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Fulda Energie entwickelt Anlage, die Fische vor Turbinen schützt

Bypass an Staustufen Fulda Energie entwickelt Anlage, die Fische vor Turbinen schützt

Wasserkraft nutzen und gleichzeitig etwas für den Fischschutz tun, will Hermann Henkel, geschäftsführender Gesellschafter der Fulda Energie GmbH, an den Staustufen Bonaforth und Wilhelmshausen bei Hann. Münden. Doch für die von ihm entwickelten Anlagen, mit denen er sich um den Innovationspreis beworben hat, bekommt er keine Baugenehmigungen.

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Staustufe Wilhelmshausen: Hermann Henkel von Fulda-Energie.

Quelle: Caspar

Hann. Münden. „Dabei könnten sie zur Aussöhnung zwischen den Betreibern von Wasserkraftanlagen und von Naturschützern beitragen“, meint der Ingenieur. Beide Seiten stünden sich seit 100 Jahren feindlich gegenüber, weil Fische durch Turbinen verletzt oder gar getötet werden können. Bei Henkels Anlagen wird das durch zwei Bypässe verhindert. Einer unmittelbar über der Turbine und ein weiterer zwei Meter darunter ermöglichen Fischen wie den Lachsen und am Boden abwandernden Arten die gefahrlose Passage. „An Staustufen mit überströmten Wehrklappen verbessert meine Erfindung zudem die Passierbarkeit des Flusses für abwandernde Fische“, erklärt der Unternehmer.

Von einer besseren Passierbarkeit wolle die Verwaltung indes nichts wissen, da sie die Staustufen bereits für problemlos passierbar halte, klagt Henkel. Nach seiner Einschätzung stütze sie sich dabei auf eine überholte Lehrbuchmeinung. Wissenschaftliche Untersuchungen, die mit moderner Markierungstechnik die Bewegungen der Fische sichtbar machen, zeigten, dass abwandernde Tiere die hohe Beschleunigung des abfallenden Wassers erkennen. Sie sondierten die ihnen gefährlich erscheinende Lage so lange, bis sie am Ende erschöpft von der Strömung mitgerissen und über die Klappen gespült würden.

„Große Fische können sich dabei an der scharfkantigen Wehrkrone verletzen“, erläutert Henkel. Nach dem Eintauchen bestehe die Gefahr, dass sie auf der Betonsohle des Tosbeckens aufschlügen. In jedem Fall verlören sie in den Wasserwirbeln der Staustufe die Orientierung und würden eine leichte Beute für dort lauernde Raubfische.

„Die Fischtreppen in Bonaforth und Wilhelmshausen sind für stromaufwärts schwimmende Fische zudem kaum auffindbar“, meint der Ingenieur. Die Tiere orientierten sich an der Stärke der Strömung und würden das schwache Rinnsal der Fischtreppen selbst dann nicht wahrnehmen, wenn diese vergrößert würden. Bei Installation seiner Anlagen ließe sich der Fischaufstieg dagegen deutlich verbessern.

Henkel hat bereits 1991 den Zuschlag für die Planung der Wasserkraftanlagen an den beiden Staustufen erhalten. Um nun nach mehr als 20 Jahren doch noch eine Baugenehmigung zu bekommen, ließ er sein innovatives Konzept zwischenzeitlich fallen. Die von ihm nun eingereichte, mehrfach erprobte Anlagenform verfügt über waagerecht stehende Rechenstäbe. Sie stehen in spitzem Winkel in der Strömung und leiten so abwandernde Fische seitlich zum Bypass, durch den sie ins Unterwasser gelangen. Die Stäbe stehen so eng, dass keine Fische in die Turbinen gespült werden.

Von Michael Caspar

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