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Göttinger Adelante-Projekt geht in die vierte Runde

Wirtschaft Göttinger Adelante-Projekt geht in die vierte Runde

Das Projekt „Adelante! Südniedersachsen“ geht 2016 in eine neue Runde. Unternehmen, die Interesse daran haben, für das kommende Ausbildungsjahr einen spanischen Praktikanten und Auszubildenden aufzunehmen, können sich bis Ende November bei der IHK Geschäftsstelle Göttingen melden.

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Quelle: PH

„Ich sage den Betrieben ganz offen, dass es ein Stück weit ein Abenteuer und eine Herausforderung ist, sich auf einen Adelante-Auszubildenden einzulassen. Das muss man wollen“, sagt Joachim Grube von der Göttinger Geschäftsstelle der IHK Hannover. Doch sind die bisherigen Rückmeldungen, welche IHK und die Volkshochschule Göttingen Osterode als Projektträgerin von Adelante erhalten haben, sehr positiv.

Die spanischen Auszubildenden bringen teils gute fachtheoretische Kenntnisse mit, allein es fehlen betriebliche Praxis und Deutschkenntnisse. Zudem sind sie hoch motiviert, denn in Spanien, und dort insbesondere im Süden des Landes, herrscht nach wie vor eine hohe Jugendarbeitslosigkeit von 46,7 Prozent (Stand September 2015). Zur Ausbildung nach Deutschland zu kommen, begreifen die Jugendlichen als einmalige Chance.

Inzwischen ist das Programm auch in der Fläche Südniedersachsens gut bekannt und vor allem im kaufmännisch-gewerblichen Bereich in den Metall- und Elektroberufen sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es ein ausgeprägtes Interesse an den Spaniern. 500 Unternehmen, mit Schwerpunkt in diesen Mangelbranchen, haben IHK und VHS nun angeschrieben. Umgekehrt gab es aber auch Anfragen von Steuerberatern und Banken, die sich für die Spanier interessieren.

Bis zum 30. November sollten interessierte Unternehmen dafür infrage kommende Praktikums- und Ausbildungsplätze melden. Denn bis Ende des Jahres wollen IHK und VHS den absehbaren Auszubildendenbedarf möglichst genau nach Spanien kommunizieren – in das Matching von Betrieb und Auszubildenden und die vorbereitenden Sprachkurse soll dieses Jahr mehr Zeit investiert werden. So wurde die Dauer der Deutschkurse, welche die Spanier vor ihrem Ausbildungsbeginn in Spanien absolvieren, für 2016 deutlich aufgestockt – von 500 auf 600 Stunden. „Im Januar fliegen wir nach Spanien und schauen uns die Bewerber für die Ausbildungsplätze an“, sagt Maria Casan von der VHS. „2016 werden wir mehr Zeit damit verbringen.“

Zunächst kommen die Spanier für ein sechswöchiges Praktikum hierher, damit sich Betrieb und der potenzielle Auszubildende beschnuppern können. Anschließend kann die Ausbildung beginnen. Seitens der Projektpartner gibt es dabei für die Betriebe und die Auszubildenden eine sehr enge Betreuung, um möglichst frühzeitig bei Konflikten helfen zu können und den Spaniern in der Region den Einstieg zu erleichtern.

Bis zu 33 Auszubildende für die Landkreise Northeim und Göttingen sowie zwölf für den Landkreis Osterode können wieder in die Region kommen. Erstmalig ist das Projekt regional aufgeteilt worden, die Osteroder Azubis werden zum zweimal die Woche abends stattfindenden Deutschkurs nur noch nach Osterode fahren müssen und auch von dort aus persönlich betreut – vorher mussten alle Azubis nach Göttingen pendeln, auch wenn sie etwa in Bad Sachsa arbeiteten.

Die Bereitschaft der Unternehmen, sich auf die spanischen Auszubildenden einzulassen, sei nach wie vor sehr hoch, meint Joachim Grube. Und doch bemerke man, dass die Ausbildung von Flüchtlingen für Unternehmen eine zunehmend wichtigere Rolle spielt. „Priorität haben die Menschen, die in Not zu uns gekommen sind. Das heißt nicht, dass wir Adelante abschreiben, aber dass wir nicht mehr in der Größenordnung Auszubildende darüber aufnehmen“, sagt Wolfgang Hermann, Chef vom Autohaus Hermann, der das Adelante-Projekt überhaupt erst ins Leben gerufen hat und inzwischen bereits fünf Spanier bei sich ausbildet.

Da sich Betriebe jetzt aber zeitnah entscheiden müssten, wie viele Ausbildungsplätze sie im kommenden Jahr anbieten, und es alles andere als sicher sei, dass die bürokratischen Formalia für die Ausbildung von Flüchtlingen rechtzeitig gelöst werden, sieht Joachim Grube noch keinen ernsthaften Konflikt zwischen Flüchtlingen und dem Adelante-Programm – zumal die 45 Spanier bei den insgesamt etwa 3000 Ausbildungsplätzen kaum ins Gewicht fallen.

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