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Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt bringen

Handwerkskammer und IHK suchen Praktikumsplätze für Flüchtlinge Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt bringen

Flüchtlinge in Ausbildungsberufe zu bringen, insbesondere jene, die unter einer zu geringen Nachfrage leiden, ist das Ziel von Projekten der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen und der IHK Hannover. Gesucht werden nun Betriebe, die Schulungen, Praktika und Ausbildungsplätze anbieten.

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IHK und Handwerkskammer suchen Praktikumsplätze für Flüchtlinge.

Quelle: EF

Hildesheim/Göttingen. Bei den niedersächsischen Handwerkskammern läuft derzeit das Projekt „Ihafa“ an:

Das „Integrationsprojekt handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber“ ist ein vom niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, der Agentur für Arbeit, Jobcentern und Kommunen gemeinsam finanziertes Projekt. Zwei Monate lang durchlaufen Flüchtlinge, die bereits über grundständige Deutschkenntnisse verfügen, verschiedene Berufe in den Berufsbildungszentren der Kammern. Damit sollen die Fähigkeiten in verschiedenen Gewerken festgestellt werden, am Ende gibt es eine „Berufsempfehlung“.

Insgesamt stehen in Hildesheim 60 und in Göttingen 30 Plätze für Flüchtlinge zur Verfügung, zwei Mitarbeiter der Kammer werben bei Flüchtlingen für das Projekt. Doch auch aus Betrieben werden noch Mentoren gesucht, die während der zwei Monate die Flüchtlinge mit ihrem Wissen unterstützen – egal, ob pensionierte Meister oder Gesellen. Und es werden Praktikumsplätze für die Zeit nach dem Projekt gesucht. In Göttingen sollen ab April die ersten sechs Flüchtlinge mit dem Projekt beginnen.

Auch die IHK Hannover wirbt um Mithilfe bei der Flüchtlingsintegration. In einem Brief wandten sich Christian Hinsch, Präsident der IHK Hannover, und Hauptgeschäftsführer Horst Schrage an die ausbildenden Unternehmen, um Praktika und Ausbildungsplätze für Flüchtlinge einzuwerben.

Rund ein Viertel der Asylbewerber sei im ausbildungstypischen Alter zwischen 16 und 25 Jahren, gleichzeitig könne jedes dritte Unternehmen nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. „Wir wissen durch erste Rückmeldungen aus Unternehmen und berufsbildenden Schulen, dass die meisten dieser jungen Flüchtlinge viel Engagement und Lernbereitschaft mitbringen“, so Günter Hirth, Abteilungsleiter Berufsbildung bei der IHK Hannover.

Dass die niedrigschwellige Flüchtlingsintegration in Unternehmen funktionieren kann, ist auch die Erfahrung von Sartorius. Ende 2015 wurden 13 Flüchtlinge für dreimonatige Praktika aufgenommen. Im Anschluss daran wurden elf von ihnen übernommen oder weiterqualifiziert. „Ein ganz wichtiger Baustein für den Erfolg des Projekts waren die Intensivsprachkurse, die vorher und praktikumsbegleitend absolviert wurden“, so Inga Stucke.

Inzwischen sei der Punkt erreicht, an dem es auch Sinn mache, Flüchtlinge in die Betriebe zu bringen, so Dietmar Linne von der Beschäftigungsförderung Göttingen, da jetzt vermehrt die sprachlichen Grundlagen existieren würden. Zusammen mit Kreishandwerkerschaft und IHK wird derzeit eine Vereinbarung erarbeitet, um den Bedarf mit interessierten Flüchtlingen zusammenzubringen.

„Wir haben in Göttingen die Luxussituation, dass Unternehmen und Verwaltungen sehr aufgeschlossen sind. Aber wir haben niedersachsenweit auch die niedrigste Ausbildungsquote“, so Linne. Gleichzeitig seien der Fachkräftebedarf und damit die Zahl der Unternehmensanfragen deutlich höher als das potenzielle Angebot. „1300 Flüchtlinge sind derzeit in Göttingen. Für eine Ausbildung kommen aber überhaupt nur ein paar Hundert in Frage. Das müssen wir nutzen. Die Betriebe werden zum Teil richtig gute Mitarbeiter bekommen.“

Kontakte für Betriebe:

Bei der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen für das Ihafa-Projekt können sich Betriebe und Mentoren bei Henning Strieben, dem Projektkoordinator, unter 05121-162319 oder henning.strieben@hwk-hildesheim.de melden.

IHK-Betriebe können sich bei Tahsin Tozo melden: 0511-3107-536 oder tozo@hannover.ihk.de.

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