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30 Mitarbeiter erhalten ihre Kündigung

Göttinger Fahrdienst verliert Großaufträge 30 Mitarbeiter erhalten ihre Kündigung

Weil zwei Großaufträge verloren gingen, verlieren beim Göttinger Fahrdienst 30 der 80 Mitarbeiter ihren Job. Gegen die Art der Vergabe klagte Inhaber Markus Kaczmarek vor dem Amtsgericht in Celle und blitzte ab. Jetzt will er vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

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Inhaber und Geschäftsführer des Göttinger Fahrdienstes Markus Kaczmarek

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Das neue Jahr beginnt für einige Mitarbeiter des Göttinger Fahrdienstes mit einem Paukenschlag. „Seit 40 Jahren fahren wir für die Göttinger Werkstätten und das Christophorushaus. Beide Aufträge werden im nächsten Jahr wegfallen“, klagt Markus Kaczmarek. Nach einem Ausschreibungsverfahren gingen beide Aufträge an die Firma Rizor mit Hauptsitz in Hildesheim und weiterem Standort in Nesselröden. „Tatsache ist, dass wir den Fahrdienst zum neuen Jahr neu ausschreiben mussten“, erklärt Christian Lutze, kaufmännischer Leiter des Christophorushauses Göttingen. Die Fahrten für Menschen mit besonderem Hilfebedarf werden vom Land Niedersachsen finanziert. „Der Betrag, der uns dafür zur Verfügung stand, war nicht mehr ausreichend, um die aktuellen Kosten zu decken. Wir mussten also reagieren“, argumentiert Lutze.

Einige Mitarbeiter zum 31. Dezember gekündigt

Der Fahrdienst gehört wegen seiner 40-jährigen Geschichte zu den etablierten Firmen in Göttingen. Der Fuhrpark ist nicht klein. Fünf Reisebusse, zwölf Linienbusse und 40 Kleinbusse stehen zur Verfügung. „Der Unterhalt der Fahrzeug geht ins Geld“, sagt Kaczmarek. Weil die Aufträge im Jahr 2017 jetzt fehlen, geht es seinem Betrieb ans Eingemachte. Kaczmarek muss auf die Kostenbremse treten und 30 seiner Mitarbeiter entlassen. „Die ersten werden bereits zum 31. Dezember gehen“, berichtet Kaczmarek. Andere, zum Teil langjährige Mitarbeiter haben längere Kündigungsfristen.

Grund für seinen Ärger ist das Vorgehen der Göttinger Werkstätten und des Christophorushauses. Die Vergabe der Fahraufträge ist seiner Auffassung nach intransparent und nicht nachvollziehbar. Es fehle die Begründung. „Am Preis lag es nicht“, so Kaczmarek. Nach einer erfolglosen Beschwerde bei der Vergabekammer in Lüneburg hatte er auch am Amtsgericht Celle keinen Erfolg. Jetzt soll der Europäische Gerichtshof entscheiden.

Eine Stellungnahme der Göttinger Werkstätten war gestern nicht zu bekommen. Aus informierten Kreisen war aber zu erfahren, dass Kaczmarek den Vertrag mit den Göttinger Werkstätten von sich aus kündigte, um Preiserhöhungen auszuhandeln. Dies ging schief. Die Aufträge wurden ausgeschrieben, der Fahrdienst hatte das Nachsehen.

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