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Neustart mit Hindernissen

Bundesweite Gründerinnenwoche Neustart mit Hindernissen

Frauen gründen immer noch deutlich seltener Unternehmen als Männer. Um mehr Frauen Möglichkeiten für den Schritt in die Selbstständigkeit aufzuzeigen, haben drei Unternehmerinnen im Rahmen der bundesweiten Gründerinnenwoche interessierten Frauen Rede und Antwort gestanden.

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Rita Fiedler, Isa Piontek, Miriam Engel und Martina Henn-Sax (v.l.): Chefinnen gaben Erfahrungen an Gründerinnen weiter.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Miriam Engel, Chefin der PR-Agentur Presseengel, Martina Henn-Sax, Chefin des Bildungsinstituts Abiturlernen, und Business-Coach Rita Fiedler kennen sich selbst über berufliche Netzwerke.

Der Seminarraum von Martina Henn-Sax war voll: Junge Gründerinnen, wie sie dem Bild universitärer Start-ups entsprechen, waren nicht vertreten, dafür Frauen, die nach oder in einer beruflichen Tätigkeit erkannt haben, dass sie etwas verändern wollen. Als Miriam Engel davon erzählt, dass sie als Assistentin der Geschäftsführung eines größeren Unternehmens zwar einen sicheren Job hatte, in dem sie „funktionierte“, aber kaum mehr Privatleben hatte, kommt das vielen bekannt vor.

Neben der grundsätzlichen Frage Selbstständigkeit ja oder nein interessierte die Anwesenden insbesondere der Punkt Preisgestaltung. Auch dazu gab es Tipps: Frauen neigten dazu, zu knapp zu kalkulieren und zu unbestimmt aufzutreten. Wichtig sei, sich klar zu werden, wie die realen eigenen Kosten aussehen und wie viel einem darüber hinaus die eigene Arbeit Wert ist.

Martina Henn-Sax machte sich 2005 mit Lehraufträgen im Bildungsbereich selbstständig, bis sie ihr eigenes Bildungsinstitut für Abiturvorbereitungskurse aufbaute. Heute, sieben Jahre später, bietet Abiturlernen Kurse in vier Bundesländern und für acht Fächer an. Die gelernte Kinderkrankenschwester Rita Fiedler hingegen konnte sich immer weniger mit ihrem Job identifizieren, machte nebenbei Weiterbildungen, bis schließlich klar war, dass für sie eine Tätigkeit als Business-Coach am stimmigsten war.

Drei Geschichten, die für den schwierigen Weg in die Selbstständigkeit stehen, der zudem deutlich länger dauerte als gedacht: Angefangen bei der Unsicherheit, den Sprung überhaupt zu machen und auf welches Geschäftsfeld man sich konzentriert, bis hin zum Bewusstseinswandel, sich überhaupt als Unternehmerin zu sehen. Bereut hat es keine von ihnen. „Jeder Tag, jeder Kunde ist eine Herausforderung und nach elf Jahren macht man immer noch Fehler. Aber es ist meins“, fasst Henn-Sax es zusammen.

Den Anwesenden gefiel der Erfahrungsaustausch. „Für mich hat es die Bestätigung gebracht, aus meiner Komfortzone herauszukommen und unternehmerischer zu denken“, sagt etwa Tanja Klein, die sich demnächst selbständig machen will.

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