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Globale Lebensmittelpreise schwächen Landwirte in der Region Göttingen

Sinkende Erträge Globale Lebensmittelpreise schwächen Landwirte in der Region Göttingen

„Wenn in China ein Sack Reis umfällt, rüttelt bei uns das Hoftor eben doch“, sagt Kreislandwirt Hubert Kellner und liefert damit eine bildhafte Beschreibung eines leicht zu übersehenden Zusammenhangs: Auch die lokale Landwirtschaft ist unmittelbar vom Weltmarkt abhängig.

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Keine guten Aussichten: Dieses Jungschwein von Hubert Kellner ist zwei Drittel weniger wert als noch im vergangenen Jahr.

Quelle: Thiele

Göttingen. Und dort werden Lebensmittel derzeit immer billiger. Entsprechend pessimistisch hat sich auch Bauernpräsident Joachim Rukwied im Vorfeld der Grünen Woche in Berlin bezüglich des laufenden Wirtschaftsjahres geäußert. Die Aussichten für Bauern, gleich welcher Sparte, stehen schlecht.

Hintergrund ist ein drastischer Einbruch der Weltmarktpreise für Lebensmittel wie Schweinefleisch, Ferkel, Milch, Getreide und Obst. Hinzu kommt der russische Import-Stopp von europäischen Agrargütern: Nicht nur die viel zitierten Obstbauern sind direkt betroffen, sondern auch Fleisch- oder Milchproduzenten sowie nachgelagerte Gewerbe, die ebenfalls nach Russland exportieren.

Wenn Käse- oder Fleischproduzenten weniger exportieren können, kaufen sie auch weniger ein. Außerdem „kann durch das Embargo nicht gehandelt werden, der Preis stagniert“, so Kellner.

„Vor einem Jahr habe ich 60 Euro für ein Ferkel bekommen. Heute sind es 38“

Wie wichtig der Export für die Landwirtschaft geworden ist, zeigt allein, dass in Deutschland jedes Jahr rund 750 Mio. Nutztiere geschlachtet werden – bei nur 80 Mio. Einwohnern. Das ist ein Umstand, der zurzeit auf der Grünen Woche, der weltweit wichtigsten Landwirtschaftsmesse, diskutiert wird. Erneut machten Autoren des „Kritischen Agrarberichts“ auf die negativen Folgen der Exportausrichtung der deutschen Landwirtschaft aufmerksam.

Folge der gesteigerten Produktion bei gesättigten Binnenmärkten seien vor allem hohe Belastungen für Tiere und Menschen, die sich aus der Massentierhaltung ergeben. Die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft  macht auch kleineren Betrieben zu schaffen.

„Vor einem Jahr habe ich 60 Euro für ein Ferkel bekommen. Heute sind es 38“, klagt Kellner. Diese Preisentwicklung lasse sich momentan auch für andere Agrarprodukte wie Getreide beobachten. Im Landkreis Göttingen gibt es derzeit rund 800 landwirtschaftliche Betriebe. Die meisten von ihnen hängen am Weltmarkt. „Die Zahl an Direktvermarktern, die in der Region verkaufen, hat stark abgenommen“, so Kellner. Ein Trend, der sich auch in nächster Zeit fortsetzen dürfte.

Jonas Rohde

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