Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Frauenlöhne Thema beim BPW-Empfang in Göttingen

Berechnung des Ungerechten Frauenlöhne Thema beim BPW-Empfang in Göttingen

Dass die Business and Professional Women (BPW) Göttingen ihren Neujahrsempfang im März begehen, hat einen Grund: Jedes Jahr soll der weltweit von dem Verband BPW initiierte Equal Pay Day darauf aufmerksam machen, dass berufstätige Frauen weniger verdienen als Männer. Nach Ansicht des BPW müssten Frauen in Deutschland bis zum 20. März des Folgejahres arbeiten, um genauso viel zu verdienen wie Männer. Das entspricht einer Lohndifferenz von 22 Prozent.

Voriger Artikel
Sommer 2015 beginnen die Programme der neuen EU-Förderperiode
Nächster Artikel
Göttinger Arnoldi-Schule setzt auf intelligente Vernetzung

Frauen: finanziell meist schlechter gestellt.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Zum Thema sprach unter anderem Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe von der Universität Gießen, die auch Mitglied der Sachverständigenkommission für den ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung war. „Zwei Drittel der erwerbstätigen Frauen in Deutschland verdienen nicht genug, um ihren Lebensunterhalt allein zu sichern“, kritisierte Meier-Gräwe. Dafür macht sie auch „politische Inkonsistenzen und Fehlanreize“ verantwortlich: „Frauen sind besser ausgebildet als je zuvor, aber es fehlt an Anreizen, dieses Potenzial zu nutzen.“

Die Aussagekraft der vom Bundesamt für Statistik (Destatis) angebenen 22 Prozent steht allerdings seit Jahren auch bei Gegnern der Lohn-Diskriminierung in der Kritik. Die Zahl ist nach Destatis-Angaben der bloße „Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen, bezogen auf den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern“. Das bedeutet, dass diese Zahl keinen direkten Vergleich nach Berufsgruppen zulässt, weil in ihr alle Tätigkeitsfelder enthalten sind. Daher wird sie vom Destatis selbst als „unbereinigte Lohndifferenz“ bezeichnet. Gruppiert man die Daten nach Berufsgruppen und berücksichtigt, dass Frauen seltener Vollzeitbeschäftigungen nachgehen oder wegen der Familienarbeit beruflich zurückstecken müssen, liegt die Lohndifferenz nach einer 2015 erstellten Studie des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln in einem Bereich, der statistisch nicht mehr valide ist. Der Unterschied ist also nicht auf direkt diskriminierende Lohndifferenzen, sondern vor allem auf die sehr unterschiedlichen Erwerbsbiografien und das Berufswahlverhalten zurückzuführen. „Der Lohnunterschied ist nicht allein die Folge von Diskriminierung. Frauen arbeiten häufig in niedriger entlohnten Berufsfeldern wie beispielsweise Pflegeberufen“, sagt die BPW-Vorsitzende Christine Krumm.

An den Problemen, die sich für Frauen beispielsweise durch die familienbedingt meist kürzere Erwerbstätigkeit oder der aus festgefahrenen Rollenbildern resultierenden Abhängigkeit ergeben, ändern statistische Fehlbarkeiten freilich nichts. Denn weniger Berufsjahre bedeuten auch weniger Rente. Meier-Gräwe fordert daher vor allem ein gesamtgesellschaftliches Umdenken, aus dem sich Impulse für eine frauen- und familienfreundlichere Politik ergeben. „Einmal Zahnarztgattin, immer Zahnarztgattin – das war gestern.“

Von Jonas Rohde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 10.529,50 +0,15%
TecDAX 1.687,00 +0,03%
EUR/USD 1,0673 ±0,00%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
Stabilitas PACIFIC AF 142,96%
AXA IM Fixed Incom RF 139,36%
Polar Capital Fund AF 103,07%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt