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Endphase der Verkaufsverhandlungen für die Mündener Kliniken

Zwischen Versorgung und Wirtschaftlichkeit? Endphase der Verkaufsverhandlungen für die Mündener Kliniken

Derzeit wird mit dem letzten verbliebenen Investor über den Verkauf der Mündener Kliniken verhandelt, bis zum Jahresende soll der Verkauf abgeschlossen sein. Während die Zusammenführung beider Kliniken schon begonnen hat, regt sich plötzlich wieder Grundsatzkritik an den Verhandlungen – zur Unzeit.

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Umzug hat begonnen: Im Dezember wird am NZN die Mündener Klinikumseinhäusigkeit hergestellt.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Die Forderung des Bieters WMC nach einem Abbau von 152 der 541 Mitarbeiterstellen in beiden Krankenhäusern, ein zeitweiser Verzicht auf Weihnachtsgeld sowie die Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 40 Stunden sei „unglaublich dreist“, berichtete Michael Kaufmann von der Linken aus einer Betriebsversammlung. Mündens Bürgermeister Harald Wegener kritisierte in einem offenen Brief zudem die vorgezogene Einhäusigkeit, die die Versorgung der Bevölkerung gefährde. Der Umzug der Abteilungen aus dem Krankenhaus Hann. Münden hat bereits begonnen.

Die Linke wiederum ließ aktuell im Kreisrat eine öffentliche Trägerschaft diskutieren (siehe Seite 15). Warum nun zum wiederholten Male diese Diskussion eröffnet wird, ist für Insolvenzverwalter Rainer Eckert nicht nachvollziehbar. Entsprechende Gespräche hätten zu „keinem tragbaren Übernahme- und Finanzierungskonzept geführt“. Die Option ist schon länger vom Tisch.

Auch Mündens Wirtschaftsförderer Rolf Bilstein, der gleichzeitig Vorsitzender des Krankenhausvereins ist, und Landtagsabgeordneter Ronald Schminke (SPD), der sich zusammen mit Gabriele Andretta (SPD) intensiv für eine Lösung für die Kliniken eingesetzt hat, verstehen die Motive hinter diesen öffentlichen Querschlägern nicht, welche die Verhandlungen gefährden würden. Von einer medialen „Schlammschlacht“ und verspäteten Diskussionen spricht Insolvenzverwalter Eckert. Diese „gefährden den Investorenprozess und somit Arbeitsplätze“.

Denn unter Dach und Fach seien die Verhandlungen keineswegs, heißt es aus verhandlungsnahen Quellen. Betriebsrat, Verdi, Insolvenzverwalter und Marburger Bund verhandelten derzeit noch über die Bedingungen und die Umsetzung der Übernahme, so Eckert. Jetzt wieder grundsätzliche Diskussionen anzustoßen, würde nichts bringen, außer allgemeine Verunsicherung zu schaffen. Schließlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Verhandlungen noch scheitern.

Die öffentliche Kritik ist zudem zu relativieren. Zur aktuellen Belegungssituation will der Insolvenzverwalter keine Angaben machen, doch nimmt die Auslastung der Kliniken seit Jahren ab, auch die Verweildauer wird kürzer. Zudem stellt man am Nephrologischen Zentrum Niedersachsen (NZN) fest, dass durch die gerüchtebedingte „Unruhe“ im Zuge des Insolvenzverfahrens Mündener Bürger teilweise in Nachbarorte ausweichen. Wird es also nicht für alle Mündener reichen, wenn nur noch die 110 Betten im NZN zur Verfügung stehen? In der Klinik teilt man die Sorge nicht, zudem ist die 110-Betten-Zeit klar begrenzt: Nach aktuellem Planungsstand wird die Planbettenzahl mit 230 vollstationären und 15 teilstationären Betten Ende 2016 wieder erreicht sein.

Auch die schnelle Einhäusigkeit war unumgänglich, denn das KHM weise jeden Monat gravierende Verluste auf, so Eckert. Es ist letztlich immer noch ein Insolvenzverfahren und eine Notsituation, machen die Beteiligten deutlich. Und so unangenehm es ist: Der Kostendruck insbesondere auf kleine und mittlere Krankenhäuser ist enorm und natürlich wird es auch das Personal treffen. Denn abzuwägen ist auch das Folgende: Was, wenn das Bieterverfahren scheitert? Dann steht die medizinische Grundversorgung in Münden gänzlich infrage.

Von Sven Grünewald

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