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Göttinger Unternehmen setzen auf Freihandelsabkommen TTIP

Regeln „bis in die letzte Schraube“ Göttinger Unternehmen setzen auf Freihandelsabkommen TTIP

Die Bevölkerung ist zutiefst besorgt, die Unternehmen sind höchst erfreut. Das geplante transatlantische Freihandelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Europa (TTIP) ist zum Mittelpunkt einer gesamtgesellschaftlichen Kontroverse geworden.

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Freie Fahrt für deutsche Produkte: Firmen aus der Region begrüßen die Harmonisierung von Exportbedingungen zwischen EU und USA.

Quelle: Stack

Göttingen. Eine bundesweite Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) hat ergeben, dass niedersächsische Unternehmen dem Abkommen positiv gegenüberstehen. Auch Göttinger Firmen begrüßen den geplanten Wegfall von Handelshemmnissen.

Die USA sind heute bereits der drittwichtigste Abnehmer niedersächsischer Produkte, das Exportvolumen belief sich im Jahr 2013 auf knapp 5,7 Mrd. Euro.

Stephan Gais, geschäftsführender Gesellschafter der Mahr GmbH, gibt hinsichtlich der Sorge, dass europäische Sicherheitsstandards unterminiert werden könnten, zu bedenken: „Auch die Amerikaner haben hohe Ansprüche an ihre Produkte, gleichzeitig muss sich die Industrie aber den Ängsten der Öffentlichkeit stellen.“

Die Diskussion sieht er von der „Überbetonung von grün-linken Themen“ dominiert. Als vorteilhaft bezeichnet er insbesondere die im technischen Bereich geplante Anerkennung gegenseitiger Standards und Zertifizierungen. Die Erfüllung unterschiedlicher Produktanforderungen stelle insbesondere kleine und mittlere Unternehmen vor hohe bürokratische und finanzielle Hürden.

Diese Ansicht vertritt auch  Außenhandels-Experte Tilman Brunner von der IHK Hannover. „Im Lebensmittelbereich entstehen allein durch die Anmeldung und Überprüfung eines neuen Produkts Kosten im sechsstelligen Bereich“. Ähnlich sieht es im technischen Bereich aus. Hier gebe es derzeit unterschiedlichste Ansprüche an das Produktdesign.

„Das zieht sich runter bis in die letzte Schraube“, so Brunner. Eine Vereinfachung der Exportbedingungen könne aber auch durch TTIP nicht auf einen Schlag erreicht werden, vielmehr ermögliche das Abkommen eine schrittweise Harmonisierung.

Die Bedenken der Bevölkerung, dass insbesondere der Investorenschutz europäische Verbrauchernormen aufweichen könne, teilt Brunner nicht: „Die Befürchtungen sind nicht durch das Verhandlungsmandat gedeckt.“ Die Skepsis sei dennoch nachvollziehbar: „Es hat seitens der EU große Versäumnisse in der Kommunikation gegeben.“

Unter den Befürwortern ist auch der global agierende Energie- und Automatisierungskonzern ABB, der mit einer Niederlassung in Göttingen vertreten ist. Ein weiteres marktprägendes Technologieunternehmen aus Göttingen plant derzeit den Einstieg in den amerikanischen Markt. Die Angleichung technischer Standards sei derzeit „sehr kostenintensiv“, so der Geschäftsführer. Eine Vereinfachung des Exports würde er aus diesem Grund begrüßen.

Von Jonas Rohde

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