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EPIZ-Veranstaltung: Göttinger Kunden verlangen Sicherheit

Fairer Handel überzeugt nicht jeden EPIZ-Veranstaltung: Göttinger Kunden verlangen Sicherheit

Hilft fairer Handel wirklich? Das war das Thema einer vom Entwicklungspolitischen Informationszentrum (EPIZ) organisierten Veranstaltung im Gemeindesaal St. Johannis.

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Heftige Diskussionen mit den Zuhörern: Ralph Wüstefeld, Thorsten Bothe, Martin Schüller und Thomas Kopp (von links).

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Nach den Vorträgen von Ralph Wüstefeld (Geschäftsführer von Contigo), Thomas Kopp (Uni Göttingen) und Martin Schüller (Transfair), kam es zu einer Diskussion, bei der ein Teil der rund 50 Zuhörer die Vortragenden teilweise scharf anging.

„3500 Menschen haben durch die Zusammenarbeit mit Contigo ein Auskommen“, sagte Wüstefeld und betonte, dass es zu keinen Verhandlungen zwischen seiner Firma und den Herstellern käme: „Wenn wir die Möglichkeit sehen, ihr Produkt in Europa auf den Markt zu bringen, zahlen wir ihnen den Preis, den sie verlangen.“

Kopp wies auf die positiven Auswirkungen des fairen Handels auf die Produzenten hin. Sie erzielten höhere Nettoeinnahmen, hätten durch den garantierten Mindestpreis Planungssicherheit und gewännen durch Verhandlungen auf Augenhöhe an Würde und Selbstbewusstsein.

Kräfteverhältnisse im Welthandel

Schüller ergänzte, dass der faire Handel die Diskussion über die ungleichen Kräfteverhältnisse im Welthandel am Laufen halte, zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitrage, die Kinderarbeit verringere und vor allem den Kleinbauern zugute komme.

Damit hatten die drei Referenten – deren Ausführungen teilweise sehr wissenschaftlich und zahlenlastig waren – in ihren Augen die dem Abend zugrunde liegende Frage „hilft fairer Handel wirklich?“ positiv beantwortet.

Nicht jedoch in den Augen eines Großteils der Zuhörer. Sie nannten Studien und Filme, in denen Herstellern und Händlern, die mit einem Fairer-Handel-Siegel für ihre Produkte werben, Betrug vorgeworfen wird. Der allgemeine Tenor: Verunsicherung.

„Ich weiß nicht mehr als vorher“

Kommt das Geld, das man für fair gehandelte Produkte ausgibt, immer Bedürftigen zugute? Oder ist alles nur ein großer Schwindel? „Weder noch“, so Schüller. Insgesamt sei fairer Handel jedoch eine gute Sache: „Er kann nicht alle Probleme lösen, aber es ist gut, dass es ihn gibt“.

Eine Antwort, die dem Publikum nicht reichte. „Ich weiß nicht mehr als vorher“, so ein Zuhörer im Hinausgehen. Ein anderer hatte sich noch während der Diskussion mit einem lauten „Auf Wiedersehen“ verabschiedet. Verwundert zeigte sich Moderator Thorsten Bothe, Brot-für-die-Welt-Beauftragter der evangelischen Kirche: „Warum wird ausgerechnet der faire Handel mit so vielen kritischen Fragen konfrontiert?“

Von Hauke Rudolph

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