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Firmen aus der Region Göttingen behaupten sich in China

Wachstum Firmen aus der Region Göttingen behaupten sich in China

Die deutschen Produzenten und Zulieferer der Auto-Branche stöhnen über die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen in China, doch einige Firmen in der Region Göttingen legen dort sogar noch zu. Die Berufsbildenden Schulen 1 in Northeim erwarten ein steigendes Interesse an der von ihnen angebotenen Ausbildung zum Chinakaufmann.

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Die Wechselkurse zwischen dem Euro und dem chinesischen Yuan sind ungünstig.

Quelle: dpa

Göttingen. „Mehr als 30 Jahre lang wuchs die chinesische Volkswirtschaft jährlich um zehn Prozent und mehr“, sagt Dr. Alanna Krolikowski vom Ostasiatischen Seminar der Universität Göttingen. Seit zwei, drei Jahren legt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt „nur“ noch um sieben bis acht Prozent jährlich zu. Das habe auch mit dem wirtschaftspolitischen Kurs der neuen Regierung zu tun. Sie wolle weg von der Niedriglohnfertigung für den Export und hin zu einer Produktion für den einheimischen Markt sowie zu eigenen hochtechnologischen Entwicklungen.

 
„Die Regierung liberalisiert den Wechselkurs des Yuan, was zu einer Abwertung gegenüber Dollar und Euro führt“, erläutert die Wissenschaftlerin. Das verteure Importe aus den USA und Europa, erleichtere aber chinesischen Firmen den Export. Mit diesem Thema beschäftigen sich auch die Schüler, die das Berufliche Gymnasium Wirtschaft der BBS 1 in Northeim besuchen, berichtet Studiendirektor Detlef Reimelt. Die Schüler können als Fremdsprache Chinesisch wählen. Bei den Chinakaufleuten gehe es im Unterricht nun verstärkt um das Thema Absicherung von Währungsrisiken.

 
„Wir wachsen im Geschäftsbereich Bioprozesslösungen ungebrochen dynamisch“, berichtet Sartorius-Marketingchefin Petra Kirchhoff. Die Volksrepublik baue ihre Pharmaindustrie gezielt auf. Im Laborgeschäft habe es dagegen vor ein, zwei Jahren nach dem Regierungswechsel eine Abschwächung gegeben. Im ersten Halbjahr 2015 sei der Bereich aber wieder „stabil wachsend“. Sartorius fertige in China in Werken in Peking und Suzhou Waagen beziehungsweise Pipetten. Zusammen mit den Vertriebs- und Service-Mitarbeitern beschäftige Sartorius 350 Personen in China.

 
Eine steigende chinesische Nachfrage nach Laser-Optik-Systemen für die Display-Fertigung verzeichnet die Göttinger Firma Innovavent, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Hans-Jürgen Kahlert. Im September will er wieder mit Partnern vom koreanischen Maschinenbauer EO Technics in die Volksrepublik reisen. Die Koreaner integrieren die Laser aus Göttingen in ihre Anlagen für die Display- und Halbleiterindustrie. Die Firma Innovavent profitiere von ihrem technologischen Vorsprung, der aber hart erkämpft sei.

 
Ungebrochen knapp zehn Prozent des Umsatzes macht die Rittmarshäuser Firma VisiCon Automatisierungstechnik mit China, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Wolfgang Brunk. Die Volksrepublik stelle bisher keine Einstellsysteme für Scheinwerfer und Fahrwerke her. Vor sinkender Nachfrage aus China, wo im Automobilbereich Überkapazitäten bestünden, hat Brunk keine Angst: „Zurzeit liefern wir verstärkt nach Korea und Malaysia.“

 

Von Michael Caspar

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