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Unmut über Lohnunterschiede

Göttinger Frauen fordern Lohngerechtigkeit Unmut über Lohnunterschiede

Frauen verdienen 21 Prozent weniger Geld als Männer. So hat es das Statistische Bundesamt ermittelt. Mit einem neuen Gesetz will Manuela Schwesig (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem entgegenwirken. Das stößt bei Frauen in Göttingen auf Zustimmung.

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Die Business Professional Women Göttingen (BPW) informieren an ihrem Stand am Kornmarkt am Equal Pay Day über Gender Pay Gap.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. „Auf freiwilliger Basis kommen wir in diesem Punkt nicht weiter“, kommentiert Christine Kumm, die Vorsitzende des Göttinger Clubs der Business and Professional Women (BPW), Schwesigs Gesetzesentwurf. Seit Jahren, so Krumm, mache der BPW am Equal Pay Day, der von verschiedenen Gruppen unterstützt werde, auf die Lohnungerechtigkeit aufmerksam.

„Die Lohnunterschiede haben mit der Berufswahl der Frauen zu tun“, erläutert die BPW-Vorsitzende Krumm. Frauen bevorzugten Tätigkeiten im sozialen Bereich oder in Pflegeberufen, die schlecht bezahlt seien. Sie würden ihre Berufstätigkeit zudem häufiger als Männer unterbrechen, um Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen. „Frauen arbeiten oft in Teilzeit und sind deshalb im Unternehmen nicht so präsent“, ergänzt Christine Müller, die Leiterin des Frauenbüros der Stadt Göttingen.

Ein weiteres Problem: „Frauen neigen dazu, sich unter Wert zu verkaufen“, bedauert Krumm. Sie rät dazu, sich vor einem Bewerbungsgespräch über branchenübliche Gehälter zu informieren. Für Verhandlungsgespräche würden die BPW Coachings anbieten.

Die Club-Vorsitzende begrüßt das in Schwesigs Gesetz vorgesehene Auskunftsrecht für Frauen, die wissen wollen, was ihre Kollege verdienen. Vor allem dort, wo Löhne frei ausgehandelt würden, gäbe es zum Teil deutliche Differenzen. „Männer gelten als Ernährer der Familie“, verrät Müller. Das Auskunftsrecht, kritisiert Krumm, gelte allerdings erst in Betrieben mit mehr als 500 Beschäftigten. In Finnland greife es dagegen bereits bei einer Belegschaft von 30, in Frankreich von 50 Beschäftigten.

„Frauen müssen das Auskunftsrecht allerdings auch in Anspruch nehmen und gegebenenfalls klagen“, mahnt die Club-Vorsitzende an. Eine ungleiche Bezahlung aufgrund des Geschlechts stelle eine unzulässige Diskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz dar.

Sicherheit, für gleiche Arbeit das gleiche zu verdienen, bieten Tarifverträge. Barbara Fuisting aus der Personalabteilung der Göttinger Messtechnikfirma Mahr sagt über ihr Unternehmen: „Spätestens seit dem Entgelt-Rahmentarifvertrag von 2008 herrscht bei uns Transparenz.“ Damals seien mit der IG Metall und dem Betriebsrat alle Arbeitsplätze mit ihren dort zu verrichtenden Tätigkeiten angeschaut und neu eingruppiert worden.

Kritik an Tarifverträgen

„Tarifverträge sorgen auf der einen Seite für Vergleichbarkeit, sie können aber auch Lohnungerechtigkeiten zementieren“, warnt Anke Siedentop, Gewerkschaftssekretärin bei der Gewerkschaft Ernährung, Genuss Gaststätten, Region Süd-Ost-Niedersachsen. Frauenberufe, wie zum Beispiel die Bäckerfachverkäuferin, würden schlechter entlohnt als Männerberufe, wie der des Bäckers. Dabei würden mittlerweile die Verkäuferinnen in den Filialen ebenfalls backen.

„Bäcker leisten härtere Arbeit“, verteidigt Katja Thiele-Hann, Inhaberin und Chefin der Bäckerei Thiele, den Unterschied. Zudem müssten Bäcker nachts arbeiten, wofür sie zusätzlich Nachtzuschläge erhielten. Eine Frau, die als Bäcker arbeite, bekomme genauso viel wie ihr männlicher Kollege. Eine Ungleichbehandlung von Männern und Frauen betrachtet Thiele-Hann in einem Unternehmen wie dem ihren, wo 80 Prozent der Beschäftigten Frauen seien, als „irrwitzig“.

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