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Flüchtlinge am Handwerk interessiert

„Zukunft Handwerk“ Flüchtlinge am Handwerk interessiert

Ein durchwachsenes Fazit zieht Andreas Gliem, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Göttingen, von der Ausbildungsmesse „Zukunft Handwerk“ im „Kauf Park“. „Wir hätten uns mehr Resonanz erwünscht“, gesteht Gliem ein.

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Rezad, Maria Hald, Lazare und Omid (von links).

Quelle: Fabig

Göttingen. Insbesondere das Fernbleiben zahlreicher Schulklassen - einige erschienen trotz vorheriger Zusage nicht - sei enttäuschend. „Für die Verantwortlichen an den Ständen der Innungen war es sehr frustrierend, umsonst zu warten. Es ist schade, dass einige Schulen die Chance verpasst haben, sich und ihre Schüler über das Handwerk zu informieren“, sagt Gliem. Dennoch sei es „gut, richtig und wichtig“ gewesen, sich als Handwerk öffentlich zu präsentieren. „Eine Messe ist grundsätzlich die richtige Plattform. Viele andere Möglichkeiten existieren nicht“, erklärt Gliem. Zudem habe er auch positives Feedback erhalten. Vor allem Flüchtlinge seien interessiert gewesen.

Omid ist einer von ihnen. Der Iraner möchte unbedingt Schweißer werden. „Ich werde den Betrieb nicht enttäuschen“, habe er beim Vorstellungsgespräch für einen Praktikumsplatz gesagt, berichtet Maria Hald vom Integrationsprojekt „Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber“ der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen. Neben Omid betreut sie Rezad aus Albanien und Lazare von der Elfenbeinküste. „Sie nutzen die Messe, um zu sehen, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen“, sagt Hald. Am Stand der Tischler-Innung stellt das Trio Werkstücke her und erweist sich als äußerst talentiert im Umgang mit Holz. Derartige Initiativen lobt Gliem ausdrücklich: „Uns ist wurscht, wo die Leute herkommen. Wichtig ist, wo sie hinwollen.“

Haben sich bei der Ausbildungsmesse im „Kauf Park“ präsentiert: die Obermeister und Vertreter der Handwerksinnungen.

Haben sich bei der Ausbildungsmesse im „Kauf Park“ präsentiert: die Obermeister und Vertreter der Handwerksinnungen.

Quelle: Wenzel

Vielleicht in den Beruf des Schilder- und Lichtreklameherstellers einsteigen möchten eines Tages Angelina Hesse (16) und Finja Hundt (15) von der IGS Bovenden. Am Stand der Werbetechniker ließen sich die Schülerinnen von Klartext-Geschäftsführer Thomas Barchfeld aufklären. „Ich bin erstaunlich, wie viel handwerkliche Fähigkeiten von Nöten sind“, staunt Finja. Angelina bewertet die „Vielseitigkeit der Arbeit“ positiv. Die bei der Messe gesammelten Erfahrungen sind aus Sicht der beiden Mädchen sehr wertvoll gewesen: „Nun haben wir einen Überblick, wie es später im Handwerksberuf abläuft.“

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