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„Göttinger Müsli Company“ bei Innovationspreis ausgezeichnet

„Purple Power“ aufs Gramm „Göttinger Müsli Company“ bei Innovationspreis ausgezeichnet

Psychisch erkrankte Männer und Frauen arbeiten in der Müsli-Produktion, um wieder fit für Alltag und ersten Arbeitsmarkt zu werden: Das ist das Konzept der „Göttinger Müsli Company“, die beim Innovationspreis des Landkreises Göttingen den Sonderpreis „Bildung und Soziales“ gewann.

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Quelle: HW

Göttingen. Am Anfang habe sie nichts anderes getan, als Rosenblüten zu sortieren, erzählt die junge Frau (26). Doch mittlerweile sitze sie am PC und erstelle Listen und Paletten-Scheine. Ihr um ein Jahr älterer Kollege berichtet unterdessen, welche Tätigkeit ihm nicht so liegt: „Die Einschweißmaschine bedienen.“ Umso mehr Spaß mache es ihm, die einzelnen Portionen abzuwiegen: „Weil ich da aufs Gramm genau arbeiten muss – toll.“

Die beiden jungen Leute gehören zu den 15 Rehabilitanden im Alter zwischen 20 und 45, die bei der „Göttinger Müsli Company“ arbeiten. Sie haben alle eine vom Facharzt diagnostizierte psychische Erkrankung, die es ihnen unmöglich macht, einer normalen Berufstätigkeit nachzugehen. Die Arbeit ist Teil des Hilfsangebots, sich sozial integrieren und unter Umständen wieder am ersten Arbeitsmarkt teilnehmen zu können.

Die „Müsli Company“ macht – Müsli natürlich, jedoch keine vorgegebenen Mischungen, sondern beliebige Kombinationen aus rund 80 verschiedenen Zutaten, darunter Braunhirse-Flocken, gepuffter Quinoa, Ahornsirup-Flakes oder Gold-Leinsamen. Der Kunde bestellt online und bestimmt die Zusammenstellung, aber auch die Menge. Das Müsli wird auch von mehreren Einzelhändlern der Region geführt. Geschmacklich überzeugt hat es auch eine Fachjury aus Köchen, Sensorikern und Feinkostexperten, weshalb Ministerpräsident Stephan Weil die Sorten „Maria Spring“ und „Purple Power“ zusammen mit einer Reihe anderer Spezialitäten zum „Kulinarischen Botschafter Niedersachsens 2015“ ernannte.

Die „Müsli Company“ ist eine von vier Abteilungen der „myworX gemeinnützige GmbH“, eine Werkstatt für Menschen mit seelischer Behinderung. Geschäftsführer Dietmar Thiele – „mir kam die Idee zur Gründung tatsächlich beim morgendlichen Müsliessen“ – betont, dass die Arbeitsbedingungen zwar den Anfordernissen von psychisch kranken Menschen angepasst seien, sich die „Müsli Company“ jedoch am Markt durchsetzen müsse wie jedes andere Unternehmen auch: „Wir müssen uns, sowohl was den Preis als auch die Qualität anbelangt, mit jedem anderen Anbieter vergleichen können.“ Darauf sind die Rehabilitanden stolz.

Sie würden häufig unterschätzt, sagt die junge Frau, allerdings zu Unrecht: „Wir leisten hier echte, gute Arbeit.“ Ihr Kollege weist darauf hin, dass die Auszeichnung beim Innovationspreis ihnen viel bedeute, und zwar „Wertschätzung“. Außerdem sei der Preis doch die beste Werbung: „Ich hoffe, dass er uns hilft, noch mehr Kunden zu gewinnen.“

Von Hauke Rudolph

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