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Göttinger Carsharing macht mobil

YourCar Göttinger Carsharing macht mobil

Das Göttinger Carsharing-Start-up YourCar zieht nach knapp zwei Jahren eine positive Bilanz. „Wir wachsen“, sagt Boris M. Hillmann, Geschäftsführer der YourCar GmbH. Bald wird YourCar auch in Rostock angeboten.

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Die Geschäftsführer der YourCar GmbH Boris M. Hillmann (links) und Andreas Behrens.

Quelle: Markus_Hartwig

Göttingen. Die Göttinger Gründer vergeben dafür Lizenzen. Die Marke, ihr Know-how und Erfahrungen gibt es kostenlos dazu.

Per App oder im Internet nachgucken, ob ein Auto in der Nähe ist und einfach losfahren - so einfach ist Carsharing der Firma YourCar. „Wir haben keine Grundgebühr, und wir fordern keine Kaution“, erklärt Hillmann das Prinzip. Einfach anmelden und losfahren. Der 42-Jährige ist einer von zwei Gründern des Göttinger Carsharing-Unternehmens. Zusammen mit Andreas Behrens startete Hillmann im September 2015 mit YourCar operativ. Heute haben die beiden Unternehmer 34 Fahrzeuge, Tendenz steigend. Mittlerweile habe sich die Fahrzeugflotte um einen Transporter und einen Kombi erweitert. Alle Fahrzeuge fahren mit Erdgas, das sei sinnvoller als Elektroantrieb. In einem späteren Schritt wolle man auf Biogas umstellen, ohne die Diskussion um verschwendete Lebensmittel zu bedienen. „Unsere Kunden fahren klimaneutral, ob sie wollen oder nicht“, sagt Hillmann.

Bezahlt wird nach Zeit der Nutzung

Das Konzept von YouCar ist einfach: Statt wie in anderen Carsharing-Unternehmen die Wagen an festen Standorten abholen und abstellen zu lassen, stehen die YouCar-Autos in bestimmten Stadtteilen völlig nach Belieben. Zudem gibt es drei feste Standorte, ein vierter soll an den Zietenterassen hinzukommen. Bezahlt wird nach Zeit der Nutzung. Eine Minute kostet 33 Cent, das Parken neun Cent. Die Stunde reines Fahren kostet 9,90 Euro, ein ganzer Tag 33 Euro. „Kurze Fahrten sind bei uns bewusst teurer, weil wir keine Konkurrenz für den öffentlichen Nahverkehr sein wollen. Wir wollen das Angebot ergänzen“, erklärt Hillmann. Für einen Ausflug oder den größeren Einkauf müsse man schließlich kein eigenes Auto haben. „Wir wollen Göttingern helfen, bewusst auf ein Fahrzeug zu verzichten“, betont Hillmann.

Diese Idee kommt gut an. Eine Umfrage bei den YourCar-Nutzern zu ihrem Besitz von privaten Fahrzeugen hatte ergeben, dass bisher 334 private Fahrzeuge in Göttingen abgeschafft wurden und künftig 604 private Fahrzeuge in Göttingen vermieden werden. Ein Großteil der Nutzer hatte zum Zeitpunkt der Anmeldung bei YourCar gar kein privates Auto besessen (57,3 Prozent). Davon wiederum wollen sich immerhin 63,4 Prozent künftig in Göttingen kein eigenes Auto kaufen, weil es YourCar gibt. Hillmann und Behrens werten das als Erfolg und setzen sich deshalb weitere Ziele.

Mit dem Know-how aus Göttingen Anfang vereinfachen

„Wir sind jung und haben noch viel vor“, sagt Hillmann. Zu tief in die Karten schauen lassen wollen sie sich deshalb nicht. Immerhin: Die Konkurrenz ist hellhörig. „Wir wollen uns die Butter nicht vom Brot nehmen lassen“, so Hillmann. „Sicher ist, wir wollen wachsen.“ Das Ergebnis des jungen Start-ups freut auch Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler: „Mit Carsharing wird Mobilität rationaler gestaltet. Dadurch steigt die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Deshalb zählt der Ausbau von Carsharing zu den wesentlichen Zielen unserer Klimaschutz-Verkehrspolitik.“

Nicht nur in Göttingen, auch in anderen Städten soll es YourCar in Zukunft geben. Zum Beispiel startet YourCar demnächst in Rostock. „Wir liefern die Marke, helfen beim Businessplan und steuern unsere gesamten Erfahrungen und Kontakte bei“, sagt Hillmann. Hierzu wurde ein Lizenzvertrag unterzeichnet. Die Kosten dafür seien moderat. „Wir können vielen jungen Unternehmern mit unseren Erfahrungen beim Aufbau des eigenen Carsharing-Angebots helfen“, sagt Hillmann. Immerhin habe es mehr als drei Jahre Vorlaufzeit benötigt, bevor ein Fahrzeug auf der Straße war. Für die Finanzierung Banken und private Investoren zu gewinnen, sei ebenfalls eine Herausforderung gewesen. Mit dem Know-how aus Göttingen ließe sich dieser Anfangsprozess deutlich abkürzen und ließen sich Fehler am Anfang vermeiden.

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