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Göttinger Aquarienbauer sind Weltspitze

Aqua Schwarz Göttinger Aquarienbauer sind Weltspitze

Die Firma Aqua Schwarz ist Weltmarktführerin im Bau von Aquarien und aquatischen Systemen für Forschungseinrichtungen sowie zoologische Gärten. Was vor 47 Jahren als kleiner Betrieb für den Bau von Hobby-Aquarien begann, ist heute ein mittelständisches Unternehmen, das eigene Forschung betreibt.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Anlagen für Zebrabärblinge, die für die Erforschung von Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Muskelschwund genutzt werden; spektakuläre Großbecken für Zoos; Glas-Spezialbauten für die Strömungsforschung; Aquarien für die Aufzucht von Tintenfischen: Das und noch viel mehr wird im Maschmühlenweg 40-42, einem unscheinbaren Gewerbegebäude, das sich etwa 50 Meter von der Straße entfernt befindet, gebaut. Und weltweit installiert. Denn nach der Fertigstellung der Einzelteile und ihrem Transport macht sich ein Montageteam auf den Weg, um die Anlage am Zielort zusammenzusetzen. Keiner der dauerhaft besiedelten Kontinente, auf denen ein Montageteam von Aqua Schwarz noch nicht gewesen wäre.

 
Begonnen hat alles 1968. Damals gründete der heutige Seniorchef Klaus-Jürgen Schwarz (71) zunächst ein Tierfachgeschäft, anschließend eine Firma für Aquarienbau, die in der Folge Forschungslabors in Göttingen und Hobby-Aquaristen in der Region versorgte. Doch Anfang der 90er Jahre veränderte ein einziger Auftrag alles. Für das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen baute Aqua Schwarz 5000 Aquarien für Zebrabärblinge, mit denen die Biologin Christiane Nüsslein-Volhard über Embryonalentwicklung forschte – und 1995 den Nobelpreis gewann. Mitglieder ihres Forschungsteams verteilten sich über die ganze Welt, einer, Matthias Hammerschmidt, ging nach Harvard. „Die Amerikaner können keine vernünftigen Aquarien bauen“, stellte er fest – und wandte sich an Aqua Schwarz. Für das Familienunternehmen der endgültige internationale Durchbruch

 
Die Firma ist mittlerweile so bekannt, dass es weltweit keinen mit Fischen forschenden Wissenschaftler gibt, „der uns nicht kennt“, wie Juniorchef Stefan Schwarz betont. Das Geheimnis der Göttinger: zum einen deutsche Wertarbeit. „So gut ausgebildete Handwerker wie hierzulande gibt es nirgendwo“, sagt der 51-Jährige. Zum anderen die unermüdliche eigene Forschungstätigkeit. Denn zum Bau einer aquatischen Anlage gehört nicht nur das Können, Glas möglichst perfekt zusammenzusetzten, sondern auch ein gewaltiges Know-how in Bereichen wie Filtertechnik, Kühlung und Beleuchtung. Routineaufträge gäbe es nicht, betonen die Schwarz´; jedes Aquarium müsse mit einer Technik ausgestattet sein, welche genau auf die Bedürfnisse des in der Anlage lebenden Tieres zugeschnitten ist.

 
Aqua Schwarz hat noch ein zweites Standbein: den Großhandel mit Fischen. Rund 200.000 Tiere schwimmen in den mit rund einer Million Liter Wasser gefüllten Anlagen, die darüber hinaus einen weiteren Zweck erfüllen: An ihnen lassen sich technische Weiterentwicklungen trefflich ausprobieren. 

 
Rund 40 Mitarbeiter – Handwerker, Kaufleute, zwei Biologen – beschäftigt die Firma, die einen Umsatz im mittleren einstelligen Millionenbereich erzielt und für die sich immer neue Möglichkeiten auftäten, wie Klaus-Jürgen Schwarz betont. So werde die Forschung an Korallen ein immer größeres Thema: „Da ergibt sich für uns ein neues großes Geschäftsfeld.“

 

Von Hauke Rudolph

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