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"Und dabei sind Gründer die Hefe im Teig"

Erstes Göttinger Start-Up-Café "Und dabei sind Gründer die Hefe im Teig"

Wie ein frisch gegründetes Unternehmen zum Erfolg werden kann, haben am Montag fünf Referenten mit 35 Gästen im ersten Göttinger Start-Up-Café an der Groner Straße erörtert. Dabei diskutierten sie unter anderem über die Bedingungen für eine erfolgreiche Gründerkultur in Deutschland.

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Quelle: Markus Hartwig

Göttingen. Wie ein frisch gegründetes Unternehmen zum Erfolg werden kann, haben am Montag fünf Referenten mit 35 Gästen im ersten Göttinger Start-Up-Café an der Groner Straße erörtert. Dabei diskutierten sie unter anderem über die Bedingungen für eine erfolgreiche Gründerkultur in Deutschland.

Mit fünfminütigen Experten-Vorträgen zur Unternehmensgründung eröffneten die Referenten die Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Zusammenarbeit mit der Rudolf-von-Bennigsen-Stiftung. Im Göttinger Coworking Space von Pro Office fanden sich die Teilnehmer im Anschluss in Gruppen zusammen und tauschten sich an unterschiedlichen Stationen mit den Referenten aus.

"In Göttingen entsteht gerade etwas sehr, sehr Gutes", sagte Philip Mertes über die wachsende Unternehmerszene in Göttingen. Mertes ist Mitgründer des Vereins Startup Göttingen und sitzt im Beirat von Startup Niedersachsen. Eigeninitiative und Risikobereitschaft seien wichtig, um ein Start-Up erfolgreich zu machen. "Wenn wir innovieren, werden wir auch mal scheitern", so Mertes.

Im Gespräch mit zwei jungen Frauen, die planen, ein Kochbuch gemeinsam mit Flüchtlingen zu entwickeln, erklärte er, dass sie bei Stiftungen wegen eines Sponsorings anfragen sollten. "Versucht eine Reichweite und ein Netzwerk aufzubauen. Ich würde auch eine Online-Variante des Kochbuchs anbieten. Fragt euch immer, wir ihr möglichst viele Menschen mit einem möglichst großen Hebel erreichen könnt", sagte Mertes.

Über die Teamfindung sprach Achim Doerfer während der Diskussionsrunde. Doerfer promovierte in Göttingen und machte sich 1997 als Rechtsanwalt selbstständig.   "Oft entstehen Start-Ups aus freundschaftlichen Beziehungen, in denen die Leute sich ähnlich sind. Bei Start-Ups braucht man aber keine Leute, die genau gleich ticken", betonte er. Unterschiedliche Rollen seien in einem jungen Unternehmen wichtig. Persönliche Kompetenzen, sogenannte Soft Skills, seien in einem dynamischen Umfeld maßgeblich.

Mehr Risikobereitschaft von angehenden Jungunternehmern forderte Professor Bernt Sierke im Gespräch. Sierke ist Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer. Von 1999 bis 2014 war er Präsident der Privaten Hochschule Göttingen und hat einen Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftlehre. "Jede eigene Initiative ist ein kleines Pflänzchen, das wir gießen müssen", hob er hervor. Gleichzeitig betonte er, dass Start-Up-Unternehmer nicht zu selbstverliebt in ihre Idee seien sollten, denn "Selbstverliebtheit ist der erste Schritt zur Überheblichkeit."

Die Anzahl der Gründungen in Deutschland sei in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent zurückgegangen, bemängelte der selbstständige Finanzberater Christian Grascha. "Und dabei sind Gründer die Hefe im Teig." Er ist Geschäftsführer der Beratungszentrum Hardegsen (BZH) Finanz GmbH & Co. KG und seit 2008 für die FDP Mitglied des Niedersächsischen Landtags.

Was kann die Politik auf Landesebene bewirken, um die Gründerkultur zu fördern?" fragte ein Gast Grascha. Die Länder könnten Einfluss auf junge Menschen nehmen, indem sie an Schulen und Hochschulen beispielsweise mehr über Unternehmensgründungen informieren, antwortete Grascha. "Solange der Kapitalismus in Schulbüchern als etwas Böses dargestellt wird, wird es aber schwierig", bemängelte er und fügte an: "Schon in Schulen muss man eine gesellschaftliche Richtung der Eigenverantwortung vermitteln."

Auch Konstantin Kuhle, FDP-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Göttingen, forderte, dass Kindern an Schulen und Studierenden an Hochschulen mehr über Unternehmensgründung beigebracht werden müsse. "Unternehmer müssen als Vorbilder an Schulen gehen, damit Schüler lernen, was es heißt, Unternehmer zu sein", sagte er. Seit 2014 ist Kuhle Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen. Dem FDP-Bundesvorstand gehört er seit 2015 als Beisitzer an. aa

Professor Bernt Sierkes Tipps für Start-Ups

Sierke zufolge muss zunächst ein plausibler und realistischer Businessplan entwickelt werden. "Eine wirkliche Innovation ist dabei das Wichtigste", sagt Sierke und ergänzt: "Man muss aber auch selbstkritisch mit seiner Idee umgehen." Essenziell sei auch ein funktionierendes Team, in dem die Kompetenzen klar verteilt sind. Start-Ups sollten auch gut vernetzt sein. "So können sie voneinander lernen." Ein strategisches und operatives Controlling sei maßgeblich. Außerdem müsse ein Start-Up in der Lage sein, Wachstumssprünge zu managen. aa

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