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Ein Sakko aus Granit

Wilvorst Herrenmoden stiftet zum 100-jährigen Bestehen Steinskulptur Ein Sakko aus Granit

Ein Sakko schält sich aus dem fünf Tonnen schweren Granitblock heraus. Professor Wolf Bröll hat die zwei Meter hohe Skulptur geschaffen. Sie wurde anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Wilvorst Herrenmoden auf dem Kreisel vor dem Northeimer Unternehmen in der Stettiner Straße 6 enthüllt.

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Zum 100-jährigen Jubiläum der Firma Wilvorst wird auf der Verkehrskreisel eine Statue enthüllt.

Quelle: Harald Wenzel

Northeim. Wilvorst gehört mit 262 Mitarbeitern, davon 120 Beschäftigten in der Produktion, zu den letzten deutschen Bekleidungsherstellern, die noch in größerem Umfang in Deutschland fertigen. „Wir haben konsequent auf Marken gesetzt“, erklärte Geschäftsführer Karl-Wilhelm Vordemfelde den 200 geladenen Gästen der Jubiläumsfeier. Vier Marken führe das Unternehmen.

Mit „neuen Ideen“, so der Geschäftsführer, setzten seine Mitarbeiter Trends, die dann über Jahre „gute Umsätze“ brächten. Er habe zudem, anders als Branchenkollegen, nie bei der Modernisierung des Maschinenparks gespart. 75 Prozent der Produktion habe allerdings auch er ausgelagert. Für Wilvorst seien heute in Südosteuropa vier eigenständige Firmen mit 500 Mitarbeitern tätig.

Vordemfelde holte zudem einen finanzkräftigen Partner ins Boot. Nach dem Tod seines Vaters Friedrich-Wilhelm Vordemfelde nahm er Kontakt zur Herforder Brinkmann-Gruppe (heute Bugatti Holding) auf. Seit 1993 ist sie Mehrheitsgesellschafterin. Deren Geschäftsleiter, Wolfgang Brinkmann, erklärte, dass sie zusammen „auch schwere Zeiten“ durchgestanden hätten. An die rasante Marktbereinigung, die in der deutschen Textilindustrie stattgefunden hat, erinnerte der Bielefelder Unternehmer Gerd Oliver Seidensticker, der Präsident des Branchenverbandes German Fashion ist. Vor einem halben Jahrhundert hätte es in der Branche 5600 Unternehmen gegeben. Heute seien es noch 450 Firmen.

Belegschaft und Firmenleitung hätten bisher immer tragfähige Kompromisse gefunden, betonte Regina Ries, die Vorsitzende des Betriebsrats. Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) erinnerte an die „unzähligen Bräutigame“, die Wilvorst eingekleidet hätte. Auf den Bällen der Stadt könne man 30 Jahre Wilvorst-Mode erleben, ergänzte der Geschäftsführer. Auf die zentrale Lage Northeims machte Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser (parteilos) aufmerksam. Sie habe nach dem Krieg Friedrich-Wilhelm Vordemfelde überzeugt, den in Stettin gegründeten Betrieb in Northeim neu aufzubauen. Nach Vordemfelde hat die Stadt den Kreisel benannt, den nun die Sakko-Skulptur schmückt.

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