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Göttinger DLR-Forscher entwickeln Propeller-Kamera

Enorme Herausforderung Göttinger DLR-Forscher entwickeln Propeller-Kamera

76 Firmen und Institutionen haben sich um den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben. Nicht alle konnten gewinnen, obwohl viele Ideen und Erfindungen einen Preis verdient hätten. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer und ihre Beiträge vor. Heute: die Wissenschaftler Boleslaw Stasicki und Fritz Boden.

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Fritz Boden und Boleslaw Stasicki erweitern die Messtechnik.

Quelle: Vetter

Göttingen. Eine Kamera, die auf dem Flugzeugpropeller montiert ist und mit ihm zusammen rotiert? Das funktioniert nie! Die Skepsis der Kollegen ist groß gewesen. Doch die Wissenschaftler Boleslaw Stasicki (69) und Fritz Boden (36) vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen haben mit zehn Partnern des europäischen Forschungsprojekts AIM² gezeigt, dass es doch möglich ist. Mit ihrem mittlerweile patentierten System, das erstmals die Beobachtung und Messung der Verformung eines Propellerblatts während des Flugs ermöglicht, holten sie den Sonderpreis Messtechnik beim Innovationspreis.

„Die Herausforderungen sind tatsächlich enorm“, berichtet Stasicki. Für die empfindliche Elektronik sind 2700 Umdrehungen in der Minute eine große Belastung. Die Zentrifugalkräfte drohen die Platinen auseinander zu reißen. Die neu entwickelte Elektronik sitzt daher in einem engen, speziell dafür geschaffenen Gehäuse. Zwei Kameras nehmen das Propellerblatt in den Blick. Auf ihm ist ein Muster von zufällig verteilten Punkten aufgetragen.

Da eine Kabelverbindung mit der Kabine nicht möglich ist, kommuniziert die Kamera per Funk. Nach dem Flug werden die in der Kamera gespeicherten Daten ausgewertet und die Oberflächen dreidimensional dargestellt. Getestet haben die Göttinger Wissenschaftler ihr System an einem kleinen Propellerflugzeug. „Dort sind die Umdrehungen und Vibrationen besonders hoch“, erläutert Boden.

Das Interesse an dem neuen Messsystem ist groß. Das System liefert erstmals Daten über das Materialverhalten bei Turbulenzen, bestimmten Flugmanövern oder bei Veränderungen des Einstellwinkels. Sie helfen bei der Optimierung der Propeller und liefern die nötigen Informationen für Neuentwicklungen. So lässt sich der Lärm verringern oder der Materialermüdung entgegenwirken. Zudem können bisherige Berechnungsverfahren und Computersimulationen überprüft werden.

Stasicki und Boden haben ihr Verfahren für die Luftfahrt entwickelt. Derzeit laufen Tests am Rotor eines Hubschraubers, den das Warschauer Institut für Luftfahrt zur Verfügung stellt. Die neue Technik lässt sich aber auch bei der Optimierung von Windrad-Rotoren einsetzen.

Von Michael Caspar

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