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Göttinger Myworx gGmbH fördert Menschen mit Behinderung

Gemeinnützige Marktwirtschaft Göttinger Myworx gGmbH fördert Menschen mit Behinderung

 Es gibt sie noch, die wirklich reizvollen Gegensätze: Die Myworx gGmbH ist eine gesetzlich anerkannte Werkstatt für Menschen mit seelischer Behinderung.

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Siegmund Schubert (re.) und Colman Hurley haben vor Ostern mit der Aufbereitung alter Fahrrad-Laufräder viel zu tun.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das bedeutet, dass sie Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht am ersten Arbeitsmarkt teilnehmen können, einen beschützten Beschäftigungsplatz bietet und sich um ihre (Wieder-)Eingliederung kümmert. Das bedeutet aber auch, dass sie mit unterschiedlichen Dienstleistungen und Produkten am Markt bestehen muss.
„Wir sind ein normaler Dienstleister, der in verschiedenen Geschäftsbereichen mit anderen Anbietern konkurriert. Das stellt uns vor große Herausforderungen“, sagt Geschäftsführer Dietmar Thiele, in dessen Einrichtung in der Güterbahnhofstraße 11 mehr als 80 Plätze zur beruflichen Rehabilitation und Teilhabe für seelisch behinderte Menschen geschaffen wurden.

Die hier in vier Geschäftsbereichen tätigen Beschäftigten werden durch ein rund 40-köpfiges Team betreut. Außerdem gibt es verschiedene Außenarbeitsplätze bei Firmen aus der Region, wie dem Kaffeehändler Contigo oder der Softwarefirma Fovea. Unter dem Dach von Myworx finden sich eine Großküche, die täglich rund 500 Mahlzeiten ausliefert, eine Müsliproduktion, ein EDV-Service und eine Montage- und Logistikabteilung mit integrierter Fahrradwerkstatt – ein Portfolio aus Produkten und Dienstleistungen, das auf den ersten Blick beliebig wirkt, für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Beschäftigten aber unabdingbar scheint.

Die ungewöhnliche Kombination scheint jedenfalls zu funktionieren. Das zeigt sich an namhaften Kunden wie dem Labor- und Prozesstechnologieanbieter Sartorius, der hier Akten digitalisieren lässt – und an einem Jahresumsatz von 1,6 Mio. Euro im Jahr 2014. Dieser setzt sich aus Fördermitteln, beispielsweise von der Agentur für Arbeit, sowie den eigenen Erlösen zusammen. Und das Wachstum geht weiter: Der EDV-Service zieht Mitte April in einen neuen Bereich in der Güterbahnhofstraße 1.
„Unsere Werkstatt ist keine Einbahnstraße“, sagt Prokuristin Christiane Stock. Das eigentliche Ziel von Myworx sei es, die hier arbeitenden Menschen fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Gelingt das nicht, können sie aber auch bis zu ihrer Rente weiterbeschäftigt werden.

Stock und Thiele bemühen sich um eine enge Vernetzung mit Einrichtungen und Unternehmen aus der Region. Beispielsweise bewirtschaften Myworx-Mitarbeiter die Mensa der Privaten Hochschule Göttingen und die Mensa der Berufsbildenden Schulen II. Auch die EDV-Abteilung ist gut in den Markt integriert: Sie bedient Kunden aus Wirtschaft und Wissenschaft oder zeichnet unter anderem für die Erstellung der Website der Bäckerei Thiele verantwortlich. Solche Erfolge seien für den gemeinnützigen Betrieb auch notwendig, meint Thiele: „Die grundsätzliche Aufgabe bleibt: Wir müssen uns am Markt behaupten.“

Von Jonas Rohde

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