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Irritation um Kritik der FDP

Sparkasse im „Kauf Park“ Irritation um Kritik der FDP

Felicitas Oldenburg (FDP) kritisiert zwei Veranstaltungen der Sparkasse im „Kauf Park“. Als Verwaltungsratsmitglied der Sparkasse Göttingen fordert sie eine Sondersitzung des Verwaltungsrates. Die Sparkasse weist die Vorwürfe zurück. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) lehnt eine Sondersitzung ab.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Compliance wird immer wichtiger. Damit geben sich Firmen zum Beispiel Richtlinien, um respektvoll mit Mitarbeitern umzugehen. Auch im Falle von Bestechungen gelten Regeln. Wer diese verletzt, bekommt die Folgen schmerzhaft zu spüren. Die Sparkasse Göttingen steht in der Kritik, ähnliche Compliance-Regeln verletzt zu haben.
Am 14. August startet im Einkaufszentrum „Kauf Park“ die Finanzmesse von der Sparkasse. Die Vorsitzende der Göttinger FDP-Ratsfraktion Felicitas Oldenburg stößt sich am Austragungsort der Messe und an der Aufmachung der Einladung. Darauf sind Logos der Sparkasse und des „Kauf Park“ zu sehen, samt Unterschriften von Vertretern der Sparkasse und des „Kauf Park“-Managements. “Die Sparkasse und der 'Kauf Park' werben gemeinsam”, so Oldenburg. Zudem sei der gleiche Investor, der den „Kauf Park“ besitzt, an einer stadtpolitischen Entscheidung interessiert, nämlich dem ausstehenden Ratsbeschluss über die Ansiedlung und das eventuell innenstadtschädliche Nebensortiment des XXXLutz-Möbelmarktes.
Zudem lädt die Sparkasse neben Mitarbeitern auch Verwaltungsratsmitglieder zu einem „Betriebsfest“ im „Kauf Park“ ein, bei dem für Oldenburg nicht klar sei, ob es sich nicht um Werbung für den „Kauf Park“ handele. Die Verquickung von Sparkasse, Stadt- und Kreispolitikern und einem privaten Unternehmen sollte vermieden werden.“, so Oldenburg.
Die Kritik der FDP ist für die Sparkasse Göttingen nicht nachvollziehbar, heißt es in einer Stellungnahme. Mit dieser Messe wolle die Sparkasse ihr Leistungsangebot der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zudem biete man dabei Göttinger Vereinen und Einrichtungen Gelegenheit, ihr Leistungsangebot zu präsentieren. „Wir verstehen diese Messe daher als Göttinger Messe“, heißt es. Dafür biete die Ladenpassage im „Kauf Park“ gute Voraussetzungen hinsichtlich Flächenbedarf und Kundenfrequenz. Für das Betriebsfest suche ein Vorbereitungsteam jährlich wechselnde regionale Veranstaltungsorte aus. In diesem Jahr habe das Vorbereitungsteam die Tiefgarage des „Kauf Park“ ausgewählt. „Dass mit dieser Nutzung eine Werbung für den Kaufpark betrieben werden soll, erschließt sich uns nicht“, so die Sparkasse. Ein Verstoß gegen Complianceregeln liege nicht vor.
Der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Sparkasse Göttingen, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, ergänzt: „Für mich ist nicht erkennbar, dass es bei der Durchführung der seit vielen Jahren stattfindenden Veranstaltungen zu Compliance-Verstößen gekommen ist. Aus Respekt vor der Sorge von Frau Oldenburg werde ich das Thema jedoch in der nächsten Verwaltungsratssitzung in die Tagesordnung aufnehmen.“

Von Bernard Marks

Kommenatar: Gut so!

Von Uwe Graells

Sparkasse und Compliance. Was für ein schönes Thema. FDP-Allzweckwaffe Felicitas Oldenburg hat es entdeckt und wittert Filz, Vorteilsnahme und Amigo-Denken. Toll. Da feiert die Sparkasse glatt ihr Betriebsfest in der Tiefgarage des „Kauf Park“, lädt den Verwaltungsrat ein – wie in jedem Jahr. Dann stört sich Oldenburg noch an einer Messe der Sparkasse im „Kauf Park“ und sieht in der gemeinsamen Einladung von Vorstand und „Kauf Park“-Management die Neutralität verletzt. Nun steht das Tageblatt unverdächtig da, gegenüber der Sparkasse nicht auch kritisch auf deren Handeln zu achten. Aber die Pressemitteilung von Oldenburg ist an Dummheit kaum zu überbieten. Nahezu jedes Unternehmen macht jährlich ein Betriebsfest. Im vergangenen Jahr war die Sparkasse im Theater. Motto: Ganz in Weiß. Man muss eine Feier in einer Tiefgarage nicht mögen, aber wenn sich das Organisationsteam einen solchen Ort aussucht, Personalrat und Vorstand zustimmen, kann man nur viel Spaß wünschen. Der Verwaltungsrat ist ein Organ der Sparkasse, ihn nicht einzuladen, wäre ein Affront. Die Produkt- und Verkaufsveranstaltung im „Kauf Park“ hat damit nichts zu tun. Das ist ein Vertriebskanal für die Sparkasse. Oldenburg sitzt selbst im Verwaltungsrat und sollte den Sparkassen-Mitarbeitern Erfolg bei der Akquise wünschen. Hat sie die früheren Immobilienmessen im „Kauf Park“ im Kopf oder sind diese vergessen? Völlig gaga ist die Verbindung zum geplanten Möbelhaus und ein vermeintliches Hofieren des Investors, der gleichzeitig den „Kauf Park“ betreibt. Glaubt Oldenburg, dass sich die Sparkasse gegen hunderte Innenstadthändler positionieren würde, von denen viele langjährige Kunden sind? Warum überhaupt diese Zeilen? Sind sie aufgrund einer Pressemitteilung der FDP gerechtfertigt? Ja. Weil sie klarmachen sollen, wie schlecht Kommunalpolitiker sein können. Man nehme Begriffe wie VW, Aufsichtsräte, Schnittchengate und Amigos in den PR-Shaker, packe noch Stichworte wie Gebührenerhöhung und kleine Renten mit hinein – fertig ist die Pressemitteilung samt Skandal. Der einzige Skandal heißt hier Oldenburg. Und er ist ein Beleg dafür, warum es gut wäre, wenn in den Verwaltungsräten der Sparkassen keine Kommunalpolitiker mehr sitzen würden. Das Thema fliegt gerade bundesweit hoch und wäre vielleicht eines, das tatsächlich zu einer liberalen Partei passt. Dann hätte Frau Oldenburg aber keine Einladung zur Tiefgaragenfeier bekommen. Und die monatlichen Aufwandsentschädigungen für einen Sitz im Verwaltungsrat (gut 300 Euro) sowie das Sitzungsgeld (215 Euro) wären auch weg. Immerhin hat Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) als Vorsitzender des Verwaltungsrates der Oldenburg-Forderung nach einer Sondersitzung eine Absage erteilt. Gut so!

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