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Gründervortrag in Göttingen

Vom Studienabbrecher zum Geschäftsführer Gründervortrag in Göttingen

Die Digitalisierung der Wirtschaft zieht eine Welle an Existenzgründungen nach sich. Über die große Startup-Szene in Berlin sprach am Montag Andreas Dittes (31), Mitgründer und Geschäftsführer der Firma Talentwunder in der PFH Private Hochschule Göttingen. Er war Gast der FDP-Landtagsfraktion.

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Quelle: Heller

Göttingen. „Das ist eine ganz schlechte Idee“, meinte die Familie, als Dittes zuhause den Abbruch seines Studiums ankündigte. Heute ist er Chef einer Firma, die anhand öffentlich zugänglicher Internet-Informationen Profile von einer Million Menschen erstellt hat. Auf dieser Basis kann Talentwunder Unternehmen, die Fachkräfte suchen, Kontaktdaten potenzieller Mitarbeiter vermitteln. Sie erhalten zudem Informationen über deren Bereitschaft zum Arbeitgeberwechsel und zu deren Mobilität.

Parallel dazu unterrichtet der Studienabbrecher an seiner alten Universität, der Karlshochschule in Karlsruhe, Studierende im Bereich soziale Medien und Marketing. Auch Unternehmen nehmen die Hilfe des Internetexperten in Anspruch. Dittes organisiert unter anderem Workshops, bei denen Softwarespezialisten ein paar Tage lang mit Mitarbeitern des Auftraggebers Apps für deren Produkte entwickeln.

Der 31-Jährige arbeitet bei Förderprogrammen für Existenzgründer mit. Er will angehenden Unternehmern die Angst vorm Scheitern nehmen. Aus Fehlern kann man lernen, meint er. Damit sprach er dem Parlamentarischen Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, Christian Grascha (36), aus dem Herzen. Grascha wirbt für „eine Kultur der zweiten und dritten Chance“.

Dittes rät Gründern dazu, sich vom Perfektionismus zu verabschieden. Statt lange zu feilen, sei es besser, schnell eine funktionsfähige Version auf den Markt zu bringen und diese gegebenenfalls nachzubessern. Zudem empfiehlt er, nicht zu viel Zeit mit kostenlosen Testversionen zu verschenken. Kunden sollten bald zur Kasse gebeten werden.

Der Unternehmer berichtete von Firmen in Berlin, die Gründern Schreibtische in den eigenen Räumen zur Verfügung stellten. Statt Miete verlangten sie von den Jungunternehmern die Bereitschaft, sich mit Firmenmitarbeitern auszutauschen. Eine Herausforderung ist laut Dittes die Finanzierung. Staatliche Förderprogramme seien oft zu starr. Eine Alternative böten Privatpersonen, die Anlagemöglichkeiten suchten und sich von einer Geschäftsidee begeistern ließen.

sg

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