hälfte von Förderern wie Unternehmen, Stiftungen oder auch Privatpersonen und zur anderen Hälfte aus Töpfen des Bundes finanziert. Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt an der Uni dann nach einem Aufwertungssystem. Jedes maßgebliche Kriterium setzt den Notendurchschnitt des letzten Abschlusszeugnisses beziehungsweise der bisherigen Studienleistungen um eine festgelegte Punktzahl nach oben.

Nichtsdestotrotz gibt es für Förderer die Möglichkeit, Wünsche für Stipendiaten in spezifischen Fakultäten oder Fachbereichen zu äußern. Letztlich gebe es aber Auflagen, die festlegen, dass Stipendien gerecht zwischen den Fakultäten aufgeteilt werde müssen, berichtet Ahlborn.

Entstehende Kontakte nutzen

Kirsten Weber vertritt als Geschäftsführerin der Arbeitgebererbandes (AGV Mitte) und der Metallindustriellen Bezirksgruppe Niedersachsen Süd die Interessen von 894 Mitgliedsbetrieben. Seit gut fünf Jahren setzt sie sich für die Möglichkeiten ein, die das Deutschlandstipendium bietet. Zurzeit fördert der Verband vier Stipendiatinnen: sowohl an der Universität, wie auch an der HAWK und der privaten Hochschule (PFH).

Weber berichtet: „Der Kontakt zu den Geförderten fällt ganz unterschiedlich aus. Einige freuen sich einfach über den finanziellen Puffer, andere nutzen die Kontakte intensiv für Praktika und dafür Kontakte für ihre berufliche Zukunft zu knüpfen.“ Ihr lege es vor allem am Herzen die Region mit Fachkräften zu stärken und damit wirtschaftlich attraktiver zu machen. Beim Deutschlandstipendium geht es ihrer Meinung nach darum, dass sowohl Fördernde als auch Geförderte neben dem finanziellen Aspekt möglichst viel aus dem Stipendium ziehen können. Das höre nicht nach einen Förderjahr auf.

Derzeit gibt es dafür einen Stammtisch, an dem Beteiligte einmal im Monat gemeinsam diskutieren können. Die Universität will diesbezüglich einige Änderung im kommenden Förderjahr vornehmen und dabei mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) zusammenarbeiten. Ahlborn erklärt, dass es Veranstaltungen in den Betrieben der Förderer geben soll, bei denen der Austausch zwischen allen Beteiligten durch Impulse zu Themenschwerpunkten unterstützt wird. Es bestehe aber eindeutig noch sehr viel Potenzial für die Region und das Deutschlandstipendium.

Je nach ihrer Studierendenzahl erhalte eine Hochschule eine jeweilige Anzahl an Stipendien, die sie anschließend vergeben darf. „Das wären an der Universität über 450 Stipendien. Bisher vergeben wir allerdings leider erst 141.“, erzählt Ahlborn. Es gebe zwar genug interessierte Studenten an einem Stipendium – leider fehlen aber die förderinteressierten Unternehmen. Von allen Seiten tönt deshalb der Aufruf an regionale Unternehmen, mit einem Deutschlandstipendium vermehrt in die Zukunft der Region zu investieren.

Wem die 1800 Euro für ein Jahr Förderung doch zu viel sein sollten, der kann sich auch an einem Sammelstipendium beteiligen. Schon eine einmalige Spende kann dann einen Teil eines Stipendiums finanzieren.

Die nächste Infoveranstaltung für Stipendiatinnen findet am 13. Dezember im ZHG statt. Die genaue Aufschlüsselung zu Auswahlverfahren finden Interessierte auf der Seite der Universität zum Deutschlandstudium unter: www.uni-goettingen.de

Von Leslie Wathsack

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