Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Systematischer Blick auf Mitarbeiter-Gesundheit

Betriebliches Gesundheitsmanagement Systematischer Blick auf Mitarbeiter-Gesundheit

Um die systematische Gesundheitsförderung bei Mitarbeitern geht es beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Beispiele aus der Praxis stellten die Firmen Sartorius aus Göttingen und Fagus-Grecon Greten aus Alfeld in Einbeck vor. Die Göttinger BKK Technoform organisierte das Treffen.

Voriger Artikel
Weltweit herausfordernd
Nächster Artikel
Immer weniger Gründungen

Der ehemalige DFB- und Fifa-Schiedsrichter Babak Rafati (links) trug zum Thema Mobbing und Burnout vor.

Quelle: Baumann

Einbeck. „Mit einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) können Arbeitgeber die Zahl krankheitsbedingter Fehltage verringern, die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen, die Produktivität steigern und sich als Arbeitgeber im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiver machen“, erklärte Dirk Stillert von der BKK Technoform im Einbecker PS.Speicher. Ein Obstkorb oder das Angebot von Rückengymnastik seien ein Anfang. BGM gehe weiter: Da nehme ein Unternehmen mit Unterstützung einer Krankenkasse gesundheitliche Belastungen systematisch in den Blick. Die Mitarbeiter seien von Beginn an einzubeziehen, um gezielt auf deren Bedürfnisse einzugehen, so Stillert. „Bei Sartorius begann das BGM 2007 mit einem Pilotprojekt für Beschäftigte im Reinraum“, berichtete BGM-Koordinatorin Anna Schulz. Seit 2009 gebe es eine entsprechende Betriebsvereinbarung. Das Unternehmen biete einen Müslitag, unterstütze Mitarbeiter, die mit dem Rad zur Arbeit kämen, organisiere Kurse für Kollegen, die mit dem Rauchen aufhören oder ihr Übergewicht bekämpfen wollten. Jeder zehnte Beschäftigte nutze das Betriebs- und Präventionssport-Angebot. Seit diesem Jahr gebe es einen 70 Quadratmeter großen Gymnastikraum bei Sartorius.
„Wir gehen das Thema seit 2015 systematisch an“, berichtete die Personalchefin von Fagus-Grecon Greten, Melanie Gödeke. Von den 330 Mitarbeitern in Alfeld hätten 280 Personen an der Auftaktveranstaltung teilgenommen. Jeder dritte Mitarbeiter gehe ins Fitnessstudio, was das Unternehmen seit Jahren fördere. Auf Wunsch der Kollegen seien in diesem Jahr Hautscreenings durchgeführt worden. In Alfeld müssten Patienten sonst monatelang auf einen Termin warten. Ein Arzt habe die Untersuchungen an fünf Tagen im Viertelstundentakt durchgeführt. In Gesundheitskursen begegneten sich Mitarbeiter verschiedener Abteilungen, die sonst nie miteinander ins Gespräch kämen. Fagus biete Wandertreffs an. Jüngere Mitarbeiter führen gemeinsam Mountainbike. Für alles gebe es Punkte, die in einem Gesundheitspass eingetragen würden. Das fördere den Wettstreit unter den Kollegen. 2017 wolle sich Fagus verstärkt um die 70 Servicetechniker kümmern, die die Woche über nicht in Alfeld seien.

Mobbing zerbricht die stärksten Menschen

Als „starke Persönlichkeit“ nähmen ihn andere wahr, meint Babak Rafati, der ehemalige DFB- und Fifa-Schiedsrichter. Er gelte als jemand, der mutig seine Meinung sage, erklärte der 46-Jährige während der BGM-Veranstaltung im Einbecker PS.Speicher. Trotzdem habe er vor fünf Jahren versucht, sich das Leben zu nehmen.
„Ich wurde 18 Monate lang seelisch misshandelt“, sagte Rafati. Seine Chefs hätten ihn gemobbt. Für Fehlentscheidungen auf dem Spielfeld sei er in sozialen Medien attackiert worden. Leser des Magazins Kicker hätten ihn viermal zum schlechtesten Schiedsrichter der Bundesliga gewählt.
„Statt mit meiner Frau oder mit Freunden offen über meine beruflichen Probleme zu sprechen, habe ich geschwiegen und gegrübelt“, bekannte Rafati. Er habe mit der Zeit nachts nicht mehr schlafen können, Panikattacken bekommen. „Ich wurde antriebslos und zog mich immer mehr zurück“, schilderte Rafati seine Depression. Am Ende habe er vor einem Fußballspiel in einem Kölner Hotelzimmer versucht, sich selbst in der Badewanne zu töten.
„Ich bin kein Einzelfall“, betonte der gelernte Bankkaufmann. 10 000 Menschen brächten sich jedes Jahr in Deutschland um. Zum Vergleich: Die Zahl der Verkehrstoten belaufe sich auf 3700 Personen. Er wolle jetzt depressiven Menschen helfen. Nicht aus Ärger und Wut heraus zu handeln, rät er ihnen. Sie sollten sich unabhängig davon machen, was andere von ihnen dächten. Statt über den bösen Chef zu schimpfen, müssten sie versuchen, seine Motivation zu verstehen. Doch niemand solle sich krampfhaft an Bestehendes klammern. „Es hilft, loszulassen und Veränderungen aktiv zu gestalten“, sagte Rafati, der heute als Coach arbeitet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 10.643,00 +1,23%
TecDAX 1.701,00 +0,87%
EUR/USD 1,0720 +1,75%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 21,94 +3,20%
BMW ST 82,07 +2,97%
DAIMLER 63,94 +2,57%
LINDE 155,20 -0,66%
E.ON 6,07 -0,31%
RWE ST 11,68 +0,73%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 154,79%
Polar Capital Fund AF 102,15%
Stabilitas GOLD+RE AF 93,39%
Morgan Stanley Inv AF 91,64%
First State Invest AF 89,33%

mehr

Wirtschaft Rubriken
Rubriken Wirtschaft Göttingen und die Welt