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Endlichkeit von Phosphorreserven sorgt für instabile Düngerpreise in Göttingen

Region von Mineraldünger abhängig Endlichkeit von Phosphorreserven sorgt für instabile Düngerpreise in Göttingen

„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt...“ – Heute funktioniert die Landwirtschaft anders, als es im Volkslied beschrieben wird. Eingespannt werden im Monat März vor allem Düngemaschinen, gefüllt mit phosphathaltigem Mineraldünger. Das Problem: Der für die Landwirtschaft unverzichtbare Phosphor ist eine endliche Ressource, die nach aktuellem Forschungsstand in den kommenden 50 bis 100 Jahren aufgebraucht sein wird.

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Mit den natürlichen Phosphor-Vorkommen geht es kontinuierlich bergab – mit Folgen auch für die regionale Landwirtschaft.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Synthetischen Ersatz gibt es nicht – das führt für Landwirte schon jetzt zu einer hohen Preisvolatilität im Einkauf und hat damit ebenfalls Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise.

Phosphate sind auch in tierischen Ausscheidungen zu finden, weshalb neben Mineraldüngern auch Gülle zum Einsatz kommt. Allerdings ist der Viehbesatz in Südniedersachsen und auch in der Region Göttingen relativ gering, weshalb hiesige Bauern besonders auf Mineraldünger angewiesen sind. Das meint auch der emeritierte Professor Wilhelm Römer, der zuletzt an der Georg August Universität  Göttingen gelehrt hat. Der Agrarwissenschaftler und Experte für Phosphordynamik beobachtet die Preisschwankungen  von Phosphordünger auf dem Weltmarkt genau. Von 2007 auf 2008 ist der Preis um 300 Prozent gestiegen. Der Grund war eine Verknappung der chinesischen Phosphat-Exporte. Die Folge: Die Preise schossen nach oben, Nahrungsmittel wurden teurer und durch die Kombination der Phosphat-Importabhängigkeit von vielen Ländern und wetterbedingten Ernteausfällen kam es in vielen ärmeren Staaten zu Hungersnöten. Im Zuge der Wirtschaftskrise verbilligten sich Phosphatdünger wieder, das Preisniveau ist in den vergangenen Jahren allerdings kontinuierlich gestiegen, wie eine Studie der Weltbank gezeigt hat. Sowohl China als auch die USA haben ihre Phosphat-Exporte mittlerweile eingestellt.  Eine weitere Studie des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik im bayrischen Sulzbach-Rosenberg geht aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage von weiteren Preisverschärfungen für die Zukunft aus. „Wie lange das noch gut geht, weiß ich nicht“, sagt Römer.

Auch Achim Hübner, Geschäftsführer des Landvolks Göttingen, sagt: „Es gibt derzeit keine vernünftige Lösung für das Problem.“ Zumal die Grenzen der wirtschaftlich rentablen Produktion nicht erst durch die Endlichkeit, sondern schon durch die Kosten von Phosphor definiert seien. „Diesen Punkt erreichen wir nicht heute und nicht morgen, aber irgendwann bestimmt.“ Mineraldünger seien für die Region zentral, da viele Feldfrüchte in andere Regionen verbracht würden – samt Nährstoffen. Römer hält die Verzögerung einer ökologischen und wirtschaftlichen Gefahrenlage durch planvollen Umgang mit der endlichen Ressource für möglich. Die Region sei eigentlich untypisch für Niedersachsen, dessen Böden in vielen Regionen sogar zu viel Phosphate enthalten würden. „In Niedersachsen fehlen mehrere hunderttausend Hektar, um die anfallende Gülle sinnvoll unterzubringen.“ Die Folge des lokalen Überangebots sei ein fragwürdiger Handel mit Mist. Stattdessen rät Römer zu geschlossenen Nährstoffkreisläufen, also einer Landwirtschaft, die Futter und Nährstoffe im eigenen Betrieb herstellt. „Das ist wunderbares Recycling.“ Und ein Recycling, das in den kommenden Jahren immer wichtiger werden dürfte.

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