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Mehr Flüchtlinge bei der Arbeitsagentur

Halbjahresbilanz 2016 Mehr Flüchtlinge bei der Arbeitsagentur

Integration von Flüchtlingen durch Arbeit: Der Bedarf der Wirtschaft nach Arbeitskräften ist da, doch die Voraussetzungen der Migranten sind ausgesprochen unterschiedlich. Die Angebote, sie an den Arbeitsmarkt heranzuführen, werden vielfältiger und zunehmend besser aufeinander abgestimmt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Nach Auskunft der Agentur für Arbeit hatten von den in Niedersachsen registrierten Flüchtlingen etwa 25 Prozent keinen Schulabschluss, ebenso viele verfügten aber über die Mittlere Reife oder höhere Abschlüsse. Auch verfügten viele zwar über berufliche Erfahrungen, aber nur wenige formale Abschlüsse. „Die Flüchtlinge sind nicht zu uns gekommen, weil sie Arbeit suchen, sondern Schutz vor Krieg und Vertreibung. Ihre Chancen auf unserem Arbeitsmarkt sind dennoch gegeben, insbesondere wenn wir sehen, dass drei Fünftel der Geflüchteten unter 35 Jahre alt sind und damit für eine Ausbildung geeignet“, so Klaus Stietenroth, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen.

Verstärkt auch Asylsuchende arbeitslos

Im Agenturbezirk Göttingen melden sich seit Jahresbeginn verstärkt auch Asylsuchende arbeitslos. Lag die Zahl der gemeldeten erwerbsfähigen Personen aus Asylzuzugsländern im Juni 2015 noch bei 628 und im Dezember bei knapp 1000, so stieg die Zahl von Januar bis Juni um etwa 50 Prozent auf insgesamt 1535.

Doch wie gut funktioniert eigentlich die Heranführung der Flüchtlinge an den Arbeitsmarkt über Sprache und kulturelles Training? „Für den mittleren Bereich, also normal gebildete Menschen, haben wir gute Angebote, die inzwischen auch mehr oder minder gut ineinandergreifen“, meint Dietmar Linne, von der Beschäftigungsförderung der Stadt Göttingen. „Lücken haben wir hingegen bei Hochqualifizierten und lernschwachen Menschen, die auch einen hohen Nachholbedarf an Grundbildung haben.“ So benötige etwa ein Pharmazeut das Sprachniveau C2, für das gibt es aber noch keine finanzielle Förderung. Die soll erst nächstes Jahr kommen. Mit schwächeren Jugendlichen arbeitet die Beschäftigungsförderung derweil in ihren Werkstätten.

Viele Flüchtlinge haben noch „viele andere Baustellen“

Eines jedoch gerate leicht aus dem Blick, meint Linne. Dass nämlich viele Flüchtlinge noch „viele andere Baustellen“ haben, die das Lernen behindern, wie etwa Traumata von der Flucht. Auch dauere es einige Zeit, bis man die Fähigkeiten der Flüchtlinge entdeckt habe oder weiß, wie der Dachdecker, der in Damaskus nur Betondächer gemacht hat, in den deutschen Dachdecker-Beruf umgeschult werden kann.

Wenn die Förderkette gut läuft, dann rechnet Linne mit zwölf bis 18 Monaten, die ein Migrant mit durchschnittlicher Schulbildung braucht, um mit dem Sprachniveau B1 etwa eine Ausbildung zu beginnen. Für einfachere Tätigkeiten schätzt die Arbeitsagentur die Dauer auf neun bis zwölf Monate.

Förderketten noch nicht so gut abgestimmt

Trotz inzwischen einiger Erfahrung gebe es jedoch nach wie vor Defizite. „Die Schwierigkeit ist, dass wir fünf zuständige Akteure mit guten Fördermöglichkeiten haben, aber dass diese Förderketten noch nicht so gut aufeinander abgestimmt sind“, so Linne. „Wir sind auf dem Weg, aber noch lange nicht am Ziel.“

Arbeitssuchende Migranten

Nach Daten der Arbeitsagentur und der Jobcenter sind in Landkreis und Stadt Göttingen aktuell 649 „Asylsuchende im Kontext Fluchtmigration“ arbeitsuchend gemeldet, davon 355 arbeitslos. Die Nicht-Arbeitslosen befinden sich derzeit in Maßnahmen. Zum Vergleich: In der Stadt Göttingen sind derzeit rund 1400 Flüchtlinge untergebracht, im Landkreis sollen es etwas über 800 sein.

Im Landkreis Northeim, in dem rund 1750 Flüchtlinge untergebracht sind, sind 419 Asylsuchende arbeitsuchend gemeldet, davon 231 arbeitslos. Im Landkreis Osterode sind 137 Asylsuchende arbeitsuchend gemeldet, davon 91 arbeitslos.

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