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Göttinger Verein „Zukunftplus“ betreibt Übungsfirma für Langzeitarbeitslose

Zurück ins Arbeitsleben Göttinger Verein „Zukunftplus“ betreibt Übungsfirma für Langzeitarbeitslose

76 Firmen und Institutionen haben sich um den Innovationspreis 2014 des Landkreises Göttingen beworben. Nicht alle konnten gewinnen, obwohl viele Ideen und Erfindungen einen Preis verdient hätten. Das Tageblatt stellt alle Teilnehmer und ihre Innovationen vor. Heute: Gutingiwork.

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Margit Kositzky bemalt Holzprodukte für Gutingiwork.

Quelle: Caspar

Göttingen. Sie hat Verkäuferin gelernt, in Supermärkten gearbeitet und drei Kinder groß gezogen. Heute ist Margit Kositzky 55 Jahre alt und findet keine Stelle mehr. Das Jobcenter vermittelte sie ins Projekt Gutingiwork des Kasseler Vereins Zukunftplus. „Wir betreiben in Grone eine Übungsfirma, mit der wir uns um den Innovationspreis beworben haben“, sagt Sozialpädagoge Günther Huther (46). Er koordiniert das Projekt, bei dem ältere Langzeitarbeitslose in der Florenz-Sartorius-Straße 2 handwerkliche Produkte entwerfen, fertigen und vertreiben.

Kositzky bemalt zum Beispiel gerade die Flügel kleiner Holzengel. Eine Kirchengemeinde will die Figuren an Schulanfänger verteilen. Zu Weihnachten verzierte Kositzky Holzsterne. Erste Ostersachen hat sie bereits fertiggestellt. Die Vorprodukte fertigen jeweils die Männer in der Werkstatt nebenan mit der Laubsäge. Auch eine Nähstube gibt es. Dort stricken Frauen Strümpfe für Neugeborene.

Die Aufträge holt die kaufmännische Abteilung der Übungsfirma herein. Sie hält den Kontakt zu sozialen Einrichtungen und Kirchengemeinden, Kindergärten und Schulen. „Wir leisten gemeinnützige Arbeit. Wir würden zum Beispiel keinen 50 Meter langen Zaun fertigen“, stellt der Elektroniker und Sozialpädagoge Gerhard Gande (57) klar. Er betreut zusammen mit der Hotelkauffrau und Betriebswirtin Ulrike Dörge (55) die aktuell 36 Teilnehmer.

„Lange Arbeitslosigkeit nagt am Selbstwertgefühl der Menschen“, weiß Gande. Oft strukturiere das Fernsehen den Tagesablauf der allein lebenden Menschen. Gesundheitliche Probleme erschwerten den Wiedereinstieg ins Berufsleben.
„Wir motivieren die Teilnehmer, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen“, erklärt Huther. Das sei ein erster Schritt auf dem langen Weg zurück ins Arbeitsleben.

Von Michael Caspar

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