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Glassplitter in der Tiefkühlpizza

Institut für Glas und Rohstofftechnologie ermittelt Glassplitter in der Tiefkühlpizza

76 Firmen und Institutionen haben sich um den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben. Nicht alle konnten gewinnen, obwohl viele Ideen und Erfindungen einen Preis verdient hätten. Das Tageblatt stellt alle Teilnehmer und ihre Innovationen vor. Heute: das Göttinger Institut für Glas- und Rohstofftechnologie.

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Gearbeitet wird auch mit einem Rasterelektronenmikroskop: Geschäftsführer Dirk Diederich.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Glassplitter in der Tiefkühlpizza? Nach den strengen Vorschriften, die in Europa in der Lebensmittelproduktion gelten, ist das eigentlich unmöglich. Was soll ein Hersteller tun, wenn trotzdem mehrere Kunden unabhängig voneinander Splitter im Essen entdecken?

In solchen Fällen bietet das Göttinger Institut für Glas- und Rohstofftechnologie GmbH an 365 Tagen im Jahr raschen Rat. Mit ihrem Dienstleistungsangebot, das unterschiedliche Analyseverfahren kombiniert, belegte die Firma den zweiten Platz beim Innovationspreis in der Kategorie der kleinen Unternehmen.

„Wir ermitteln innerhalb von Stunden die Art der Verunreinigung, um dann in detektivischer Kleinarbeit die Quelle herauszufinden“, erläutert der geschäftsführende Gesellschafter Dirk Diederich (45) den Ansatz. Im Fall der Pizza bestätigte eine Dichteanalyse, dass es sich um Glas und nicht um Kunststoff handelte.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass es von einem Kraftfahrzeug stammte. Hatte es einen Unfall gegeben? Nachfragen bei beteiligten Spediteuren bestätigten den Verdacht. Eine Ladung Champignons war auf der Straße gelandet. Das Transportunternehmen hatte sie umgepackt.

In einem anderen Fall fanden Kunden Kunststoffteile in ihrer Marmelade. Die Göttinger stellten mittels des sogenannten FTIR-Verfahren fest, dass es sich um Polyethylen handelt. Aus diesem Material werden Beerensammelkörbe hergestellt. Der Marmeladenhersteller fragte bei seinen Lieferanten nach und machte so einen Betrieb in Sizilien ausfindig, der Polythylen-Körbe einsetzt.   

Mit einem Rasterelektronenmikroskop, das auch eine chemische Analyse bietet (Rem-EDX), können die Göttinger die Zusammensetzung von Metallen ermitteln. Es kam zum Einsatz, als in Brot Metallteile auftauchten. Alles deutete auf eine Herkunft aus China hin. Das Unternehmen bestätigte, dass es Mehl von einer chinesischen Getreidemühle bezieht. Sie steht neben einer Metallhütte, ergaben Nachforschungen.

Doch nicht immer sind Unternehmen schuld. Zum Teil handelt es sich bei eingeschickten Proben um Plomben oder Zahnsplitter der Kunden, fanden die Göttinger heraus. Der Chemietechniker Diederich, der seine Firma 2008 gegründet hat, beschäftigt in der  Rudolf-Wissel-Straße 28a 15 Mitarbeiter. Das Institut identifiziert auch Einschlüsse in Glas oder radioaktive Verunreinigungen in Zahnfüllungen.

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