Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz

Bund verabschiedet Präventionsgesetz Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz

Für die Gesundheitsförderung in Betrieben stellen die Krankenkassen von 2016 an jährlich 140 Mio. Euro, zwei Euro für jeden der 70 Mio. Versicherten, zur Verfügung. So sieht es das neue Präventionsgesetz vor, das der Bundestag verabschiedet hat.

Voriger Artikel
Weltweit erste Plasma-Konferenz in Göttingen
Nächster Artikel
Traditionsschnaps aus Güntersen wiederbelebt

Frisches Gemüse statt Schokoriegel: Arbeitgeber sollen auf die Gesundheit ihrer Beschäftigten achten.

Quelle: dpa

Göttingen. „Dieses Gesetz ist dringend notwendig“, meint Dr. Thomas Suermann. Der Präventionsbeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen, der bei der Gesundheitsregion Göttingen die Themengruppe Prävention leitet, nennt Zahlen und Fakten. In Deutschland seien 60 Prozent der Männer übergewichtig, 20 Prozent der Menschen rauchten. Die Bürger trieben immer seltener Sport und ernährten sich oft ungesund. Personen mit riskantem Lebenswandel ließen sich gut am Arbeitsplatz ansprechen. Zudem gelte es aber auch, krankmachende Arbeitsbedingungen in den Blick zu nehmen.

 
„Arbeitgeber sollten ein starkes Interesse an Prävention entwickeln“, findet der Arzt. Ein hoher Krankenstand verursache Kosten. Zudem gelte es, Mitarbeiter zu unterstützen, damit diese bis zur Rente mit 67 Jahren leistungsfähig blieben. Schließlich könnten sich Firmen mit Angeboten im Gesundheitsbereich auch als Arbeitgeber interessant machen.

 
„Die Konzerne haben die Vorteile von betrieblicher Präventionsarbeit erkannt, viele kleine und mittelständische Firmen tun dagegen bisher nichts oder zu wenig“, sagt Suermann. Mit einem Obsttag oder mal einem Vortrag zu einem Gesundheitsthema allein sei es nicht getan.

 
„Der Gesetzgeber will mit dem neuen Gesetz erreichen, dass umfassende Konzepte, nicht aber Einzelmaßnahmen, umgesetzt werden“, ergänzt Hanno Kummer vom niedersächsischen Verband der Ersatzkassen. Der Spitzenverband habe bereits im Dezember 2014 einen 110 Seiten starken Leitfaden zum Thema vorgelegt.

 
An dem neuen Gesetz gibt es auch Kritik. „Für die Prävention zahlen nur wir Krankenkassen“, bedauert Kummer. Dabei hätten zum Beispiel die Rentenversicherungen ein Interesse daran, mit Prävention Frühverrentungen zu vermeiden. Der Arbeitsagentur liege es an der Gesundheit der Arbeitslosen, um die Vermittlungschancen zu erhöhen. Prävention sei zudem eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die der Staat Steuergelder zur Verfügung stellen sollte.

 
Kritisch sieht Kummer die Vorgabe, dass die vorgesehenen Mittel jeweils bis zum Jahresende auszugeben sind. Das könne dazu führen, dass auch weniger effektive Maßnahmen gefördert würden. Viel hänge von der Initiative der Arbeitgeber ab, die aus eigener Überzeugung aktiv werden müssten. Der Gesetzgeber sehe vor, dass sie sich an den Kosten mit beteiligten. Suermann wiederum bedauert, dass die Präventionskonzepte von Krankenkassen, Firmen und Gesundheitsanbietern entwickelt würden. „Unser Sachverstand wird nicht genügend genutzt“, fürchtet der Arzt.

 

Von Michael Caspar

 

Mehr als doppelt soviel Geld für Vorbeugung als bisher
Das Präventionsgesetz sieht vor, dass die Krankenkassen jährlich sieben Euro pro Versicherten für Vorbeugung zur Verfügung stellen, das ist mehr als doppelt so viel Geld wie bisher. Die Verwendung des Betrags ist erstmals aufgeschlüsselt. Zwei Euro fließen in die betriebliche Gesundheitsvorsorge. Zwei Euro sind für andere Lebenswelten (etwa Kindergärten, Schulen, Pflegeheime) vorgesehen, drei Euro für individuelle Kurse. Im vergangenen Jahr arbeiteten die gesetzlichen Krankenkassen bereits mit 10 000 Betrieben bundesweit zusammen und erreichten so eine Million Arbeitnehmer, 54 Millionen Euro gaben sie für die Angebote aus.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 11.236,50 +0,29%
TecDAX 1.756,50 +0,18%
EUR/USD 1,0562 ±0,00%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FMC 77,20 +3,47%
FRESENIUS... 69,87 +2,31%
BEIERSDORF 78,43 +1,86%
DT. BANK 17,32 -3,34%
THYSSENKRUPP 23,48 -2,44%
INFINEON 16,20 -1,12%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 170,60%
Crocodile Capital MF 121,61%
Stabilitas GOLD+RE AF 114,23%
Fidelity Funds Glo AF 100,02%
Morgan Stanley Inv AF 96,13%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt