Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Streit um Sanierungsbeitrag

Einbecker Bürgerspital Streit um Sanierungsbeitrag

Ende April ist der Sanierungstarifvertrag ausgelaufen, mit dem sich die Mitarbeiter des Einbecker Bürgerspitals an der Rettung des Krankenhauses 2013 beteiligt hatten. Die Gespräche über eine Verlängerung des Mitarbeiterverzichts stocken, das Spital behielt für Mai dennoch 8,5 Prozent Lohn ein.

Voriger Artikel
Monkey Burger und Wok
Nächster Artikel
„Ein Riesenerfolg“

Einbecker Bürgerspital: Streit mit Mitarbeitern um das Gehalt.

Quelle: Swen Pförtner/dpa

Einbeck. Das sei klar rechtswidrig, denn mit dem Auslaufen des Sanierungstarifvertrags sei auch die Zeit des Gehaltsverzichts der Mitarbeiter beendet und das Bürgerspital dazu verpflichtet, wieder die vollen Gehälter zu überweisen, betont die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund.

Das Bürgerspital bestätigt, dass es diesen Betrag nicht überwiesen hat. Man habe auf die seit September 2015 andauernden Gespräche mit dem Marburger Bund gesetzt, sich auf einen Zukunftssicherungstarifvertrag zu einigen. Damit sollten die Mitarbeiter weiterhin auf 8,5 Prozent des Gehalts verzichten, aber an einem positiven Jahresergebnis beteiligt werden, so Sprecherin Dorothea Liesenberg. Doch habe der Marburger Bund die Gespräche Mitte Mai abgebrochen. Für das Geschäftsjahr 2015 sei erstmals eine schwarze Null erreicht worden, doch sei es immer noch nicht möglich, die 8,5 Prozent des Gehalts zu bezahlen. Dieser Anteil sei ein wesentlicher Aspekt der Konsolidierung des Klinikums.

Der Marburger Bund macht hingegen deutlich, dass die Finanzen des Klinikums nicht mit einem weiteren Gehaltsverzicht konsolidiert werden sollen. Die Gewerkschaft Verdi, welche die nicht-ärztlichen Klinikmitarbeiter vertritt, beziffert den Beitrag aller Mitarbeiter zur finanziellen Konsolidierung des Krankenhauses und damit zu seinem Erhalt mit etwa 3,6 Mio Euro seit 2012. Wenn der Marburger Bund allerdings nicht zu Zugeständnissen bereit sei, werde auch Verdi keine Zugeständnisse machen, so die Gewerkschaft.

Am 1. Juni wurden den Beschäftigten durch die Geschäftsführung die Vorschläge des neuen Zukunftssicherungstarifvertrags mitgeteilt - und ebenso, dass „man den geltenden Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes aufkündigen und bereits jetzt Gehaltsbestandteile einseitig einbehalten wolle“, so Verdi. Die Beschäftigten seien zudem dazu gedrängt worden, Einzelverträge zu unterschreiben, mit denen sie auf ihnen rechtlich zustehende Gehaltsbestandteile verzichten.

Gleichzeitig kritisiert Verdi, dass externe Gutachten Einsparmöglichkeiten bei der medizinischen Geschäftsführung des Klinikums aufgezeigt haben, aber „wir konnten bisher nicht feststellen, dass diese seit Jahren bekannten Baustellen während des Sanierungszeitraums angegangen wurden“, so Julia Niekamp, Gewerkschaftssekretärin von Verdi. „Zuletzt wurde uns Anfang 2016 Jahresbeginn die Übermittlung eines Praxiskonzepts zur Umsetzung zugesagt, das fast fertig sei. Wir kennen es bis heute nicht.“ Die fehlenden Reformen kritisiert auch der Marburger Bund. Das Bürgerspital sieht „zum jetzigen Zeitpunkt“ davon ab, Stellung zur Kritik von Verdi zu beziehen, so Dorothea Liesenberg.

Kommentar

Von Sven Grünewald

Allein die schwarze Null des Bürgerspitals scheint schon ein aus­reichendes Signal für die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund zu sein, von weiteren Konsolidierungsbeiträgen abzusehen. Dass die nicht-ärztlichen Mitarbeiter wenig Lust verspüren, einen Beitrag zu leisten, wenn die Ärzte nicht mitziehen – verständlich. Ob das zum jetzigen Zeitpunkt allerdings gut für die ­Zukunft des Klinikums ist, darf bezweifelt ­werden.

Auf der anderen Seite ist es schon dreist, dass die Geschäftsführung des Bürgerspitals einseitig und ohne Abstimmung einen Lohnanteil einbehält, ganz im stillen Vertrauen darauf, dass man sich schon noch einigen werde. Auch, dass gegenüber den Mitarbeitern offenbar eine Drohkulisse aufgebaut wird, ist ein eigenartiges Verhalten, haben doch die Mitarbeiter einen wesentlichen Anteil daran, dass es das Klinikum überhaupt noch gibt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 11.019,50 +2,27%
TecDAX 1.725,50 +1,48%
EUR/USD 1,0749 +0,30%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 23,43 +6,27%
CONTINENTAL 178,86 +4,06%
VOLKSWAGEN VZ 125,73 +3,45%
RWE ST 11,64 -2,89%
FMC 73,89 -1,35%
MERCK 91,89 -1,20%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 159,95%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 113,23%
Fidelity Funds Glo AF 91,70%
Morgan Stanley Inv AF 91,29%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt