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Göttinger kämpfen für ihr Karstadt-Haus

Arbeitsplätze Göttinger kämpfen für ihr Karstadt-Haus

Während die Politik darüber debattiert, ob eine Bürgschaft für Arcandor-Karstadt sinnvoll ist oder nicht, haben 350 Beschäftigte in Göttingen große Sorge um ihre Arbeitsplätze. Sie sammeln seit Tagen Unterschriften und informieren auch heute beim bundesweiten Aktionstag über ihre Situation.

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An drei Standorten vertreten: Karstadt Haupthaus (Foto) und Markthalle in der Groner Straße, das Sporthaus am Markt.

Quelle: SOZ

5000 Unterschriften in eineinhalb Tagen – Karstadtchef Günter Cremer ist begeistert. Seit Anfang der Woche sammeln Mitarbeiter, Führungskräfte und Betriebsräte des Göttinger Karstadthauses Unterschriften. 900 Mio. Euro Kredite benötigt der Mutterkonzern Arcandor. Um eine Insolvenz zu verhindern, brauche man eine Bürgschaft vom Staat, erfahren die Kunden von den Beschäftgten, die klarstellen: „Wir kämpfen für unser Karstadt-Haus.“ 

Um den riesige Weihnachtseinkauf zu stemmen, verhandele Karstadt jedes Jahr mit den Banken. Diese Transaktion, so Cremer, sei nie ein Problem gewesen. Durch die Krise nun seien die Banken nicht willens, den Kreditrahmen freizugeben. Cremer, seit sechs Jahren in Göttingen, ist beunruhigt. Obwohl das vor fast 80 Jahren eröffnete Warenhaus im Karstadtranking zum Oberen Drittel zähle, hänge man am Schicksal des Mutterkonzerns. „Mitgefangen, mitgehangen.“ Karstadt, da ist sich Cremer ganz sicher, sei auf einem guten Weg – trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds. Nach der Konsoldierungsphase könne man, so die Kredite kämen, die Lorbeeren ernten. „Die Fehler aus der Vergangenheit haben die heutigen Manager und Mitarbeiter nicht zu verantworten“, betont der Göttinger.

Drei Jahre hätten sie auf Teile ihres Gehalts verzichtet, beschreiben die 350 Mitarbeiter in Göttingen ihren Beitrag zur Konsolidierung der Warenhauskette (1881 gegründet von Rudolf Karstadt). „Mit Ihrer Unterschrift in den ausliegenden Listen unterstützen Sie uns beim Kampf um den Erhalt von Karstadt-Göttingen“, heißt es. „Ich ruf direkt bei Meyer an“, sagt ein Passant, der wie viele andere helfen will. Auch die ersten Parteien beziehen Stellung. Die Stadt Göttingen könne die Schließung des größten Kaufhauses in der Innenstadt und den Verlust von 350 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation nur schwer verkraften, schreiben die Rats-Grünen. Eine Innenstadt ohne Karstadt sei nur schwer vorstellbar. 

Meyer will unterschreiben

Die Insolvenz von Arcandor würde für Göttingen einen weiteren Tiefpunkt für die Arbeitsmarksituation in der eh strukturschwachen und durch eine hohe Armutsrate gekennzeichneten Region bedeuten, fürchtet der Kreisverband Göttingen der Partei Die Linke. Deshalb müsse alles dafür getan werden, die Arbeitsplätze der Beschäftigten zu retten. Staatliche Bürgschaften müssten aber auch an konkrete Vorgaben gebunden sein.

Zum heutigen bundesweiten Aktionstag hat Oberbürgermeister Wolfgang Meyer sein Mitwirken angekündigt. Die Initiative zur Erhaltung des Karstadt-Standortes in Göttingen finde seine volle Unterstützung, heißt es aus dem Rathaus. Meyer will sich heute um 11 Uhr am Haupthaus der Karstadtfiliale (Eingang Johannisstraße) in die Unterschriftenliste der Belegschaft eintragen, kündigt er an.

Von Hanne-Dore Schumacher

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Der deutsch-schwedische Finanzinvestor Triton verbindet sein Kaufangebot für die insolvente Warenhauskette Karstadt mit harten Forderungen. „Das Konzept sieht weitere Konzessionen bei den Mitarbeitern und den Vermietern vor“, sagt ein Triton-Sprecher.

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