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Fleischereien kämpfen ums Überleben

Innung sorgt sich um Mitglieder Fleischereien kämpfen ums Überleben

Der Preis für Schlachtschweine hat seit Einführung des Euros seinen Höchststand erreicht. Die Fleischer beobachten die Entwicklung mit Sorge. Kostete das Kilo Schlachtfleisch zu Beginn des Jahres noch 1,55 Euro, so sind es aktuell 1,90 Euro. Der Fleischerverband Niedersachsen-Bremen rät Mitgliedern, die Preise für ihre Produkte „zeitnah anzupassen“.

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Sorgen sich um die Zukunft ihrer Branche: die Fleischermeister A. Nachtwey und J. Kerl (v.l.).

Quelle: Heller

Göttingen. Der Verband, aber auch der Obermeister der Fleischer-Innung Südniedersachsen, Ansgar Nachtwey, fürchten, dass die Metzger nicht mehr kostendeckend arbeiten können. Nachtwey nennt mehrere Gründe für den exorbitanten Anstieg der Schweinepreise. Der Ausbruch der afrikanischen Schweinepest in Russland und der Ukraine und der damit verbundene vermehrte Export in den Osten (siehe auch der in Göttingen verunglückte Viehtransporter Richtung Ungarn) führe zu einer Angebotsverknappung.

Zudem könnten viele deutsche Mäster nicht mehr kostendeckend arbeiten. „Die Mäster legen noch Geld drauf“, ist sich Fleischermeister Jürgen Kerl aus Ebergötzen sicher. Die Futtermittelkosten gingen in die Höhe aufgrund von Missernten in den USA und in Russland und des Kampfes um Ackerfrüchte (Teller oder Tank). Während die Weltbevölkerung wachse, schrumpften die Ackerflächen weltweit. Hinzu kämen explodierende Energiekosten. Für Kerl und Nachtwey steht fest: „Wir müssen in Zukunft mit noch deutlich höheren Preisen rechnen.“

Allzeithochpreis für Kunst- und Naturdärme

Der Handwerksbetrieb müsse überdies einen Allzeithochpreis für Kunst- und Naturdärme ausgleichen. Habe ein Bund Schafsaitlinge unlängst noch bei 16, 17 Euro gelegen, so zahle man aktuell 36 Euro. Aus einem Bund, so rechnet Kerl vor, könnten 150 Würste gemacht werden. Der Grund für die Entwicklung: Die Neuseeländer wechseln von der Schafszucht zur Milchwirtschaft. „Es gibt schon jetzt Engpässe“, berichtet Nachtwey.

Immer weniger Metzgereien könnten auch gegen die Konkurrenz der fünf Einzelhandelsriesen, die die Preise diktierten, überleben. Der Obermeister spricht von Marktmacht. Auch er fordert: „Fleischereien müssen zeitnah die Preise massiv anziehen, um zu überleben.“
In den kommenden Wochen werde der Kilopreis für Schweinefleisch an der Ladentheke um 10 bis 20 Prozent steigen, prognostizieren die Metzger und  appellieren an die Kunden, die  Fleischer in der Region zu stärken. Nur so könnten auch Lebendviehtransporte über Ländergrenzen hinweg gestoppt werden. „Das Motto ,Geiz ist geil‘ bei Lebensmittel grenzt an Selbstverstümmelung“, steht für die südniedersächsischen Fleischermeister fest.

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