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Göttingen erhält Bundesförderung zur besseren Integration Schwerbehinderter in den Arbeitsmarkt

Pilotprojekt für Schwerbehinderte Göttingen erhält Bundesförderung zur besseren Integration Schwerbehinderter in den Arbeitsmarkt

Landkreis und Stadt Göttingen sowie der Landkreis Osterode werden Modellregion – für die Integration Schwerbehinderter in den Arbeitsmarkt. Eine regionale Gruppe bestehend aus der Arbeitsagentur Göttingen, der Beschäftigungsförderung der Stadt – welche ausführender Träger sein wird – sowie den Jobcentern von Stadt und Landkreis Göttingen sowie Osterode hatte sich in einem bundesweit ausgeschriebenen Projekt beworben.

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Landkreis und Stadt Göttingen sowie der Landkreis Osterode werden Modellregion – für die Integration Schwerbehinderter in den Arbeitsmarkt

Quelle: dpa

Göttingen/Osterode. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hatte im Herbst 2014 zur Einreichung von Modellprojekten aufgerufen, welche eine bessere Integration von Schwerbehinderten in den Arbeitsmarkt leisten sollen. Die Besonderheit: Jobcenter und Arbeitsagenturen konnten sich nur gemeinsam bewerben. Dadurch sollen die Einrichtungen näher zusammengebracht werden. Das Göttinger Konsortium gehört zu der kleinen Gruppe an Projektträgern, die den Zuschlag erhielten. Knapp 1,5 Mio. Euro fließen dafür in die Region. Das Projekt beginnt Anfang Mai und läuft drei Jahre.

Die Erfolge des Arbeitsmarktes laufen an vielen Schwerbehinderten vorbei. „In der Beschäftigungsstatistik haben wir immer eine hohe Fluktuation“, sagt Tobias Broda, Bereichsleiter Rehabilitation bei der Arbeitsagentur Göttingen, „allerdings nicht bei Schwerbehinderten, diese verweile dort deutlich länger. Dabei sind sie im Schnitt gut qualifiziert.“

Gegenstand des Projektes ist zunächst eine sehr enge Betreuung der schwerbehinderten Arbeitslosen. „Ein Betreuer wird für 35 Arbeitslose zuständig sein, das ist sehr eng“, betont Broda. „Man sieht sich wöchentlich oder mindestens alle zwei Wochen.“ Das Betreuungsspektrum ist vielfältig: Neben Einzelberatung wird es Kleingruppenarbeit geben und einen „Snoezle-Raum“ – einen Entspannungsraum mit offener Wohlfühlatmosphäre, in denen leichter in ein Gespräch zu finden ist.

„Bei vielen Schwerbehinderten liegen Schwierigkeiten im Lebenslauf vor“, berichtet Broda. „Das kann eine Multiple Sklerose Erkrankung sein oder eine klassische Gehbehinderung oder Blindheit. Mehr und mehr kommen auch psychische Erkrankungen wie Psychosen oder Burnout hinzu.“ Ein Hauptaugenmerk liegt daher auf der Stärkung des Selbstwertgefühls der Betroffenen, um sich letztlich auch dem Arbeitgeber gegenüber besser präsentieren zu können. Andere Mitarbeiter des Projekts sollen Arbeitgeberlobbyarbeit leisten, sprich bei Arbeitgebern Überzeugungsarbeit leisten, sich zu öffnen und Schwerbehinderten eine Chance zu geben, wofür es auch spezielle Fördermöglichkeiten gibt.

„Die Offenheit von Unternehmen ist meistens abhängig von der persönlichen Offenheit des Vorgesetzten“, beobachtet Holger Gerken, Geschäftsführer der Göttinger Werkstätten. „Das gesellschaftliche Klima wandelt sich zwar, aber wir brauchen noch einen langen Atem.“ Gerken verweist auch auf die häufigen positiven Rückmeldungen von Firmen. „Die Integration Schwerbehinderter wirkt sich auf das gesamte Firmenklima aus. Je mehr man persönliche Erfahrungen im Umgang mit Behinderten macht, desto mehr stellt man fest, dass es tendenziell keinen Unterschied macht und Hemmschwellen verschwinden.“

Unter den im März erfassten 15600 Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen (inklusive Northeim) waren insgesamt 718 Schwerbehinderte. Das Ziel ist, in den drei Jahren Projektlaufzeit 210 Arbeitslose zu betreuen und 30 Prozent von ihnen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Das erscheint nicht viel. Aber unserer Erfahrung nach wird von Schwerbehinderten bisher nur jeder fünfte integriert“, so Broda. Die Betreuung ende auch nicht, wenn eine Arbeit aufgenommen wird, damit sowohl der Arbeitgeber als auch der Schwerbehinderte eine Hilfsinstanz haben. „Nachhaltigkeit ist das Ziel.“

Eine lange Liste an regionalen Partnern unterstützt das Projekt: die Arbeiterwohlfahrt, der Arbeitgeberverband, die Behindertenbeauftragten von Stadt und Landkreisen, die IHK, der sozialpsychiatrische Verbund, der Integrationsfachdienst in Goslar, das Stadtradio, das Osteroder Unternehmernetzwerk Mekom, die Göttinger Werkstätten und die Kreishandwerkerschaft. „1,5 Mio. Euro ist viel für ein Arbeitsmarktprojekt. Aber auch emotional ist das für uns ein enormer Erfolg, dass wir den Antrag gemeinsam so gut hinbekommen haben“, meint Broda. „Solche Projekte sind keine Selbstverständlichkeit. Aber Göttingen ist im Schnitt immer sehr erfolgreich bei Anträgen, weil wir gut an einem Strang ziehen.“

Von Sven Grünewald

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