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Göttinger produzieren STED-Mikroskope und Farbstoffe

Abberior krempelt Mikroskop-Markt um Göttinger produzieren STED-Mikroskope und Farbstoffe

„Das macht schon Spaß“, meint Gerald Donnert (37), geschäftsführender Gesellschafter der Göttinger Firmen Abberior und Abberior Instruments. Mit den von Prof. Stefan Hell entwickelten STED-Mikroskopen und den für die Arbeit benötigten Farbstoffe krempeln die Göttinger seit Gründung der Firmen im Jahr 2011 den Markt für hochauflösende Lichtmikroskope um.

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Hinter dem Mikroskop, das die Grenzen des Sichtbaren verschoben hat: Gerald Donnert (dritter von links) mit seinem Team.

Quelle: Vetter

Göttingen. „Die STED-Geräte durchbrechen die bisher für ­unüberwindbar geltende Beugungsgrenze von 200 Nanometern“, erläutert Donnert. Damit ist es erstmals möglich, nur zehn Nanometer große Proteine in einer Zelle zu beobachten.
Das wird zu großen wissenschaftlichen Durchbrüchen in der biologischen und medizinischen Forschung führen. Entsprechend stark drängen Wissenschaftler auf die Beschaffung der Geräte. Da sie mit einigen 100 000 Euro in etwa so viel kosten wie die weniger leistungsfähigen herkömmlichen Mikroskope, bestellen immer mehr Forschungseinrichtungen die STED-Instrumente. Auf viele 100 oder wenige 1000 Premium-Mikroskope schätzt Donnert den weltweiten Jahresbedarf.

Entsprechend dynamisch wachsen die Abberior-Firmen. Donnert fing 2011 mit einem Kollegen in einem Raum im Technologiepark des des Laser-Laboratoriums Göttingen im Hans-Adolf-Krebs-Weg 1 an. Mittlerweile arbeiten dort mehr als 20 Mitarbeiter in zwölf Räumen.

Davon kamen viele im Vorjahr dazu, als Hell den Nobelpreis erhielt. Und die Expansion geht weiter. „Im Laser-Laboratorium gibt es auf absehbare Zeit genug Flächen zum Wachsen“, sagt der Geschäftsführer. Eine Herausforderung stellt die Finanzierung dar. Für die Anfangszeit hatten die Gründer, neben Donnert noch Hell und sechs Kollegen vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, darunter Lars Kastrup und Vladimir Belov, ausreichend Mittel. „Mittlerweile können wir das Wachstum durch unsere Gewinne finanzieren“, berichtet Donnert.

Erheblicher Wissensvorsprung

Es gibt weltweit drei, vier Mitbewerber. „Da wir aber bereits seit zehn, 15 Jahren in diesem Bereich forschen, haben wir einen erheblichen Wissensvorsprung“, erklärt der Geschäftsführer. Da der Markt wachse, täten sich die Wettbewerber nicht weh.

Donnert ist bei Hell mit einer Arbeit über die spektroskopischen Aspekte der fluoreszierenden Farbstoffe in der STED-Mikroskopie promoviert worden. „Im Anschluss wollte ich etwas ganz anderes machen und war dreieinhalb Jahre für die Unternehmensberatung McKinsey & Company tätig“, berichtet er. Innerhalb kurzer Zeit musste er sich betriebswirtschaftliche Kenntnisse aneignen.

„Ich habe ein Gefühl dafür bekommen, wie viele Fakten man braucht und wie viele Unsicherheiten akzeptabel sind, um eine unternehmerische Entscheidung zu fällen“, sagt Donnert. Den Kontakt zum Max-Planck-Institut in Göttingen hat er die ganze Zeit über gehalten. So entstand die Idee gemeinsam mit Hell und dessen Kollegen die Abberior-Firmen zu gründen.

Der Name spielt auf den Entdecker der Beugungsgrenze, Ernst Abbe, an. Der zweite Namensbestandteil leitet sich vom lateinischen superior („überlegen, vortrefflicher“) ab.

Von Michael Caspar

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